MB Energy und Zaffra vereinbaren strategische Partnerschaft

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Nachhaltigkeit, P2X/E-Fuels, Unternehmen
Jan Toschka von der Zaffra (links) und Volker Ebeling von der MB Energy unterzeichnen die Absichtserklärung.
Foto: MB Energy

Die Zaffra B.V., Amsterdam, ein nach eigenen Angaben führender Entwickler von elektrischem Sustainable Aviation Fuel (eSAF), und die MB Energy Holding GmbH & Co. KG, Hamburg, ein unabhängiges Energiehandelsunternehmen, haben eine unverbindliche Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet, um eine Zusammenarbeit zur Unterstützung der Kommerzialisierung und Markteinführung von eSAF in Europa zu prüfen.

Mit dieser Partnerschaft könnte eine durchgängige Wertschöpfungskette für eSAF entstehen – von der Produktion bis zur Versorgung an Flughäfen. Dies würde einen wesentlichen Beitrag zur Kommerzialisierung synthetischer Flugkraftstoffe und zur Weiterentwicklung des europäischen eSAF-Marktes leisten. Gemeinsam werden die Zaffra und die MB Energy prüfen, wie sie beim Ausbau der Infrastruktur und der Lieferkettenkapazitäten zusammenarbeiten können, die für die Skalierung von eSAF notwendig sind. Damit könnten sie den Übergang der Luftfahrtbranche zu kohlenstoffärmeren Kraftstoffen unterstützen und zugleich Europas Energiesicherheit stärken.

Während die Luftfahrtindustrie ihren Wandel hin zu ambitionierten Dekarbonisierungszielen und verbindlichen Sustainable Aviation Fuel (SAF)-Quoten beschleunigt, könnte die Partnerschaft dazu beitragen, dass Fluggesellschaften und andere Akteure der Luftfahrt Zugang zu verlässlichen und skalierbaren eSAF-Mengen erhalten. Das etablierte Netzwerk von Tanklagern der MB Energy, die Logistikkompetenz des Unternehmens sowie der strategische Zugang zu wichtigen Luftfahrtdrehkreuzen würden die Distribution der künftigen Produktionsmengen der Zaffra stärken und zugleich die Vision der MB Energy unterstützen, E-Fuels in den Markt zu bringen und die Reduzierung von CO2-Emissionen voranzutreiben.

Im Rahmen des MoU wird die MB Energy als potenzieller Abnehmer für eSAF-Mengen aus Zaffras globalem Projektportfolio in Betracht gezogen und damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit künftiger Produktionen unterstützen. Der anfängliche Schwerpunkt der Zusammenarbeit wird auf „Brandenburg eSAF“ liegen, Deutschlands größter eSAF-Produktionsanlage. „Brandenburg eSAF“ ist ein gemeinsames Projekt der Zaffra und der ENERTRAG SE, Dauerthal, das ab 2030 in der PCK-Raffinerie in Schwedt jährlich mehr als 30.000 t eSAF erzeugt und damit rund ein Viertel der deutschen ReFuelEU-Aviation-Quote abdeckt. Darüber hinaus sieht die Partnerschaft vor, dass die MB Energy gemeinsam mit der Zaffra ein umfassendes logistisches End-to-End-Konzept für das eSAF-Projektportfolio der Zaffra entwickelt und bereitstellt, einschließlich der Distribution in den Märkten der MB Energy und an Fluggesellschaften als Kunden.

Darüber hinaus prüfen die Unternehmen Möglichkeiten, die Wasserstoffversorgung für die eSAF-Produktion über das Infrastrukturprojekt der MB Energy für kohlenstoffarme Kraftstoffe, New Energy Gate in Hamburg, zu sichern. Die Zusammenarbeit würde außerdem die Teilnahme der Zaffra an der europäischen zweiseitigen Auktion unterstützen, indem ein tragfähiges End-to-End-Lieferkettenkonzept bereitgestellt wird, das Produktion, Logistik und Kundenauslieferung miteinander verbindet.

Jan Toschka, Chief Executive Officer der Zaffra, erklärte: „Die Kommerzialisierung von eSAF erfordert mehr als nur Produktionskapazitäten – sie erfordert ein völlig neues Versorgungs- und Logistikökosystem. Diese Partnerschaft mit MB Energy wäre ein entscheidender Schritt, um ein solches Ökosystem aufzubauen und sicherzustellen, dass nachhaltigere Kraftstoffe Kunden effizient, verlässlich und im industriellen Maßstab erreichen können.“

Jonathan Perkins, CEO der MB Energy, sagte: „Der Aufbau eines erfolgreichen eSAF-Marktes erfordert starke Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion und Wasserstoffversorgung über Logistik und Distribution bis hin zum Kundenzugang. Durch die Kombination von Zaffras Entwicklungskompetenz im Bereich eSAF mit der Infrastruktur und Marktreichweite von MB Energy würden wir die Grundlage für eine praktikable und skalierbare Lieferkette schaffen, die dazu beitragen kann, die Reduzierung der CO2-Emissionen in der europäischen Luftfahrt zu beschleunigen.“

Von der Zusammenarbeit werden außerdem breitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile erwartet, darunter die Unterstützung regionaler Beschäftigung in den Bereichen Bau, Betrieb, Logistik und den damit verbundenen Wertschöpfungsketten. Durch die Ermöglichung lokaler Produktion, Lagerung und Distribution von eSAF würde die Partnerschaft außerdem zu einer höheren Resilienz der europäischen Energieversorgung beitragen, indem die Kraftstofflieferketten diversifiziert werden.

Mit der proprietären G2L-eFuels-Technologie ihrer Anteilseigner, die sauberen Strom, Wasser und nachhaltige Kohlendioxidquellen in ASTM-zertifizierten synthetischen Flugkraftstoff (SAF) umwandelt und dabei Emissionsminderungen von über 90 % ermöglicht, ist die Zaffra ein wichtiger Partner bei der Erreichung langfristiger CO2-Reduktionsziele der Luftfahrtindustrie.

Angesichts der weiterwachsenden Nachfrage nach synthetischem Flugkraftstoff zielt die Partnerschaft der Zaffra und der MB Energy darauf ab, die Grundlage für eine skalierbare, verlässliche und resiliente eSAF-Lieferkette zu schaffen, die den künftigen Anforderungen des Luftfahrtsektors gerecht wird.

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