MANNOL: EU-Emissionsverordnung stellt höhere Anforderungen an Motorenöle

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Die MANNOL bietet mit Motorenölen nach ACEA C2/C3/C5 sowie API SQ und ILSAC GF-7B bereits Schmierstofflösungen für unterschiedliche moderne Motorenkonzepte.
Foto: SCT Germany

Am 29. November 2026 beginnt mit der verpflichtenden Anwendung der Euro-7-Verordnung (EU) 2024/1257 auf neue Fahrzeugtypen der Klassen M1 und N1 eine weitere Entwicklungsstufe der europäischen Emissionsregulierung. Während die bisherigen Euro-6-Abgasgrenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Wesentlichen beibehalten werden, erweitert Euro 7 die Anforderungen insbesondere hinsichtlich Partikelemissionen, Emissionsbeständigkeit und der Betrachtung zusätzlicher Fahrzeugkomponenten.

Nach Auskunft der MANNOL SCT Vertriebs GmbH, Wedel, st für die Schmierstoffindustrie dabei weniger die Einführung einer neuen Abgasgrenzwertstufe entscheidend als vielmehr die langfristige Stabilität moderner Motoren- und Abgasnachbehandlungssysteme. Denn die Emissionsperformance eines Verbrennungsmotors hängt nicht ausschließlich von seiner konstruktiven Auslegung ab, sondern auch davon, wie zuverlässig die eingesetzten Komponenten über ihre Nutzungsdauer funktionieren.

Euro 7: Emissionskontrolle über einen längeren Fahrzeuglebenszyklus
Mit Euro 7 erweitert die Europäische Union die bisherige Betrachtung von Fahrzeugemissionen. Neben der Regulierung von Abgasemissionen werden erstmals auch Partikelemissionen aus Bremsanlagen sowie Mindestanforderungen an die Haltbarkeit von Traktionsbatterien berücksichtigt.

Bei der Abgaspartikelmessung gewinnt insbesondere die Erfassung kleinerer Partikel ab 10 Nanometern an Bedeutung. Gleichzeitig wird die Dauerhaltbarkeit emissionsrelevanter Systeme stärker in den Mittelpunkt gerückt. Für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge umfasst die Hauptlebensdauer künftig acht Jahre beziehungsweise 160.000 km; darüber hinaus sieht die Verordnung zusätzliche Anforderungen für eine verlängerte Lebensdauer vor.

Diese Entwicklung erhöht die Bedeutung einer langfristig stabilen Motorfunktion. Verschleiß, Ölverbrauch, Ablagerungsbildung und die Alterung von Abgasnachbehandlungskomponenten können die Emissionscharakteristik eines Fahrzeugs über seine Nutzungsdauer beeinflussen.

Die technische Herausforderung besteht daher nicht allein darin, niedrige Emissionen bei der Typgenehmigung nachzuweisen, sondern die Funktionsfähigkeit emissionsrelevanter Systeme auch unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen und über längere Nutzungszeiträume sicherzustellen.

Technische Leistungsanforderungen an moderne Motorenöle
Euro 7 schreibt keine eigenständigen Motorenölspezifikationen vor. Die Anforderungen an geeignete Schmierstoffe ergeben sich weiter aus der jeweiligen Motorkonstruktion, den Herstellervorgaben und etablierten Leistungsstandards wie ACEA, API und ILSAC.

Für moderne europäische Benzin- und Dieselmotoren mit Abgasnachbehandlung sind insbesondere die ACEA-C-Kategorien relevant. Sie definieren unter anderem Anforderungen an die chemische Zusammensetzung, die Hochtemperaturviskosität und das Leistungsverhalten der Schmierstoffe.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der begrenzte Gehalt an sulfatierter Asche, Phosphor und Schwefel, zusammengefasst unter dem Begriff SAPS (Sulphated Ash, Phosphorus, Sulphur). Diese Bestandteile sind teilweise mit leistungsfähigen Additivsystemen verbunden, können jedoch bei ungünstiger Zusammensetzung und entsprechendem Öleintrag zur Aschebeladung von Partikelfiltern oder zur Beeinträchtigung katalytischer Systeme beitragen.

