Mit der zweiten Ausgabe des eot current. geht unser neues Quartalsformat in die nächste Runde. Der Herausgeber Hagen Knoll ist mit dem Anspruch angetreten operative Tiefe statt generischer Marktübersicht zu bieten und hat bereits in der zweiten Ausgabe sein Versprechen eingelöst.
Denn er ordnet die Entwicklungen der eMobility- und Energiemärkte für Strategen, Entscheider und Investoren ein. Neu in dieser Ausgabe: H. Knoll unterzieht seine in der vorausgehenden Ausgabe getroffenen Einschätzungen und Prognosen systematisch einem Reality Check und gleicht sie mit der tatsächlichen Marktentwicklung ab. Damit sorgt er für Nachvollziehbarkeit und Vertrauen und stellt sich offen der Diskussion.
Privatmarkt kehrt zurück – aus fragilem Grund
Der Privatanteil bei BEV-Neuzulassungen stieg im April 2026 auf 35,4 %, eine klare Überschreitung der in Ausgabe 1/26 definierten Schwelle. Im Mai 2026 lag der Anteil bei 25,0 %, was auf eine Normalisierung hindeutet. Als Treiber gelten künftig sowohl die Förderung in Höhe von 6.000 Euro als auch die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. H. Knoll ordnet diesen zweiten Faktor als fragil ein, da der Flottenmarkt weiter den strukturellen Sockel des BEV-Marktes bildet.
GEIG-Novelle mit erheblichem operativem Gehalt
Am 13. Mai 2026 beschloss das Bundeskabinett die GEIG-Novelle, die vor dem ersten Juli 2026 in Kraft treten und für Bestandsgebäude ab 2027 gelten soll. Betroffen sind laut H. Knoll gleichzeitig Immobilienwirtschaft, Flottenbetreiber, Ladepunktbetreiber und Elektrohandwerk. Als Beispiel führt er ein Bürogebäude mit dreißig Stellplätzen an, das künftig fünfzehn statt bisher lediglich einen funktionierenden Ladepunkt benötigt. Die Frage der Anschlussleistung gilt dabei als zentrales operatives Problem für Betreiber und Planer.
BYD produziert künftig in Europa
Der chinesische Hersteller BYD Company Ltd., Shenzhen, verschob den Serienanlauf seines Werks in Szeged auf das dritte Quartal 2026, produziert dort aber bereits die Modelle Dolphin Surf und Atto 2. Da in der EU gefertigte Fahrzeuge nicht den EU-Zusatzzöllen in Höhe von 17 % unterliegen, ergibt sich daraus erhebliche Preisflexibilität. Volkswagen kommunizierte im zweiten Quartal 2026 einen Sparplan, traf laut H. Knoll jedoch noch keine Modellentscheidungen, was das Klumpenrisiko für Zulieferer verschärft.
Milliardenprogramm für schwere Nutzfahrzeuge
Das Bundesministerium für Verkehr fördert die Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge künftig mit 1 Mrd. Euro über vier Jahre, einschließlich Netzanschluss, Batteriespeicher und Lastmanagement. Das Unternehmen Milence, ein Joint Venture der Lkw-Hersteller Daimler Truck AG, der Traton Group und der Volvo Group, nahm außerdem Fremdkapital in Höhe von 120 Mio. Euro auf, was H. Knoll als erstes Kapitalmarktsignal für diesen Wachstumsbereich wertet.
Neue Rubrik: Blick nach Kanada
Mit der neuen Rubrik Außenperspektive richtet H. Knoll erstmals den Blick auf einen internationalen Vergleichsmarkt. Kanada entwickelt sich im Bereich eMobility ohne EU-Regulierungsrahmen und liegt strukturell vier bis fünf Jahre hinter Deutschland. Als Beleg dient unter anderem die Beobachtung, dass sich der Marktanteil dort nach einem abrupten Stopp der Kaufförderung innerhalb eines Quartals halbiert hat. Damit lässt sich laut H. Knoll der messbare Effekt von AFIR, GEIG-Novelle und CO2-Flottengrenzwerten in Deutschland besser einordnen.
eot current.
Das eot current. ist ein digitales Quartalsformat für alle, die strategische Entscheidungen im eMobility- und Energiemarkt treffen. In jeder Ausgabe analysiert Herausgeber H. Knoll Marktbewegungen, regulatorische Veränderungen und technologische Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Das Format richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen der Branche: Für Strategen und Investoren bietet es operative Tiefe als Entscheidungsgrundlage. Flottenmanager erhalten Orientierung zur Vermeidung von Haftungsrisiken bei Abrechnung und Regulierung, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Ende der Ladepauschalen. CPOs und Stadtplaner profitieren von Einordnungen zur Vermeidung von AFIR-Verstößen sowie zur strategischen Planung des urbanen HPC-Ausbaus. Zulieferer wiederum können Marktverschiebungen frühzeitig erkennen und Abhängigkeiten reduzieren.





