Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur am Standort Etzel schreitet weiter voran. Innerhalb weniger Monate entstand aus einem Betonfundament eine nahezu vollständig installierte Anlage zur Aufbereitung und Verdichtung von Wasserstoff. Damit rückt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Nutzung von Salzkavernen als Wasserstoffspeicher näher.
Vom leeren Betonfundament zur voll installierten Anlage mit Kompressor, Trocknung und Gasreinigung: Die technische Infrastruktur für die Wasserstoffaufbereitung nähert sich der Fertigstellung. Die Anlage bildet die zentralen Prozessschritte eines späteren Regelbetriebs ab, darunter die Abscheidung, Trocknung und Verdichtung von Wasserstoff auf bis zu 175 bar. Verschiedene Messpunkte entlang des Gasstroms überwachen die Prozesse.
Als nächster Meilenstein steht die Inbetriebnahme der Anlage an. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte Multicyclic-Betrieb. Dabei wird Wasserstoff unter realen Lastwechselbedingungen wiederholt ein- und ausgespeichert. Damit sollen die Anforderungen eines künftigen Energiesystems unter praxisnahen Bedingungen getestet werden.
Bereits heute leisten die Erdgaskavernen in Etzel einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und unterstützen die Unabhängigkeit von Marktpreisschwankungen. Künftige Wasserstoffkavernen sollen diese Funktion für die Energiewende übernehmen und so für mehr Systemstabilität sowie Versorgungssicherheit sorgen.
Ein wichtiger Partner des Projekts ist die Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Hannover. Gemeinsam mit der STORAG ETZEL GmbH, Friedeburg-Etzel, verantwortet die Gasunie die Obertageanlage zur Wasserstoffaufbereitung. Nach Angaben der Projektpartner wäre der erreichte Fortschritt ohne die enge Zusammenarbeit der Unternehmen nicht möglich gewesen.
Mit Blick auf den Markthochlauf von Wasserstoff fordern die Beteiligten weiter verlässliche politische Rahmenbedingungen. Dazu zählen planbare Investitionsanreize sowie harmonisierte Reinheitsstandards für Wasserstoff. Aus Sicht der Projektpartner lässt sich bestehende Kaverneninfrastruktur deutlich schneller und wirtschaftlicher für Wasserstoff umrüsten als neue Speicherstandorte zu errichten.
Das Projekt in Etzel zeigt damit, wie vorhandene Infrastruktur für die künftige Wasserstoffwirtschaft genutzt und weiterentwickelt werden kann.





