Eternal Power erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026

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Allgemein
Das Führungsteam der Eternal Power (v.l.n.r.): Alexander Rauschenbusch (Geschäftsführer, Grazia Equity GmbH), Dr. Frank Mastiaux (Senior Advisor), Dr. Moritz Schwencke (Geschäftsführer, Mitgründer), Fabian Floto (Geschäftsführer, Mitgründer), Robert Meitz (Geschäftsführer, Mitgründer), Arne Sanne (Mitgründer).
Foto: Eternal Power GmbH

Grüner Wasserstoff bleibt der unterschätzte Underdog der Energiewende – trotz Milliardeninvestitionen, globaler Dynamik und dem Potenzial, bereits 2030 zu einem zentralen Industrie- und Klimabaustein zu werden. Die Karten auf dem globalen Energiemarkt werden noch gemischt. Das deutsche Scale-up Eternal Power GmbH, Hamburg, hat am 5. Dezember dieses Jahres für seine Rolle als Wegbereiter der Wasserstoff-Skalierung in Düsseldorf den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 in der Kategorie Brennstoffindustrie erhalten.

Während die öffentliche Wahrnehmung von Wasserstoff als Energieträger seit der Energiekrise 2022 nachgelassen hat, zeichnen aktuelle Marktdaten ein anderes Bild: Die Branche erlebt einen massiven Aufschwung. Mehr als 101 Mrd. Euro sind weltweit in über 500 kommerzielle Wasserstoff-Projekte investiert – Tendenz steigend. „Die Branche verabschiedet sich vom PowerPoint-Wasserstoff und baut konkrete Industrieanlagen. Wasserstoff ist kein Hype-Thema, sondern industrielle Realität. Grüner Wasserstoff mag in der Energieklasse noch eine Nische darstellen. Allerdings kann sich das Blatt schnell ändern“, sagt Dr. Moritz Schwencke, Mitgründer und Geschäftsführer der Eternal Power. Weltweit sind Stand heute 6 Mio. t Produktionskapazität für sauberen Wasserstoff gesichert, 1 Mio. t davon in Betrieb. Bis 2030 könnte diese Kapazität laut M. Schwencke auf 9 Mio. t bis 14 Mio. t Wasserstoff dynamisch anwachsen.

Von der Nische zum Industriemaßstab
Die Fachjury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises würdigt die Eternal Power, den Markthochlauf von grünem Wasserstoff voranzutreiben. In kurzer Zeit hat das Hamburger Unternehmen eine Pipeline von Großprojekten zur Produktion von grünem Wasserstoff aufgebaut. „Eternal Power will zeigen, dass ein junges Unternehmen in kurzer Zeit eine Schlüsselrolle in der internationalen Wasserstoffwirtschaft einnehmen kann“, heißt es in der Jurybegründung.

Diese Einschätzung bestätigt der „Global Hydrogen Compass 2025“ der McKinsey & Company Inc., Düsseldorf, wonach die weltweiten Investitionen in sauberen Wasserstoff seit 2020 im Durchschnitt um über 50 % pro Jahr wachsen. Die Eternal Power mahnt, den Anschluss zu halten. „China führt auch in diesem Sektor mit rund 25 bis 30 Milliarden Euro an bis 2030 zugesagten Investitionen und 19 Gigawatt geplanter Elektrolyse Kapazität. Das ist mehr als die Hälfte der weltweit bis 2030 zugesagten erneuerbaren Wasserstoff Kapazität“, sagt M. Schwencke mit Blick auf die Studie.

Deutschland im europäischen Spitzenfeld – aber auf Importe angewiesen
Europa stehe mit 17,5 Mrd. Euro Investitionsvolumen an dritter Stelle, wobei Deutschland eine zentrale Rolle spielt. „Noch hat Deutschland Chancen bei der geographischen Verteilung des Milliardenmarktes. Wir brauchen jedoch noch mehr Pionierprojekte“, fordert M. Schwencke. In Dummerstorf entwickelt die Eternal Power eine Anlage mit bis zu 380 MW Elektrolysekapazität, die jährlich über 40.000 t grünen Wasserstoff produzieren soll. Die Projekte sind laut des Geschäftsführers der Eternal Power so konzipiert, dass sie sich in bestehende Hafen- und Industrieinfrastrukturen integrieren lassen und dadurch eine schnelle Marktdurchdringung ermöglichen. Das Unternehmen hat Abnahme-Vorverträge im Gesamtwert von über 7 Mrd. Euro gezeichnet und sich als Partner für Energieversorgungsunternehmen sowie künftige Abnehmer aus Industrie, Chemie und Logistik etabliert.

Nachfrage als entscheidender Faktor
Der McKinsey-Report identifiziert gesicherte Abnahmeverträge als kritischen Erfolgsfaktor: Weltweit sind derzeit 3,6 Mio. t jährliche Wasserstoff-Nachfrage durch verbindliche Verträge abgesichert – das entspricht rund 60 % der bereits kommerziell gesicherten Produktionskapazität. 70 % dieser Nachfrage konzentriert sich auf etablierte Anwendungen wie Raffinerien und Ammoniakproduktion, insbesondere in der EU.

Für Deutschland prognostiziert die Bundesregierung einen Anstieg des Wasserstoffbedarfs von rund 55 TWh im Jahr 2023 auf rund 95 TWh bis 130 TWh bis 2030. Die EU könnte allein durch die Umsetzung bestehender Politikinstrumente wie RED III und dem Emissionshandelssystem bis 2030 eine Nachfrage von bis zu 5 Mio. t generieren.

Strategische Partnerschaften als Erfolgsmodell
Wegbereitend sind für die Eternal Power mehrere renommierte Partnerschaften, unter anderem mit der Hydropulse GmbH, ein Unternehmen der ITM Power plc, Sheffield, dem aireg Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e. V., beide Berlin, sowie der Initiative TransHyDE 2.0. Mit Standorten und Partnerschaften in Hamburg, Skandinavien, der Türkei und Portugal ist die Eternal Power vom lokalen Start-up zum europäisch agierenden Scale-up gewachsen.

Die Jury des Nachhaltigkeitspreises hebt besonders das integrierte Geschäftsmodell hervor: „Eternal Power setzt Maßstäbe in einem Sektor, der für die Defossilisierung der Industrie und die Stärkung der Energiewende entscheidend ist. Das Kerngeschäft wird die Massenproduktion von grünem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten, um schwer zu defossilisierende Branchen wie Stahl, Chemie, Schifffahrt und Wärmeversorgung klimafreundlich zu machen.“ M. Schwencke erklärt abschließend: „Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis würdigt unser Team und unsere Leitidee, die Energiewende aus der Nische in den industriellen Maßstab zu überführen.“

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