VNG liefert stabiles Ergebnis 2025 trotz volatilem Marktumfeld

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Die Vorstandsmitglieder der VNG AG ziehen für 2025 eine erfolgreiche Bilanz: Bodo Rodestock (Vorstand Finanzen/Personal), Ulf Heitmüller (Vorstandsvorsitzender) und Hans-Joachim Polk (Vorstand Infrastruktur/Technik).
Foto: Torsten Pross

Die VNG AG, Leipzig, blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, welches sie in Summe mit einem sehr positiven Ergebnis abschließt. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds und großer geopolitischer Unsicherheiten hat die VNG ihren wirtschaftlich stabilen Kurs fortgesetzt. „Unser Fokus liegt weiterhin auf der gaswirtschaftlichen Wertschöpfungskette und dem Betrieb kritischer Infrastruktur. Über alle Geschäftsbereiche sichern wir Versorgungssicherheit mit Gas“, resümiert Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, anlässlich der diesjährigen Bilanzpressekonferenz.

Die VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem bereinigten EBITDA von 422 Mio. Euro abgeschlossen (2024: 430 Mio. Euro). Damit liegt das operative Ergebnis fast auf Vorjahresniveau, aber deutlich über den Erwartungen. Das auf die Anteilseigner der VNG AG entfallende Konzernergebnis beläuft sich auf 200 Mio. Euro (2024: 232 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote stieg von 33 % auf 41 % und festigt die sehr solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des VNG-Konzerns. „Unsere finanzielle Stärke gibt uns die nötige Stabilität, um das Bestandsgeschäft gezielt weiterzuentwickeln, in die Infrastruktur erneuerbarer und dekarbonisierter Gase wie Biogas und Wasserstoff zu investieren und damit zugleich regionale Wertschöpfung zu schaffen. 2025 haben wir konzernweit Investitionen von 244 Mio. Euro getätigt – überwiegend in Ostdeutschland und weitgehend aus eigener Kraft“, betont Bodo Rodestock, VNG-Vorstandsmitglied für Finanzen und Personal. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die VNG einen abgerechneten Umsatz von rund 18 Mrd. Euro (2024: rund 16 Mrd. Euro). Der VNG-Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2025 insgesamt 2.049 Mitarbeitende.

Sichere Gasversorgung bleibt zentrale Aufgabe
Die Versorgungssicherheit stand auch 2025 im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns der VNG. Ein breit diversifiziertes Beschaffungsportfolio aus verlässlichen pipelinegebundenen Liefermengen sowie LNG-Importen, leistungsfähige Speicher und ein belastbares Fernleitungsnetz bildeten das Fundament für eine sichere Gasversorgung. „Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis vorausschauender Entscheidungen und zuverlässiger Infrastruktur. Unsere Netze und Speicher stellten auch in Phasen hoher Nachfrage ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis“, erklärt U. Heitmüller.

Alle Geschäftsbereiche leisten positiven Ergebnisbeitrag
Im Geschäftsjahr 2025 profitierte die ONTRAS Gastransport GmbH, Leipzig, unter anderem aus Mehrvermarktungen von höheren Transporterlösen. Parallel dazu treibt die ONTRAS den Umbau ihrer bestehenden Gasinfrastruktur voran. Mit dem ONTRAS-H2-Startnetz als Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes verantwortet das Unternehmen künftig rund 600 km Wasserstoffleitungen. Bei rund 80 % der Leitungen werden bestehende Erdgasleitungen umgestellt und 20 % entstehen durch Neubau. Zum Gesamtergebnis leistete der Transportbereich einen Beitrag in unterer dreistelliger Millionenhöhe.

Im Geschäftsbereich Handel & Vertrieb lieferten das Großkunden- und Handelsgeschäft einen wichtigen Beitrag. Die VNG Handel & Vertrieb GmbH, Leipzig, versorgt über 400 Kunden, vor allem Stadtwerke, Weiterverteiler, Industriekunden und Kraftwerke. Neben dem Inland werden auch Erdgaslieferungen in Polen, Tschechien, Österreich sowie für eine Vielzahl europäischer Handelspunkte erbracht. Die VNG H&V und ihre Tochtergesellschaften bieten außerdem Strom, Zertifikate und Biomethanmengen an. Das diversifizierte Beschaffungsportfolio – unter anderem mit Pipeline-Lieferungen aus Norwegen und Algerien sowie LNG-Bezug über FSRU-Terminals – erwies sich auch 2025 als stabil. Der Gasabsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei rund 411 Mrd. kWh (2024: rund 352 Mrd. kWh). Das Endkundengeschäft der goldgas GmbH, Eschborn, leistete einen planmäßigen Ergebnisbeitrag. Das Biomethanhandelsgeschäft wurde mit der bmp greengas GmbH, München, weiter gestärkt und in die Gesamtstrategie integriert. In Summe erwirtschaftete der Geschäftsbereich Handel & Vertrieb ein Ergebnis im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.