Low- und Mid-SAPS-Schmierstoffe sind deshalb ein wichtiger Bestandteil moderner Motoren- und Abgasnachbehandlungskonzepte.

Während ACEA C3 auf Anwendungen mit einer HTHS-Viskosität von mindestens 3,5 mPa·s ausgerichtet ist, ermöglichen ACEA C5 und C6 niedrigere HTHS-Viskositäten von mindestens 2,6 und unter 2,9 mPa·s. Die Kategorie ACEA C7 erweitert das Spektrum auf besonders niedrigviskose SAE-0W-16-Anwendungen.

Die HTHS-Viskosität (High Temperature High Shear) beschreibt das Fließverhalten eines Schmierstoffs bei 150 °C unter hoher Scherbeanspruchung. Sie ist ein wichtiger Parameter für die Auslegung des Schmierfilms und die mechanischen Reibungsverluste im Motor.

Niedrigere Viskositäten können zur Verringerung hydrodynamischer Reibungsverluste beitragen. Voraussetzung ist jedoch stets, dass der Motor konstruktiv für das entsprechende Viskositätsniveau ausgelegt ist und die erforderliche Verschleißschutzleistung gewährleistet bleibt.

Auch die amerikanischen Standards API SQ und ILSAC GF-7 stellen hohe Anforderungen an moderne Ottomotorenöle. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Schutz vor vorzeitigen Verbrennungsereignissen bei niedriger Drehzahl (Low-Speed Pre-Ignition, LSPI), die Begrenzung des Steuerkettenverschleißes, die Kontrolle von Hochtemperaturablagerungen und die Kraftstoffeffizienz.

Gerade bei hochaufgeladenen, hubraumreduzierten Benzinmotoren mit Direkteinspritzung sind diese Eigenschaften von erheblicher technischer Bedeutung.

Moderne Abgasnachbehandlung stellt zusätzliche Anforderungen an Schmierstoffe
Dieselpartikelfilter (DPF), Ottopartikelfilter (GPF), Dreiwegekatalysatoren (TWC) und SCR-Systeme sind wesentliche Bestandteile moderner Emissionsminderungskonzepte.

Die eingesetzten Schmierstoffe müssen dabei unterschiedliche Anforderungen miteinander verbinden: zuverlässige Schmierung unter thermischer und mechanischer Belastung, kontrollierte Ablagerungsbildung, Oxidationsstabilität sowie eine auf die Abgasnachbehandlung abgestimmte Additivchemie.

Insbesondere der Eintrag anorganischer Asche in Partikelfilter ist langfristig relevant, da diese im Gegensatz zu brennbaren Rußpartikeln nicht durch eine reguläre Filterregeneration entfernt werden kann.

Auch die Verdampfungsverluste des Motorenöls spielen eine Rolle. Eine geringe Ölflüchtigkeit, beispielsweise charakterisiert durch das NOACK-Prüfverfahren, kann dazu beitragen, den Ölverbrauch und damit den Eintrag ölstämmiger Bestandteile in das Abgassystem zu begrenzen.

Aus Sicht der MANNOL sind deshalb nicht einzelne Eigenschaften wie die Viskosität isoliert zu betrachten. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel aus Grundöltechnologie, Additivierung, thermischer Stabilität und den Anforderungen des jeweiligen Motors.

MANNOL: Schmierstofflösungen für unterschiedliche Motorentechnologien
Die MANNOL verfügt bereits heute über Motorenöle, deren Leistungsprofile wichtige Anforderungen moderner emissionsoptimierter Verbrennungsmotoren adressieren.

MANNOL Molibden Ultra 5W-30 (7916) verbindet die Leistungsklassen ACEA C2 und C3 mit API SQ und ILSAC GF-7A. Die Formulierung mit molybdänhaltigen Reibungsmodifikatoren ist auf die Reduzierung von Reibung und Verschleiß ausgerichtet. Gleichzeitig berücksichtigt das Produkt Anforderungen moderner Motoren mit Abgasnachbehandlung. Damit deckt es ein breites Spektrum technischer Einsatzprofile ab, sofern die jeweilige Herstellervorgabe erfüllt wird.

