Erstes Halbjahr 2026: Erneuerbare Energien wachsen in allen Sektoren

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Allgemein, Energie, Erneuerbare & Regenerative Energien, Unternehmen
Dargestellt ist die Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr für die Monate Januar bis Juni im Vergleich der Jahre 2022 bis 2026. Die angegebenen Prozentwerte geben die Steigerung bzw. den Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Grau umrandet dargestellt sind die Gesamtjahreswerte der Vorjahre.
Foto: UBA/Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik

Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 57 % des in Deutschland genutzten Stroms aus erneuerbaren Energien. Das zeigen neue Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). Demnach wurden rund 6 % mehr Strom aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie gewonnen als im Vorjahreszeitraum. Auch im Gebäude- und im Verkehrssektor legten die erneuerbaren Energien zu: Umweltwärme und Geothermie aus Wärmepumpen um 19 %; der Einsatz von Biokraftstoffen und Strom im Verkehrsbereich um 13 %.

UBA-Präsident Dirk Messner kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 stimmen optimistisch. Gerade jetzt sollten wir den Ausbau dieser Zukunftstechnologien weiter forcieren. Der Aufschwung bei Wind und Sonne darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wärme- und die Verkehrswende weiter beschleunigt werden muss. Elektroautos und Wärmepumpen müssen schneller in die Breite, das Stromsystem muss durch neue Großbatteriespeicher flexibler werden. Nur wenn alle Sektoren gemeinsam Fahrt aufnehmen, können wir unsere Klimaziele erreichen.“

Stromerzeugung: Anteil der Erneuerbaren liegt bei 57 %
Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 153 TWh Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt – 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum (145 TWh). Im Unterschied zum außergewöhnlich windarmen ersten Halbjahr 2025 lagen die Windgeschwindigkeiten in 2026 bisher näher am langjährigen Mittel. Die Windenergie war daher mit einem Anteil von rund 45 % erneut die tragende Säule der erneuerbaren Stromproduktion, gefolgt von Photovoltaik (34 %), Biomasse (15 %), Wasserkraft (5 %) und Geothermie (weniger als 1 %).

Die Photovoltaik profitierte wie bereits im Vorjahr von überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung und weiterem Anlagenzubau. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt rund 8 GW neue Bruttoleistung installiert. Damit wird das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für das Jahr 2026 von 128 GW insgesamt installierter PV-Leistung bereits im Sommer des Jahres erreicht werden. Mit einem Netto-Zubau von rund 2 GW waren zum Ende des ersten Halbjahres 2026 Windenergieanlagen an Land mit rund 70 GW Gesamtleistung installiert. Der aktuelle Windzubau an Land spiegelt damit noch nicht die wachsende Zahl von Neugenehmigungen wider. Das EEG-Ziel von 84 GW zum Ende des Jahres wird voraussichtlich deutlich verfehlt werden.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 57 % (2025: 54 %, 2024: 57 %). Eine belastbare Hochrechnung auf das Gesamtjahr 2026 ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da sowohl die erneuerbare Stromerzeugung als auch der Stromverbrauch von der Witterung im weiteren Jahresverlauf und teilweise auch von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sind.

Wärmepumpen treiben die Wärmewende an
Die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 121 TWh und stieg damit um insgesamt 3 %. Besonders die mittels Wärmepumpen nutzbar gemachte Umweltwärme und oberflächennahe Geothermie stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 19 %.

Daneben nahm auch die Wärmeerzeugung aus Solarthermie (+ 3 %) und gasförmiger Biomasse (+ 1 %) leicht zu. Knapp zwei Drittel der erneuerbaren Wärmebereitstellung entfiel weiter auf den Einsatz fester Biomasse (+ 1 %). Maßgeblicher Treiber war die etwas kühlere Witterung im ersten Quartal, durch die der Heizenergiebedarf insgesamt stieg.

Biokraftstoffe und Elektromobilität mit starkem Wachstum
Im Verkehrssektor wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 27 TWh aus erneuerbaren Quellen eingesetzt. Das entspricht einem Anstieg von rund 13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ist damit der bisher höchste Halbjahreswert. Maßgeblich für das Wachstum war die Erhöhung der Treibhausgasminderungsquote von 10,6 % im Jahr 2025 auf 12 % im Jahr 2026 und der damit einhergehend höhere Absatz von Biokraftstoffen, insbesondere von Biodiesel/HVO (in Summe + 11,4 %).

Besonders kräftig wuchs außerdem die Nutzung von erneuerbarem Strom im Straßenverkehr: Der wachsende Bestand an Elektrofahrzeugen im Zusammenspiel mit dem steigenden Anteil an grünem Strom im Strommix ließ die rechnerisch ermittelte Menge des für Verkehrszwecke eingesetzten erneuerbaren Stroms um über 20 % steigen.

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