BMV-Studie: Wasserstoff an Flughäfen zunächst vor allem im Vorfeldbetrieb sinnvoll

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Forschung & Entwicklung, Logistik, Nachhaltigkeit, Unternehmen, Wasserstoff
Flughafen in Saarbrücken: Die Wasserstoffinfrastruktur könnte bald eine wichtige Rolle spielen.
Foto: GP Joule

Eine Studie im Auftrag des BMV Bundesministerium für Verkehr, Berlin, sieht kurzfristig vor allem im Vorfeldbetrieb von Flughäfen Potenzial für Wasserstoff. Ein flächendeckender Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff sei dagegen derzeit nicht sinnvoll.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund, hat im Auftrag des BMV eine Studie zum Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen erstellt. Herausgegeben wurde die Analyse von der NOW GmbH, Berlin. Die Autoren empfehlen modulare Konzepte und regionale Kooperationen als Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen Hochlauf.

Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz von Wasserstoff im Flugbetrieb ist laut Studie nicht zu erwarten. Die Technik im Flugzeug befinde sich noch in der Entwicklung. Zunächst dürften nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, kurz SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Einen großskaligen Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff hält das Fraunhofer IML über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus derzeit nicht für sinnvoll.

Potenziale im Vorfeldbetrieb
Kurz- bis mittelfristig sieht die Studie Chancen vor allem beim Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb. Dazu zählen Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen sollten in abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden. Mobile und reversible Infrastrukturlösungen könnten helfen, Investitionsrisiken zu begrenzen.

Allein reichten diese Anwendungen jedoch nicht aus, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten. Als zentrale Herausforderungen nennt die Studie die begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten.

Regionale Multi-Use-Ansätze als Schlüssel
Einen wesentlichen Hebel sehen die Autoren in der regionalen Vernetzung. Flughäfen könnten ihre Wasserstoffinfrastruktur perspektivisch auch für externe Nutzer öffnen – beispielsweise für Logistik- und Güterverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr oder angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte. In solchen Multi-Use-Ökosystemen übernähmen Flughäfen die Rolle von Integratoren, ohne zwingend selbst Infrastrukturbetreiber zu sein.

Die größten Hemmnisse liegen laut Studie weniger in der Technik als in regulatorischen und wirtschaftlichen Fragen. Dazu zählen fehlende Normen und Standards, komplexe Genehmigungs- und Haftungsfragen sowie Unsicherheiten bei Nachfrage und Geschäftsmodellen.

„Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte“, betont Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Jetzt gilt es die richtigen Weichen zu stellen: „Mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern.“

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