Europäische Investitionsbank finanziert Hamburgs Energie- und Verkehrswende

Vertragsunterzeichnung am Rathausmarkt: Britta Oehlrich, Geschäftsführerin vhh.mobility (von links) und Staatsrat Martin Bill gemeinsam mit EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, HGV-Geschäftsführer Oliver Jensen, Finanzsenator Andreas Dressel und Gabriele Eggers, Kaufmännische Geschäftsführerin der Hamburger Energienetze.
Foto: Hamburger Energienetze

Die EIB Europäische Investitionsbank, Luxemburg, stellt zwei Unternehmen der Hamburger Stadtwirtschaft strategische Finanzierungen für den Ausbau der Hamburger Infrastruktur zur Verfügung: Die HNE Hamburger Energienetze GmbH erhalten Mittel in Höhe von bis zu 1 Mrd. Euro für die umfassende Modernisierung des städtischen Stromverteilnetzes und die vhh.mobility der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH erhält 125 Mio. Euro zur Beschaffung von 188 neuen Elektrobussen und zur Erweiterung der Betriebsinfrastruktur. Beide Unternehmen sind Beteiligungen der HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH, der Konzernholding der Freien und Hansestadt Hamburg, unter deren Federführung die Finanzierungen erfolgt sind. Angesichts des Investitionsbedarfs, den Hamburgs Energie- und Mobilitätswende erfordert, sorgen die günstigen EIB-Konditionen dafür, dass öffentliche Mittel besonders wirkungsvoll eingesetzt werden können und Hamburg sich als Modellstadt für nachhaltige Infrastruktur in Europa positionieren kann.

Die Darlehensverträge wurden letzte Woche offiziell von den städtischen Unternehmen und der EIB in Anwesenheit der EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, Finanzsenator Andreas Dressel, Staatsrat Martin Bill aus der Verkehrsbehörde sowie der Geschäftsführungen von HGV, HNE und vhh.mobility unterzeichnet.

Hamburger Energienetze: Eine Milliarde Euro für das Stromnetz der Energiewende
Die Hamburger Energienetze GmbH investiert bis 2029 rund 2,9 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung des städtischen Stromverteilnetzes. Die EIB begleitet dieses Programm mit einem Rahmenfinanzierungsvertrag von bis zu 1 Mrd. Euro, was rund 28 % der Gesamtfinanzierung entspricht. Die Finanzierung wird in mehreren Tranchen ausgezahlt. Die ersten Mittel wurden bereits im Oktober 2025 zur Verfügung gestellt.

Das Investitionsprogramm umfasst:

  • Rund 1.500 km für neue und erneuerte Leitungen in der Nieder-, Mittel- und Hochspannung
  • Die Erneuerung und Neubau von Umspannwerken sowie Ausbau digitaler Steuerungstechnik
  • 120 neue Schaltfelder
  • Digitalisierung der Netzinfrastruktur für die Integration erneuerbarer Energien

Das wachsende Stromnetz ist die materielle Grundlage der Hamburger Energie- und Mobilitätswende. Denn Prognosen zeigen: bis 2040 ist mindestens eine Verdoppelung der Netzhöchstlast zu erwarten – getrieben durch den Hochlauf von Wärmepumpen, durch mehr Elektromobilität und emissionsfreie Busse.

Das Projekt steht im Einklang mit den Zielen von REPowerEU, die Versorgungssicherheit zu stärken und den Anteil erneuerbarer Energien schnell auszubauen, und ist zugleich eingebettet in die europäische Energiestrategie.

vhh.mobility: 125 Mio. Euro für 188 neue Elektrobusse und den Ausbau der Betriebs-
höfe auf Elektromobilität
vhh.mobility – die drittgrößte kommunale Busbetreiberin Deutschlands – investiert in den nächsten Jahren bis zu 337 Mio. Euro in den Ausbau der Elektromobilität. Die EIB beteiligt sich an der Finanzierung dieses Projektvolumens mit einem Rahmenfinanzierungsvertrag in Höhe von 125 Mio. Euro, was rund 37 % des Gesamtvolumens entspricht.

Das Vorhaben umfasst:

  • Die Beschaffung von 188 modernen Elektrobussen: 120 Standardbusse, 52 Gelenkbusse, 16 Kleinbusse
  • Den Umbau und Erweiterung des Betriebshofs Schenefeld inkl. Ladeinfrastruktur

Bereits heute fährt rund ein Drittel der rund 800 Fahrzeuge von vhh.mobility elektrisch. Seit 2020 beschafft das Unternehmen für Hamburg ausschließlich emissionsfreie Busse. Mit den neuen Fahrzeugen wird dieser Anteil deutlich erhöht. Die Investition trägt zur Reduktion von CO2-Emissionen, Luftschadstoffen und Lärm bei, sowie zur Umsetzung der europäischen und nationalen Klimaziele im Verkehrssektor.

Das E-Bus-Programm der vhh.mobility und das Stromnetzprogramm der HNE sind dabei eng verknüpft: Der Hochlauf der elektrischen Busflotte ist nur möglich, wenn das Stromnetz auch auf die wachsende Ladeinfrastruktur ausgelegt ist. Beide Investitionen werden über die HGV koordiniert und strategisch aufeinander abgestimmt – ein Beispiel für die Bedeutung koordinierter Investitionen in Netz und Mobilität.

