H2 MOBILITY nimmt Wasserstofftankstelle am Flughafen Hannover-Langenhagen in Betrieb

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V.l.n.r.: Peter Röskes, Schreck + Batz Logistik, und Martin Jüngel, H2 MOBILITY, vor dem Miet-Lkw an der neuen Wasserstofftankstelle auf dem Autohof Hannover Airport.
Foto: H2 Mobility

Pünktlich zur IAA Transportation, die weltweit führende Leitmesse für Logistik, Nutzfahrzeuge, Busse und den Transportsektor vom in Hannover, ging die neue Wasserstofftankstelle der H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG, Berlin, am Flughafen Hannover-Langenhagen in den Probebetrieb. Nutzfahrzeuge und Pkw können ab sofort an der Station tanken. Ein Langenhagener Logistikunternehmen unterzieht den klimafreundlichen Kraftstoff direkt einem Praxistest.

Gemeinsam mit Logistikunternehmen, die Wasserstoff bereits in ihrem Fuhrpark nutzen, wurde die Station am Autohof Hannover Airport am 14. September 2026 offiziell in den Probebetrieb überführt. Das in Langenhagen ansässige Logistikunternehmen Schreck + Batz Logistik GmbH nahm einen Wasserstoff-Lkw zu Testzwecken entgegen.

Mirko Heuer, Bürgermeister der Stadt Langenhagen, sagte: „Mit dem Multi-Fuel Autohof ist in diesem Jahr ein Mobilitätsstandort entstanden, der sehr gut zu Langenhagen passt – technologieoffen, verkehrsgünstig gelegen und mit unterschiedlichen Lösungen für eine klimafreundlichere Mobilität. Die neue Wasserstofftankstelle ergänzt dieses Angebot um einen weiteren wichtigen Baustein. Gerade an einem Standort wie Langenhagen, der durch Flughafen, Autobahnen und ein entsprechend hohes Verkehrsaufkommen geprägt ist, müssen wir daran arbeiten, Mobilität und Güterverkehr möglichst emissionsarm zu gestalten. Besonders freut mich deshalb, dass mit Schreck + Batz Logistik ein Langenhagener Unternehmen die Technologie unmittelbar im täglichen Betrieb erprobt. So zeigt sich ganz praktisch, welchen Beitrag neue Antriebe zur Transformation der Mobilität leisten können.“

Logistikregion Hannover baut Infrastruktur für Wasserstoff aus
Die neue Wasserstofftankstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Flughafens Hannover-Langenhagen sowie der Autobahnen A2 und A7. Damit liegt sie an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Norddeutschlands, am europäischen TEN-T-Korridor Nordsee-Ostsee und bietet sowohl regionalen Flotten als auch dem überregionalen Güterverkehr Zugang zu öffentlicher Betankungsinfrastruktur.

Jessica Porada, Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Langenhagen, erklärte: „Eine leistungsfähige und zugleich zukunftsfähige Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Unternehmen. Mit der Wasserstofftankstelle entsteht in Langenhagen eine weitere Möglichkeit, alternative Antriebstechnologien unter realen Bedingungen einzusetzen. Das erleichtert ansässigen Unternehmen den Einstieg in neue Technologien und schafft Raum für praktische Erfahrungen. Für uns als Wirtschaftsförderung ist genau diese Verbindung wichtig, das heißt gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen vor Ort zu schaffen und gleichzeitig die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen.“

Versorgung mit RFNBO-konformem Wasserstoff
Die Station ist mit zwei Zapfsäulen für die Versorgung von Lkw, Bussen und Pkw ausgelegt und wird mit grünem Wasserstoff versorgt, der die EU-Kriterien für RFNBO-Kraftstoffe erfüllt, das heißt der für die Wasserelektrolyse notwendige Strom stammt ausschließlich aus erneuerbaren Energien. Der RFNBO-Wasserstoff („Renewable Fuels of Non-Biological Origin“) hilft, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und erwirtschaftet im THG-Quotenhandel Erlöse, die der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff im Verkehrssektor sind. Eine Vollbetankung erfolgt je nach Fahrzeugtyp bei 350 bar, 500 bar oder 700 bar und dauert rund fünf bis zehn Minuten.

Die Station erfüllt die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung für den auf EU-Ebene vorgeschriebenen Aufbau von Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe. In der Logistik ist Wasserstoff für Anwendungen mit hohen Reichweiten und kurzen Standzeiten sowie für Depot-Standorte mit begrenzten Netzkapazitäten ein wichtiger Kraftstoff für emissionsarme Mobilität.

Martin Jüngel, Geschäftsführer und Chief Financial Officer der H2 MOBILITY, betonte: „Die IAA Transportation zeigt in diesen Tagen, dass die Bedeutung von Wasserstoff für die Dekarbonisierung des straßengebundenen Güterverkehrs in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen hat. Der gesamte Markt von Fahrzeugherstellern bis Energieproduzenten arbeitet intensiv am Hochlauf der E-Mobilität mit Wasserstoff. Wir sehen das vor allem an den neuen Modellen und den vielen Neuheiten, die auf der Messe präsentiert werden. Mit der neuen Tankstelle am Flughafen Hannover-Langenhagen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen wasserstoffbasierte Fahrzeuge, ob mit Verbrennungsmotor oder Brennstoffzellenantrieb, in der Region und darüber hinaus im Tagesgeschäft einsetzen können.“

Die Wasserstofftankstelle wird im Rahmen der Förderrichtlinie Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase 2 (NIP2) mit bis zu 5.831.000 Euro durch das BMV Bundesministerium für Verkehr, Berlin, gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH, Berlin, koordiniert und durch den PtJ Projektträger Jülich (Forschungszentrum Jülich GmbH) umgesetzt.

