eFarm: Spatenstich für „grüne“ Wasserstofferzeugung in Langenhorn und Eröffnung des Produktionsstandortes Dörpum

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Erneuerbarer H2, Wasserstoff
v.l.n.r.: Janne Petersen (Ockholm-Langenhorn Erlös- und Infrastruktur GmbH & Co. KG), Hansjörg Brunk (Ockholm-Langenhorn Erlös- und Infrastruktur GmbH & Co. KG ), André Steinau (Geschäftsführer eFarm und GP JOULE HYDROGEN), Frank Zahel (Kreispräsident Nordfriesland), Olde Oldsen (Bürgermeister Langenhorn) beim symbolischen Spatenstich in Langenhorn.
Foto: GP JOULE

Die eFarming GmbH & Co. KG, Reußenköge, erreicht weitere Meilensteine: Das 2016 geplante und 2022 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnete Projekt steht mit dem Spatenstich für die Wasserstoffproduktion am Standort Langenhorn und der offiziellen Eröffnung des Produktionsstandortes Dörpum kurz vor der Finalisierung. Das feierten am Donnerstag Langenhorns Bürgermeister Olde Oldsen, Bordelums Bürgermeisterin Susanne Bahnsen, Kreispräsident Frank Zahel, André Steinau, Geschäftsführer der eFarm, sowie weitere Gesellschafter und Projektinvolvierte der eFarm Nordfriesland.

Laut A. Steinau fehlt mit dem symbolischen Spatenstich am Standort Langenhorn nur noch ein letztes Puzzlestück im Projekt eFarm Nordfriesland. Er zeigt sich stolz, damit eine Blaupause für die nachhaltige und regionale Wasserstoff-Infrastruktur geschaffen zu haben. Das Projekt zeigt, dass 100 % erneuerbare Energien für alle funktionieren kann.

O. Oldsen zeigt sich erfreut, dass die Gemeinde jetzt aktiv Teil der Energiewende wird. Mit „grünem“ Wasserstoff aus Langenhorn wird künftig zum sauberen Verkehr in der Region beigetragen.

Nach dem symbolischen Spatenstich für die Elektrolyse in Langenhorn ging es für die Festgesellschaft mit dem Wasserstoffbus nach Dörpum, einem Ortsteil von Bordelum. Mit der offiziellen Eröffnung des Produktionsstandortes werden hier fortan über 35 t/a „grüner“ Wasserstoff produziert und für die emissionsfreie Mobilität zur Verfügung gestellt. Nach Aussage von S. Bahnsen decken bereits jetzt Dörpum und die gesamte Gemeinde Bordelum ihren Strombedarf bilanziell vollständig mit Windkraft, Photovoltaik und Biogas. Die reichlich vorhandenen Windkraft aus der Region kann jetzt in Form von „grünem“ Wasserstoff an die nächstgelegenen Wasserstofftankstellen exportiert werden.

Das Projekt eFarm schafft Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Region, indem es einen sichtbaren Nutzen für die breite Bevölkerung erzielt. Es wirkt netzdienlich im Energiesystem, weil es Überschussstrom nutzt und vorhandene Kapazitäten besser auslastet. Beide Faktoren helfen, die Energiewende zu beschleunigen.

eFarm Nordfriesland – von der Konzeptidee zum Leuchtturmprojekt
Aus der 2016 geborenen Konzeptidee, mit Windkraft aus der Region tankbaren „grünen“ Wasserstoff direkt vor Ort zu produzieren, ist nach weniger als fünf Jahren Realität geworden: Im August 2021 nahm die eFarm Nordfriesland den Regelbetrieb auf. Zwischen der Idee und der tatsächlichen Realisierung lagen eine Machbarkeitsstudie, diverse Fördermittelanträge und jede Menge Arbeit an den Baustellen vor Ort. Aber auch echte Höhepunkte, wie zum Beispiel die Einweihung des ersten Produktionsstandortes in Bosbüll durch den damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer oder die Auszeichnung mit dem Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie „Veränderung“ des BMDV Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, Berlin, im Jahr 2022.