Im Geschäftsbereich Speicher trübte sich das Marktumfeld ein, wobei sich unter anderem geringere Sommer-Winter-Spreads als herausfordernd für die Vermarktung erwiesen. Zu Jahresbeginn 2025, während sehr hoher Ausspeicherungen infolge kalter Witterung, zeigte sich erneut die Bedeutung leistungsfähiger Speicher als Stabilitätsanker des Energiesystems. „Unsere Untergrundgasspeicher sichern die Versorgung in Zeiten besonders hoher Nachfrage und stellen kurzfristig Gas bereit, wenn es gebraucht wird“, stellt U. Heitmüller klar. Mit einer Gesamtkapazität von rund 31 TWh an vier Standorten leistet die VNG Gasspeicher GmbH, Leipzig, weiter einen zentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Aus dem operativen Geschäft erzielte der Speicherbereich ein bereinigtes EBITDA in oberer mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie konnte die BALANCE Erneuerbare Energien GmbH, Leipzig, durch die Partnerschaft mit dem Infrastrukturinvestor CVC DIF B.V., Schiphol, nachhaltig gestärkt werden und ihre Marktposition als ein führender Biogasanlagenbetreiber Deutschlands ausbauen. Derzeit betreibt die BALANCE Biogasanlagen an 40 Standorten in Nord- und Ostdeutschland. Mit einer installierten Feuerungswärmeleistung von nunmehr rund 241 MWFWL (2024: rund 197 MWFWL) können rechnerisch mehr als 227.000 Haushalte mit klimafreundlicher Energie versorgt werden. „Biogas bleibt für VNG ein systemrelevanter und vor allem flexibler und regional produzierter Energieträger, der Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und Klimaschutz miteinander verbindet“, berichtet Hans-Joachim Polk, VNG-Vorstandsmitglied für Infrastruktur und Technik. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds – geprägt von vereinzelt rückläufiger Biomethannachfrage – steuerte dieser Geschäftsbereich ein Ergebnis in unterer zweistelliger Millionenhöhe bei.

Der Geschäftsbereich digitale Infrastruktur entwickelte sich positiv. Die VNG investiert gezielt in den Glasfaserausbau und das vorwiegend regional geprägte Infrastrukturservicegeschäft. Dieser Geschäftsbereich leistete einen Beitrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich zum Gesamtergebnis und zahlt auf die Diversifizierung des Geschäftsportfolios des VNG-Konzerns ein.

Transformation mit Augenmaß: Biogas, Wasserstoff und Infrastruktur
Die VNG treibt ihre Transformation hin zu erneuerbaren und dekarbonisierten Gasen konsequent, aber mit Augenmaß und dem Blick auf Wirtschaftlichkeit voran. Biogas bleibt dabei ein zentraler Baustein. Im Zuge dessen wurde das Anlagenportfolio vergrößert und weiterentwickelt, die regionale Wertschöpfung zusätzlich gestärkt und die Produktpalette im Bereich Biomethan diversifiziert.