Johannes Daum, Sprecher und Bereichsleiter Mobilitätstechnologie der NOW GmbH, unterstrich: „Die neue Wasserstofftankstelle am Flughafen Hannover-Langenhagen zeigt, wie die Förderung des Bundes konkrete Anwendungen ermöglicht. Dort, wo Infrastruktur aufgebaut und von Unternehmen unmittelbar genutzt wird, entsteht wertvolle Praxiserfahrung für den Markthochlauf. Solche Standorte werden zu Kristallisationspunkten funktionierender Wasserstoff-Wertschöpfungsketten und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der europäischen AFIR-Anforderungen.“

Mobilitätsstandort Flughafen Hannover-Langenhagen
Die Wasserstofftankstelle ist Teil des Multi-Fuel-Autohofs der Mundt-Unternehmensgruppe, an dem unterschiedliche klimafreundliche Energieträger verfügbar sind. Bernd Schrader, Betriebsleiter des Autohof Hannover Airport, bekräftigte: „Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein möglichst breites und zukunftsorientiertes Angebot bereitzustellen. Die Wasserstofftankstelle ergänzt unser Konzept eines technologieoffenen Mobilitätsstandorts und stärkt Hannover-Langenhagen als attraktiven Anlaufpunkt für Logistik, Gewerbe und Fernverkehr.“

Schreck + Batz Logistik startet Vergleichstest zum Diesel-Lkw
Das Unternehmen Schreck + Batz Logistik sieht im Wasserstoffantrieb eine Möglichkeit, die Dekarbonisierung seiner Flotte voranzutreiben, ohne eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen. Die Firma betreibt Transport- und Logistikdienstleistungen für verschiedene Branchen, unter anderem die Chemie- und Milchpulverwirtschaft in der Region Hannover. Sie testet ab sofort im Realbetrieb den Brennstoffzellen-Lkw XCIENT Fuel Cell, der Hyundai Motor Group, und nahm hierfür am Montagvormittag an der Wasserstofftankstelle ein Test-Fahrzeug der H2 MOBILITY entgegen, welches in Kooperation mit dem emissionsfreien Nutzfahrzeugvermieter hylane bereitgestellt wird. Die Praxistauglichkeit des Fahrzeugs wird in den kommenden Wochen auf Routen, die das Unternehmen bisher mit Diesel-Lkw fährt, rund um Hannover getestet. Geplant ist der Einsatz in der Filialbelieferung einer Handelskette.

Peter Röskes, geschäftsführender Gesellschafter der Schreck + Batz Logistik, hob hervor: „Wir haben schon Batterie- und LNG-Trucks getestet. Wasserstoff zählt für uns zu den vielversprechenden Antriebsoptionen im Schwerlastverkehr. Mit dem Fahrzeug möchten wir Praxiserfahrung sammeln, Fahrer für diesen Antrieb begeistern und prüfen, wie sich die Nutzung in unseren Transportabläufen bewährt.“

Wasserstofffahrzeuge für unterschiedliche Anwendungen
Im Rahmen eines Pressetermins am am 14. September 2026 kamen Akteure entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette an der neuen Tankstelle zusammen, vor allem Speditionen, die bereits mit Wasserstoff in ihrem Fuhrpark fahren. Darunter H2 Green Power & Logistics, WTK Stratmann sowie Gettrans. Die Firmen zeigten die wasserstoffbasierten Lkw-Modelle XCIENT Fuel Cell und hTGX, der MAN SE, München, die sie bereits im täglichen Betrieb, zum Beispiel auf Routen zwischen Nordrhein-Westfalen, Hannover und Magdeburg im Einsatz haben. Ergänzt wurde das Spektrum der ausgestellten Nutzfahrzeuge durch den Brennstoffzellenbus KITE HYDROLINER FCEV, der Wrightbus Ldt., Ballymena, der die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im öffentlichen Personennahverkehr verdeutlichte.

Mit dem iX5 Hydrogen, der BMW Bayerische Motoren Werke AG, München, der Pilotflotte und dem neuen Hyundai NEXO waren auch zwei Brennstoffzellen-Pkw vertreten. Die Hersteller setzen auf Wasserstoff als Ergänzung batterieelektrischer Antriebe. Unterstützung erhält dieser Ansatz vor allem durch den Ausbau der Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur für den Schwerlastverkehr, an deren Tankstelle auch Pkw tanken können. Insgesamt verdeutlichten die ausgestellten Fahrzeuge einen Teil der bereits verfügbaren Bandbreite von Wasserstoff-Anwendungen im Verkehr.

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