RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Iran-Krieg belastet den gesamten globalen Handel

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Der Containerumschlag-Index ist im März 2026 deutlich zurückgegangen. Eigene Schätzungen nach Angaben für 90 Häfen; März 2026; Schnellschätzung.
Foto: RWI

Der Containerumschlag in den internationalen Häfen ist im März 2026 spürbar zurückgegangen. Nach einem starken Anstieg im Februar 2026 fiel der vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V., Essen, und dem ISL Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, Bremen, berechnete Containerumschlag-Index um 4,5 Punkte von 147,1 (revidiert) auf 142,6 Indexpunkte. Damit wurde der Zuwachs des Vormonats mehr als wettgemacht. Insgesamt hat sich die Aufwärtsdynamik des Welthandels seit Jahresbeginn deutlich abgeschwächt.

Abschwächung in wichtigen Hafenregionen
In den nordeuropäischen Häfen setzt sich die seit Jahresbeginn zu beobachtende rückläufige Tendenz fort. Der Nordrange-Index, der als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum, insbesondere in Deutschland, gilt, fiel leicht von 119,4 Punkten (revidiert) auf 118,6 Punkte.

Auch in den chinesischen Häfen ist ein Rückgang des Containerumschlags zu verzeichnen: Der entsprechende Index fiel von revidierten 165,9 Punkten im Februar dieses Jahres auf 161,8 Punkte im März. Dies deutet auf eine Abschwächung der Exportdynamik in einer der weltweit wichtigsten Handelsregionen hin.

Exportflaute in Deutschland setzt sich fort
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index hebt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt hervor: „Der globale RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im März kräftig gesunken, nachdem er im Februar stark gestiegen war. Der Iran-Krieg und die steigenden Transport- und Energiekosten werden die weltweite Wirtschaftsaktivität voraussichtlich weiter belasten. In den nordeuropäischen Häfen setzt sich die rückläufige Tendenz seit Jahresbeginn fort. Der Iran-Krieg dürfte somit die aktuelle Exportschwäche der deutschen Wirtschaft weiter verschärfen.“

T. Schmidt bewertet die aktuelle Entwicklung wie folgt: „Der Rückgang im März zeigt, wie anfällig der Welthandel derzeit für geopolitische Schocks ist. Ein Krieg mit dem Iran und die daraus resultierenden höheren Kosten setzen die globalen Lieferketten zunehmend unter Druck.“

„Für die deutsche Wirtschaft ist das eine schlechte Nachricht“, erklärt T. Schmidt abschließend. „Die Schwäche der nordeuropäischen Häfen deutet darauf hin, dass sich die Exportflaute eher verschärft als abschwächt.“

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