Avenergy Suisse: Marktlage vom 9. Januar 2023

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International
Foto: eot

Die Avenergy Suisse, Zürich, gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage des Energiemarktes: Energiepreise zu Beginn des neuen Jahres lassen durchaus Vergleiche zu mit jenen vor dem Beginn des Ukraine-Krieges vor Jahresfrist. Bei dieser verhältnismäßig entspannten Lage könnte es sich allerdings um die Ruhe vor dem Sturm handeln. Die kommenden Wochen sind durch viele Unwägbarkeiten bestimmt.

  • Europa sägt am Ast, auf dem es sitzt, und das Auffangnetz ist noch nicht fertig gestrickt. Anfang Februar 2023 wird die dritte Phase des Boykotts russischer Energie eingeleitet: nach dem Stopp von Rohölimporten auf dem Seeweg und über die Druschba-Pipeline trifft es dann auch die Produkte. Noch ist unklar, ob und wie diese Versorgungslücken gestopft werden. Auf jeden Fall wird die Resilienz der Energieversorgung auf die Probe gestellt.
  • Was macht der Winter in Europa? Die bisherigen hohen Temperaturen haben wesentlich zur Entspannung der Energieversorgungslage beigetragen. Aber noch ist man nicht über den Berg, es sind längere Kälteeinbrüche möglich und zumindest in Teilen Europas wahrscheinlich. Der Dezember letzten Jahres hat gezeigt, dass kaltes Wetter schnell zum Schwinden der vermeintlich gut ausstaffierten Reserven führen kann.
  • Wie verhält sich die OPEC? Das Produzentenkartell gibt sich mit dem aktuellen Preisniveau kaum zufrieden. Viel eher als mit einer Produktionssteigerung ist mit weiteren Kürzungen oder dem Festhalten am Status quo zu rechnen.
  • Was geschieht mit der Nachfrage in China? Derzeit macht die Volksrepublik eine Covid-Infektionswelle durch, deren Ende jedoch absehbar ist. Dann könnte der größte Ölimporteur zu einer beispiellosen Konsum-Aufholjagd ausholen. Startpunkt ist möglicherweise bereits das chinesische Neujahrsfest vom 22. Januar.

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