INERATEC und Zeopore treiben Hydrocracking-Technologie der nächsten Generation für kohlendioxidneutrale Kraftstoffe und Chemikalien voran

Gesch. Lesedauer: 3 Minuten
Allgemein, Wasserstoff
INERATEC und Zeopore wollen die Produktion von kohlendioxidneutralen E-Fuels und E-Chemicals durch eine Kombination aus innovativer Hydrocracking-Technologie und leistungsfähigen Katalysatoren effizienter gestalten.
Foto: INERATEC

Die INERATEC GmbH, Karlsruhe, und die Zeopore Technologies NV, Löwen, geben eine erfolgreiche Technologiekooperation bekannt, die eine effizientere und wirtschaftlich wettbewerbsfähigere Produktion kohlendioxidneutraler E-Fuels und E-Chemicals ermöglicht.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht das neu entwickelte Hydrocracking-Verfahren der INERATEC, das darauf ausgelegt ist, Fischer-Tropsch-Wachse aus der Power-to-Liquid-Produktion zu hochwertigen, drop-in-fähigen Kraftstoffen und Chemikalien aufzuwerten. Die einzigartige Meso-Zeolith-Katalysatortechnologie der Zeopore steigert die Leistungsfähigkeit dieses Prozesses zusätzlich, indem sie katalytische Selektivität, Aktivität und Lebensdauer verbessert. Gemeinsam verfolgen die Unternehmen das Ziel, die Produktion nachhaltiger Kraftstoffe und Chemikalien schnell, skalierbar und mit reduziertem technologischen Risiko in den industriellen Maßstab zu überführen.

Effizienter Weg zur klimaneutralen Kraftstoffproduktion
Die wegweisenden, modularen Power-to-Liquid-Anlagen der INERATEC decken die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltiger Kraftstoffproduktion ab – von grünem CO2 und Wasserstoff bis hin zu drop-in-fähigen Kraftstoffen und Chemikalien. Im Kern des Verfahrens werden die Reverse-Water-Gas-Shift-Reaktion und die Niedertemperatur-Fischer-Tropsch-Synthese optimal miteinander gekoppelt, um erneuerbare Rohstoffe in hochwertige synthetische Kohlenwasserstoffe umzuwandeln.

Durch die direkte Integration von Mikrostrukturtechnologie in gestapelte Reaktorfolien mit extrem feinen Kanälen ermöglicht der INERATEC einen außergewöhnlich präzisen Stoff- und Wärmeaustausch über den gesamten Prozess hinweg. Dieses innovative Reaktordesign maximiert die Energieeffizienz, passt sich dynamisch an schwankende Einspeisungen erneuerbarer Energien an und bietet eine hoch skalierbare Lösung für die klimaneutrale Produktion von Kraftstoffen und Chemikalien.

Proprietäre Hydrocracking-Technologie der INERATEC
Schwere Wachse, die in der Fischer-Tropsch-Synthese entstehen, können in einer nachgeschalteten Hydrocracking-Stufe zu hochwertigen E-Fuels veredelt werden. Dabei werden langkettige Paraffine in verzweigte Kohlenwasserstoffe mit optimalen Kraftstoffeigenschaften gespalten und isomerisiert – darunter niedrigere Gefrierpunkte und eine verbesserte Motorenperformance. Um die Prozesseffizienz weiter zu erhöhen und das modulare Power-to-Liquid-Konzept zu stärken, hat die INERATEC eine eigene proprietäre Upgrading-Technologie entwickelt: ein skalierbares, modulares und kosteneffizientes Hydrocracking-Verfahren, das speziell für die Umwandlung von Fischer-Tropsch-Wachsen in drop-in-fähige nachhaltige Kraftstoffe und Chemikalien ausgelegt ist. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Höhere E-SAF-Ausbeute: Der innovative Niederdruck-Hydrocracking-Ansatz erzielt eine höhere E-SAF-Ausbeute, indem er interne Diffusionslimitierungen durch ein fortschrittliches Katalysatordesign überwindet und so eine effizientere Umwandlung von FT-Syncrude in nachhaltigen Flugkraftstoff ermöglicht.
  • Niedrigere OPEX: Die vereinfachte Prozesskonfiguration senkt die Betriebskosten, indem sie die Prozesskomplexität reduziert, energieintensive Prozessschritte minimiert und den Bedarf an Hochdrucksystemen, Dampfintegration sowie umfangreicher nachgelagerter Aufbereitung vermeidet.
  • Niedrigere CAPEX: Die schlanke Anlagenarchitektur reduziert den erforderlichen Kapitaleinsatz, indem sie auf komplexe Hochdruckausrüstung verzichtet und die Zahl zentraler Prozesseinheiten verringert – und unterstützt damit eine kompaktere und besser skalierbare E-SAF-Produktionslösung.

Diese proprietäre Technologie erweitert die integrierte Wertschöpfungskette der INERATEC und stärkt die Position des Unternehmens als Technologieführer in der Power-to-Liquid-Produktion – von CO2- und Wasserstoff-Rohstoffen bis hin zu Endprodukten, die in bestehender Infrastruktur eingesetzt werden können.