MANNOL Legend Formula C5 0W-20 (7921) ist auf niedrigviskose Anwendungen nach ACEA C5 ausgerichtet. Durch die abgesenkte HTHS-Viskosität kann es in dafür ausgelegten Motoren zur Verringerung von Reibungsverlusten beitragen. Die Formulierung berücksichtigt zugleich die Anforderungen moderner Abgasnachbehandlungssysteme. Für das Produkt liegen unter anderem die Herstellerfreigaben Mercedes-Benz MB 229.71 und MB 229.72 vor.

MANNOL Hybrid SP 0W-16 (7920) adressiert besonders niedrigviskose Ottomotorenanwendungen und Hybridantriebe. Das auf PAO- und Esterkomponenten basierende Motorenöl wird mit den Leistungsniveaus API SQ (Resource Conserving) und ILSAC GF-7B ausgewiesen. Die niedrige Viskosität unterstützt die Reduzierung von Reibungsverlusten in dafür konstruierten Motoren. Gleichzeitig stehen Kaltstarteigenschaften, Verschleißschutz und die Beherrschung von Ablagerungen im Fokus.

Gerade bei Hybridfahrzeugen, deren Verbrennungsmotor häufig unter wechselnden thermischen Bedingungen arbeitet und wiederholten Startvorgängen ausgesetzt ist, sind diese Eigenschaften von besonderer Bedeutung.

Die drei Produkte verdeutlichen, dass moderne Schmierstoffentwicklung unterschiedliche technische Ansätze verfolgt. Ein universelles Motorenöl für sämtliche Euro-7-Fahrzeuge wird es nicht geben, wie die MANNOL erklärt. Maßgeblich bleiben die konkrete Motorkonstruktion, die geforderte Viskositätsklasse sowie die verbindlichen Spezifikationen des Fahrzeugherstellers.

Euro 7 als langfristiger Maßstab für die Schmierstoffentwicklung
Die MANNOL betrachtet die Einführung von Euro 7 als Teil einer umfassenderen technologischen Entwicklung. Höhere Anforderungen an Emissionsbeständigkeit, Energieeffizienz und Dauerhaltbarkeit moderner Antriebssysteme erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Schmierstoffformulierungen.

Dabei kommt es zunehmend darauf an, unterschiedliche technische Zielsetzungen miteinander zu verbinden: möglichst geringe Reibungsverluste, hohe Verschleißschutzreserven, kontrollierte Ölalterung und die Verträglichkeit mit komplexen Abgasnachbehandlungssystemen.

Für Werkstätten und den technischen Fachhandel steigt damit die Bedeutung einer präzisen Produktauswahl. Eine geeignete SAE-Viskositätsklasse allein ist kein ausreichendes Auswahlkriterium. Entscheidend sind die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Leistungsstandards.

„Euro 7 ist aus unserer Sicht nicht nur eine Weiterentwicklung der Emissionsgesetzgebung, sondern vor allem ein Signal für höhere Anforderungen an die technische Dauerhaltbarkeit moderner Fahrzeuge. Die Herausforderung für die Schmierstoffindustrie besteht darin, Reibungsverluste und damit den Energiebedarf weiter zu reduzieren, ohne Kompromisse beim Verschleißschutz oder bei der Funktionsfähigkeit der Abgasnachbehandlung einzugehen“, erklärt Konstantin Gaab, Geschäftsführer der MANNOL/SCT Germany.

Mit modernen Leistungsstandards wie ACEA C5, C6 und C7 sowie API SQ und ILSAC GF-7 stünden der Branche laut K. Gaab wichtige technische Grundlagen zur Verfügung. Entscheidend werde sein, diese Anforderungen in leistungsfähige, auf die jeweiligen Motorenkonzepte abgestimmte Formulierungen umzusetzen.

„Mit unserem bestehenden MANNOL-Portfolio bedienen wir bereits unterschiedliche moderne Antriebstechnologien. Gleichzeitig sehen wir die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Schmierstoffe als wesentliche Voraussetzung, um auch künftigen Anforderungen der Fahrzeughersteller gerecht zu werden.

Unser Anspruch ist es, nicht lediglich auf regulatorische Veränderungen zu reagieren, sondern deren technische Konsequenzen frühzeitig zu verstehen und bei der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios zu berücksichtigen“, erklärt K. Gaab die Anforderung der MANNOL an sich selbst.

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