Mit dem symbolischen Spatenstich in Langenhorn und der Eröffnung in Dörpum begibt sich das Projekt jetzt auf die Zielgerade. Voraussichtlich Ende 2023 wird das ursprüngliche Konzept vollständig umgesetzt und die eFarm Nordfriesland mit fünf Elektrolyseuren an vier Produktionsstandorten, zwei H2-Tankstellen, zwei Wasserstoffbussen des ÖPNV und über 60 angemeldeten Brennstoffzellenfahrzeugen im Kreis Nordfriesland in Betrieb sein.

Das Prinzip eFarm: „grüne“ Energie aus Wasserstoff
Die Pionierleistung des Projekts eFarm liegt in der Nutzung von Wasserstoff als Speicher und nachhaltigem Energieträger für die Mobilität. Der Strom aus regionalen Wind- und Solaranlagen wird an vier Standorten in Nordfriesland per Elektrolyse in „grünen“ Wasserstoff umgewandelt. Dieser wird anschließend komprimiert, in mobilen Speichercontainern gelagert und anschließend per Lkw zu den H2-Tankstellen in Niebüll und Husum transportiert. Dort können Brennstoffzellenfahrzeuge den Wasserstoff tanken. Die tägliche produzierte Menge würde für zwölf Busse oder 120 Pkw ausreichen. Die bei der Elektrolyse entstandene Wärme wird in das lokale Wärmenetz eingespeist und so direkt in den Gemeinden der Region genutzt. Auf diese Weise werden nahezu 95 % der volatilen Windenergie verwendet und für verschiedene Sektoren nutzbar gemacht, während andere Anlagen oft abgeschaltet werden müssen und so weniger effizient sind.

Nach dem Vorbild von eFarm sind auch in anderen Gemeinden und Landkreisen gemeinsam mit Projektpartnern vor Ort regionale Wasserstoffnetzwerke entstanden. In Ostfriesland initiierte die GP JOULE GmbH, Reußenköge, zum Beispiel das Projekt H2NORD. Und auch in Bremerhaven, Kiel und Waiblingen starten bald erste Bauarbeiten für die „grüne“ Wasserstoffproduktion und Nutzung in der Mobilität.

Über GP JOULE
Die GP JOULE ist als integrierter Energieversorger in allen Bereichen der Energie-Wertschöpfungskette aktiv: von der Erzeugung bis zur Nutzung – und von der Beratung über die Finanzierung und Projektierung bis zum Bau und Service. Die GP JOULE produziert und vermarktet Wind- und Solarstrom, „grünen“ Wasserstoff und Wärme und setzt die Energie dort ein, wo es am effektivsten ist: in der Elektro- und Wasserstoffmobilität, in Haushalten und in der Industrie. So gestaltet die GP JOULE nach eigenen Angaben aus Deutschland heraus seit 2009 das Energiesystem mit Zukunft in Europa.

Die GP JOULE wurde für das Wasserstoffmobilitätsprojekt eFarm mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2022 ausgezeichnet.

Über eFarm
Das Wasserstoff-Verbundprojekt eFarm wurde 2017 von der GP JOULE initiiert. In der geschäftsführenden eFarming GmbH & Co. KG engagieren sich 20 regionale Gesellschafter, darunter Bürgerwind- und Solarparks sowie Stadtwerke. Im Zuge des Projekts wurde eine lokale Wasserstoff-Infrastruktur geschaffen, die von der Erzeugung durch Elektrolyse über die Verbreitung bis zur Flottennutzung in Brennstoffzellenfahrzeugen reicht. Zum Projekt gehören fünf Elektrolyseanlagen in der Nähe von bestehenden Windparks, zwei Wasserstofftankstellen, zwei Brennstoffzellenbusse und bisher dreißig Brennstoffzellen-Pkws. Für die Anschaffung von weiteren rund 100 Fahrzeugen liegen bereits Interessenbekundungen vor. Die an den Elektrolyseuren entstehende Abwärme wird zum Beheizen von Gebäuden genutzt.

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