VCI-Schlaglicht April 2026: Fokus Auslandsmärkte – Exportgeschäft unter Druck

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Chemie, Unternehmen, Verbände
Es zeigt sich ein deutliches Minus im Auslandsgeschäft der Chemie- und Pharmabranche.
Foto: VCI

Die chemisch-pharmazeutische Industrie verzeichnete zum Jahresbeginn ein deutliches Minus im Auslandsgeschäft. Es zeigt sich: Die Branche konnte nicht am Wachstum anderer Weltregionen partizipieren. Ein genauer Blick verrät: In den ersten Monaten des Jahres lagen die Chemieausfuhren in allen Regionen unter dem Vorjahresniveau. Auch bei Pharmazeutika zeigte sich zum Jahresauftakt ein schwaches Bild – lediglich Nordamerika entwickelte sich noch robust. Vor allem die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland erschwert es den Unternehmen, ihre Produkte Made in Germany weltweit abzusetzen. Probleme bereiten besonders hohe Energiepreise, regulatorische Lasten und schleppende Genehmigungen. Hier wird einmal mehr deutlich: In Deutschland und Europa wurden bislang zu wenige Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Weg gebracht. Außerdem sorgen die Folgen des Iran-Kriegs, wie beispielsweise steigende Produktionskosten, für weiteren Gegenwind. Auch die nach wie vor aggressive US-Zollpolitik verursacht anhaltend hohe Unsicherheiten auf den internationalen Märkten.

Entsprechend verhalten fallen die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate aus. Laut den jüngsten Zahlen des ifo-Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V., haben sich die Geschäftserwartungen in der Branche massiv eingetrübt. Das Exportgeschäft wird mit großer Skepsis beobachtet. Positiv ist, dass die EU ihre handelspolitischen Aktivitäten zuletzt verstärkt hat und Freihandelsabkommen zügig vorantreibt. Diese Initiativen können jedoch nur dann neue Absatzchancen eröffnen, wenn tiefgreifende Reformen für bessere Standortbedingungen sorgen.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: „Schon seit Jahren stimmen die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Industrie Made in Germany nicht mehr. Deshalb profitieren wir nicht vom Wachstum anderer Weltregionen. Hohe Kosten und eine lähmende Bürokratie drücken den früheren Exportweltmeister nach unten. Deutschland wird als Industriestandort weiter abgehängt. Die Politik verharrt trotzdem im Schneckentempo und verschleppt überfällige Reformen. Unsere Industrie braucht dringend Entlastungen. Sonst könnte es mit der einst so starken Exportdynamik Deutschlands künftig Essig sein.“

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