Zeopore-Katalysatoren als zentraler Leistungshebel
Durch die Integration der Katalysatortechnologie der Zeopore in das Hydrocracking-Verfahren hebt die INERATEC die Prozesseffizienz auf ein neues Niveau. Die optimierte Struktur des Katalysators mit gezielt eingebrachten „Mesoporen“, die als interne molekulare Transportwege dienen, ermöglicht eine hoch kontrollierte Umwandlung von Fischer-Tropsch-Wachsen in hochwertige Kraftstoffe und Chemikalien.

Die Kombination der proprietären Hydrocracking-Technologie und des modularen Reaktordesigns der INERATEC mit den hochleistungsfähigen Zeolith-Katalysatoren der Zeopore ist ein wichtiger Performance-Booster – sie verbessert Effizienz, Produktqualität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der synthetischen Kraftstoffproduktion. Die komplementäre Zusammenarbeit baut auf der umfassenden Erfahrung von Zeopore in der Optimierung von Zeolithen für Cracking-, Isomerisierungs-, Aromatisierungs- und Alkoholumwandlungsprozesse auf. Die Zeopore nutzt diese tiefgehende Expertise bereits aktiv zur Optimierung von Hydrocracking- und Dewaxing-Prozessen in der konventionellen Kraftstoffproduktion und erweitert den Fokus zugleich auf nachhaltige CO2-Umwandlungsprozesse.

Leistungsvorteile durch den Einsatz von Zeopore-Katalysatoren im Niederdruck-Hydrocracking
Umfangreiche katalytische Tests in den Anlagen der INERATEC haben erfolgreich gezeigt, dass die Katalysatoren von Zeopore traditionelle Diffusions- und Selektivitätsgrenzen konventioneller Zeolithe überwinden. Dadurch erzielt der integrierte Prozess messbare Effizienzgewinne entlang der gesamten Produktionskette:

  • Höhere Kohlenstoffnutzung: Eine verbesserte Rohstoffausbeute trägt dazu bei, einen größeren Anteil des eingesetzten CO2 in Ziel-Kraftstofffraktionen statt in unerwünschte Nebenprodukte umzuwandeln. Außerdem reduziert der Zeopore-Katalysator die Deaktivierungsraten deutlich, vervielfacht die Katalysatorlebensdauer und hält nahezu vollständige Umwandlungsgrade aufrecht.
  • Niedrigere Betriebstemperatur: Der Zeopore-Katalysator ermöglicht den Betrieb bei deutlich niedrigeren Reaktionstemperaturen, spart kostenintensive Energie und reduziert die Prozessschärfe.
  • Reduzierter Wasserstoffverbrauch: Die Minimierung von Übercracking senkt den Wasserstoffverbrauch im zweistelligen Prozentbereich und adressiert damit direkt einen der wichtigsten Kostentreiber in der E-Fuels-Produktion.
  • Geringere Nebenproduktbildung: Die verbesserte katalytische Selektivität unterdrückt die Entstehung unerwünschter leichter Gase, vereinfacht den nachgelagerten Prozess und verbessert die Gesamteffizienz.
  • Industrielle Robustheit: Die modifizierten Zeolithe von Zeopore haben über längere Betriebszeiträume Stabilität und Wiederverwendbarkeit gezeigt und verbessern damit die langfristige Anlagenleistung und Wirtschaftlichkeit.

Tim Böltken, Chief Executive Officer der INERATEC, sagte zur Zusammenarbeit: „Die Katalysatortechnologie von Zeopore ergänzt die Prozessinnovation von INERATEC hervorragend. Die Performance des Katalysators ist ein zentraler Baustein für ein hocheffizientes und wettbewerbsfähiges Hydrocracking-Verfahren. Wir freuen uns sehr zu sehen, wie stark die Lösung von Zeopore unseren eigenen Technologieansatz unterstützt. Gemeinsam treiben wir einen skalierbaren Weg zu einer effizienteren Produktion nachhaltiger, drop-in-fähiger Kraftstoffe und Chemikalien voran.“

Kurt Du Mong, CEO der Zeopore, fügte hinzu: „Unser Ziel ist es, den Preisaufschlag nachhaltiger Kraftstoffproduktion zu reduzieren und ihre Industrialisierung voranzubringen. Zu sehen, welchen erheblichen Mehrwert unsere Meso-Zeolithe für führende Technologien wie INERATECs ERA ONE schaffen, ist äußerst motivierend. Wir sind nun bereit für die Skalierung und laden Partner ein, gemeinsam mit uns die Zukunft nachhaltiger Raffination zu gestalten.“

Mit dieser engen Zusammenarbeit wollen beide Partner die Produktion synthetischer Kraftstoffe effizienter, skalierbarer und wirtschaftlich wettbewerbsfähiger machen. Durch die Beschleunigung der industriellen Skalierung schaffen sie eine belastbare Grundlage für eine bezahlbare, klimafreundliche Energieversorgung.

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