Stimmen zum Signing
N. Beer erklärt: „Hamburg zeigt, wie Europas Städte ihre Infrastruktur ganzheitlich neu aufstellen: mit starken Stromnetzen und einem elektrifizierten Nahverkehr. Genau diesen integrierten Ansatz unterstützt die EIB – mit gezielter Finanzierung für Netze und saubere Busflotten.“

A. Dressel betont: „Die Mittel der Europäischen Investitionsbank verstärken den ohnehin starken Investitionshochlauf unserer öffentlichen Unternehmen und im Kernhaushalt noch einmal. Wir haben bei den Pro-Kopf-Investitionen von 2018 bis 2027 die Investitionen im Kernhaushalt auf über 1.500 Euro pro Kopf planerisch verdreifacht, auch unsere öffentlichen Unternehmen investieren jährlich im Milliarden-Umfang insbesondere in Energie- und Mobilitätswende. Eine Infrastruktur, die technisch auf der Höhe der Zeit ist, sorgt für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und ist ein ganz entscheidender Standortvorteil. Mit klugen Finanzierungen – wie sie von der EIB angeboten werden – können die eigenen Mittel noch besser gehebelt werden. Dass Mittel der EU über die EIB in dieser Größenordnung nach Hamburg gehen, unterstreicht Hamburgs Vorbildwirkung in Europa und zeigt gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt wie positiv Europa sich auch bei uns auswirkt. Unsere städtische Holding HGV als Investitionsplattform hilft uns dabei, die Mittel ebenso effizient wie zielgerichtet einzusetzen.“

Laut Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, sind eine starke Energie-Infrastruktur und die Elektrifizierung des Verkehrs zentrale Voraussetzungen dafür, dass Hamburg bezahlbar, wettbewerbsfähig und zukunftsfest bleibt. Das gelingt aus ihrer Sicht nur mit starken Partnern wie der Europäischen Investitionsbank. Diese unterstützt die Hamburger Energienetze dabei, das Stromverteilnetz gezielt weiterzuentwickeln. Und vhh.mobility kann dank der EIB die Umstellung auf emissionsfreie Busse weiter beschleunigen. So kann Hamburg vorangehen – für eine zeitgemäße Energieversorgung und moderne, bezahlbare Mobilität, die emissionsfrei Klima und Umwelt schützt.

M. Bill hebt hervor: „Hamburg hat bereits heute eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung seiner Busflotte; 38 % der Busse fahren elektrisch. Diese Förderung unterstützt uns dabei, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Mit Geldern für bis zu 188 neue Elektrobusse sowie den erforderlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur machen wir einen weiteren entscheidenden Schritt für einen saubereren Nahverkehr und die Mobilitätswende. Das bedeutet weniger Emissionen, weniger Lärm und mehr Lebensqualität für alle Hamburgerinnen und Hamburger.“

Für Oliver Jensen, HGV-Geschäftsführer, ist die Partnerschaft mit der Europäischen Investitionsbank ein starkes Signal: Sie bestätigt, dass Hamburg beim Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur auf dem richtigen Kurs ist, denn die EIB prüft vor Kreditzusagen sorgfältig, inwiefern Projekte zur Energiewende beitragen. Er fährt fort: „HGV, HNE und vhh.mobility haben ihre Hausaufgaben gemacht und in intensiver, konstruktiver Abstimmung mit der EIB alle erforderlichen Nachweise erbringen können, sodass wir uns heute mit dem Signing über den erfolgreichen Abschluss der Finanzierung freuen können. Genau das ist die Stärke einer Holding-Struktur wie der HGV: Wir denken Infrastruktur zusammen – Stromnetz und ÖPNV, Energie- und Mobilitätswende – und können eine langfristige, abgestimmte Finanzplanung über einzelne Beteiligungen hinaus sicherstellen.“

Gabriele Eggers, Geschäftsführerin der HNE erklärt: „Die Modernisierung der Hamburger Strominfrastruktur ist die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende, für eine emissionsfreie Wärmeversorgung und Mobilität. Unser Netz steht auch in Zukunft für Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Damit das so bleibt, müssen wir investieren. Und damit wir das können, haben wir mit der Europäischen Investitionsbank eine starke und faire Partnerin an der Seite!“

Britta Oehlrich, Geschäftsführerin der vhh.mobility, betont: „Dieser Kredit gibt uns die Möglichkeit, Hamburg für alle Fahrgäste ein Stück lebenswerter zu machen. Jeder neue E-Bus auf den Straßen der Metropolregion Hamburg bedeutet weniger Lärm, sauberere Luft und ein sichtbares Zeichen für eine Stadt, die Verantwortung übernimmt – für Klima, Menschen und Mobilität. Wir wollen zeigen, dass nachhaltiger Nahverkehr nicht nur ein Ziel auf dem Papier ist, sondern gelebte Realität, die den Alltag unserer Fahrgäste spürbar verbessert.“

Strategischer Kontext: Koordinierte Infrastruktur für die Hamburger Energiewende
Beide Projekte sind Teil einer übergreifenden Strategie der HGV als Plattform für öffentliche Infrastrukturinvestitionen in Hamburg. Die HGV bündelt die städtischen Beteiligungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Wasser und Logistik– und ermöglicht damit eine koordinierte Investitionsplanung über Unternehmensgrenzen hinweg.

Die Synergien zwischen Stromnetzausbau und E-Bus-Flotte sind dabei exemplarisch: Die Elektrifizierung des ÖPNV erhöht die Anforderungen an das Stromnetz – gleichzeitig ist ein leistungsfähiges, digitales Netz Voraussetzung für den zuverlässigen Betrieb wachsender Ladeinfrastruktur. Über die HGV werden diese Investitionen strategisch verzahnt.

Die Finanzierung durch die EIB unterstreicht die europäische Dimension beider Vorhaben: Als EU-Klimabank unterstützt die EIB gezielt Infrastrukturprojekte, die zur Erreichung der europäischen Klimaziele und zur Umsetzung des European Green Deal beitragen.

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