Die VNG trägt im Bereich der Transformation auch zum schrittweisen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft bei. Mit dem Energiepark Bad Lauchstädt entsteht in Kooperation mit sechs Konsortialpartnern erstmals die gesamte Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab. Im Jahr 2025 wurden hier weitere Meilensteine erreicht: Die ONTRAS nahm eine 25 Kilometer lange Transportleitung in Betrieb, die zugleich das erste Teilstück des Wasserstoff-Kernnetzes in Ostdeutschland ist. Ebenfalls begannen die Montage der Stacks des 30 MW-Elektrolyseurs und die stufenweise Inbetriebnahme der Gesamtanlage. Noch 2026 soll der erste grüne Wasserstoff in Richtung Leuna fließen. Künftig sollen jährlich rund 2.700 t des erneuerbaren Energieträgers auf Basis regionaler Windenergie ins Netz eingespeist, zum Ankerkunden TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland transportiert und industriell genutzt werden. „Wir sind Early Mover im Wasserstoffmarkt – mit allen Chancen und Risiken. Der Hochlauf verläuft derzeit allerdings deutlich langsamer als politisch geplant. Deshalb prüfen wir Investitionen zur Umsetzung unserer Strategie ‚VNG 2030+‘ stets sorgfältig auf regulatorische Verlässlichkeit und Wirtschaftlichkeit“, betont U. Heitmüller.

Perspektivisch wird Deutschland den hohen Wasserstoffbedarf jedoch nicht nur durch heimische Produktion aus Elektrolyse decken können. Daher entwickelt die VNG mit internationalen Partnern Wasserstoffprojekte, die über das entstehende Leitungsnetz Kunden mit Wasserstoff versorgen können und bei der Reduktion von CO2-Emissionen unterstützen. So prüft die VNG mit Partnern internationale Wertschöpfungsketten, unter anderem die Möglichkeit Ammoniak in Rostock anzulanden und dort anschließend in Wasserstoff umzuwandeln. Parallel wird in einem weiteren Projekt die Dekarbonisierung von norwegischem Erdgas bewertet. „Die Hansestadt Rostock bietet optimale Bedingungen, einen wichtigen Beitrag für den Wasserstoffhochlauf zu leisten: Mit dem Hafen, der vorhandenen Infrastruktur und nicht zuletzt dem geplanten Anschluss an das Wasserstoff-Kernnetz“, erläutert H.-J. Polk.

Ergänzend dazu prüft die VNG mögliche Optionen im Bereich Carbon Management. „Gemeinsam mit Marktpartnern ermitteln wir derzeit die Umsetzbarkeit und Marktfähigkeit der technologischen Ansätze zur Reduktion von unvermeidbaren CO2-Emissionen. Wir brauchen aber auch hier stabile, kapitalmarktfähige Rahmenbedingungen für CCS und CCU, um Investition anzuschieben und Risiken abzusichern. Dies umfasst die CO2-Transportinfrastruktur, wettbewerbsfähige Transportentgelte, auch speziell für ostdeutsche energieintensive Emittenten, sowie CO2-Speicherprojekte“, erklärt
H.-J. Polk weiter.

Ausblick: Stabilität sichern, klare Wachstumsstrategie und Transformation fortsetzen
Mit Blick auf 2026 resümiert U. Heitmüller: „Wir wollen weiter wachsen – im Bestandsgeschäft und in unseren Zukunftsfeldern. Um dafür notwendige Investitionen in bestehende Infrastruktur, den schrittweisen Ausbau von Wasserstoff, Biogas und perspektivisch CCS, auslösen zu können, brauchen wir jedoch jetzt verlässliche und praxistaugliche politische Rahmenbedingungen. VNG wird diesen Weg weiter aktiv gestalten – mit einer klaren Phasenlogik, die Risiken begrenzt, Wirtschaftlichkeit fokussiert und Handlungsfähigkeit sichert.“

Um Ostdeutschlands industrielle Zukunft, Wettbewerbsfähigkeit sowie regionale Wertschöpfung langfristig zu ermöglichen, mahnt U. Heitmüller abschließend: „Biogas und Biomethan benötigen als systemrelevante, regionale Säulen der Versorgungssicherheit unter anderem einen sicheren Gasnetzzugang und entbürokratisierte Zertifizierungsregeln.“ Forderungen zum Gelingen des Wasserstoffhochlaufs formuliert U. Heitmüller wie folgt: „Ferner braucht es eine Überarbeitung der Strombezugskriterien, eine Netzentgeltreform, die Elektrolyseure nicht über Gebühr belastet und ihre Wirtschaftlichkeit wahrt, sowie verlässliche Nachfrageanreize auf Kundenseite wie ausfinanzierte Klimaschutzverträge und eine stabile THG-Quote. Nur mit politischem Realismus lassen sich Transformation, Stabilität und Versorgungssicherheit in Ostdeutschland verbinden und dauerhaft resilient aufstellen.“

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