Wer unterwegs zur Rast direkt auf der Autobahn anhält, zahlt oft drauf – und das kräftig. Zwei aktuelle Erhebungen des ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V. und des Mobil in Deutschland e. V., beide München, zeigen: Nahegelegene Autohöfe und Raststätten sind im Schnitt bis zu 20 % günstiger als Raststätten direkt an der Autobahn. Bei einer einzigen Tankfüllung und einem typischen Reiseeinkauf summieren sich die Preisunterschiede schnell auf über 30 Euro. Für Familien, Pendler und Urlaubsreisende sind das keine Centbeträge – es ist bares Geld, das an der falschen Stelle verloren geht.
Der VEDA Vereinigung Deutscher Autohöfe e. V., München, begrüßt die Ergebnisse und betont die Bedeutung von Wettbewerb, fairen Preisen und moderner Infrastruktur entlang der Autobahnen.
„Dass Autohöfe im Schnitt bis zu 20 % günstiger sind als Autobahnraststätten, ist kein kleiner Unterschied, das ist ein deutliches Preisgefälle“, hebt Daniel Ruscheinsky, Vorstandsvorsitzender des VEDA, hervor und ergänzt, „Autohöfe stehen für faire Preise, ehrlichen Wettbewerb und echte Versorgung. Das macht sie zur intelligenten Wahl für alle, die unterwegs sind. Auch für die Zukunft sind unsere Mitglieder bereits gerüstet: Nach dem Fokus auf Sicherheit mit speziellen Sicherheitsparkplätzen ist nun ein flächendeckendes Netz von Schnellladesäulen verschiedenster Anbieter auf den Autohöfen entstanden, das kontinuierlich ausgebaut wird und Maßstäbe in der Branche setzt.“
Preisvorteil an der Zapfsäule:bis zu 57 Cent pro Liter
Die aktuelle ADAC-Analyse hat stichpunktartig zwischen dem 12. und dem 27. April 2025 Kraftstoffpreise an 50 Autobahntankstellen mit den Preisen von 50 Tankstationen nach der jeweils nächsten Ausfahrt verglichen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt zahlen Autofahrer für einen Liter Super E10 43,7 Cent mehr, bei Diesel sind es 42,5 Cent. Im Extremfall lag der Preisunterschied bei 57 Cent pro Liter Super E10. Damit kostet laut ADAC eine 50-Liter-Tankfüllung Super E10 an einer Tankstelle neben der Autobahn im Schnitt rund 22 Euro weniger als an einer Raststätte, bei Diesel liegt die Ersparnis bei etwas mehr als 21 Euro. Der ADAC kritisiert die Preisgestaltung deutlich und empfiehlt, gezielt abzufahren.
Snacks, Getränke, Toiletten: Auch im Shop wird’s teuer
Auch der Anfang August 2025 veröffentlichte Preisvergleich des Mobil in Deutschland zeigt drastische Unterschiede – und das nicht nur beim Kraftstoff. In einem standardisierten Warenkorb mit typischen Produkten für die Reise wie Wasser, Pringles, Bifi oder Cappuccino lag der Durchschnittspreis an Raststätten bei 43,45 Euro (2023: 41,00 Euro), an Autohöfen dagegen nur bei 36,20 Euro (2023: 33,97 Euro). Bei Einzelprodukten wurden Aufschläge von bis zu 300 % festgestellt – so kostete stilles Wasser an der Raststätte bis zu 3,99 Euro, am Autohof 1,00 Euro.
Auch die Spritpreise nahm der Mobil in Deutschland unter die Lupe und wertete dabei die Preise von E5, E10 und Diesel in einem Zeitraum von fünf Tagen im Juni 2025 jeweils um 10:30 Uhr, 15:30 Uhr und 21:30 Uhr mithilfe des Kraftstoffpreis-Vergleichsportals www.clever-tanken.de aus. Demnach kosteten 50 Liter Diesel bei der Tank- und Rastanlage 103,13 Euro (2023: 99,10 Euro). An den Autohöfen dagegen ist der Preis 2025 leicht auf 80,91 Euro gesunken (2023: 81,83 Euro). Der durchschnittliche Preisunterschied lag bei rund 27 %. Insgesamt entsteht 2025 eine durchschnittliche Gesamtdifferenz zwischen Autohöfen und Raststätten für Warenkorb und Kraftstoff von 29,48 Euro.
Monopolstruktur treibt die Preise
Ein zentraler Grund für die überhöhten Preise an Raststätten liegt in der Struktur: Die Konzessionen für Tank- und Rastanlagen an Autobahnen sind langfristig an wenige Betreiber vergeben – eine wettbewerbsarme Umgebung, in der Preise kaum kontrolliert werden. Autohöfe dagegen werden in der Regel von mittelständischen Unternehmen geführt und stehen im freien Wettbewerb.
„Was wir hier sehen, ist ein Paradebeispiel dafür, wie Konzentration am Markt zu Nachteilen für Verbraucher führt“, erklärt D. Ruscheinsky. „Unsere Autohöfe sind dagegen mittelständisch, kundenorientiert und offen – auch für Innovationen, neue Betreiber und fairen Wettbewerb.“
VEDA fordert politische Unterstützung für echte Wahlfreiheit
Angesichts der aktuellen Zahlen appelliert der VEDA an die Politik, für mehr Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Dazu gehören auch eine bessere Ausschilderung von Autohöfen entlang der Autobahn sowie die Förderung echter Wettbewerbsmöglichkeiten in der Versorgung unterwegs. „Die Entscheidung für den Autohof ist keine Umständlichkeit, sondern ein aktiver Beitrag zu mehr Fairness im Mobilitätsalltag. Autofahrer haben ein Recht auf Wahlfreiheit – nicht nur beim Kraftstoff, sondern auch beim Preis“, ist D. Ruscheinsky überzeugt und nennt einen weiteren Vorteil der Autohöfe: Ohne sie würde das zuverlässige und schnelle Laden entlang der Autobahn nicht funktionieren. Denn die Autohöfe besitzen ein Vielfaches von Säulen mit deutlich höherer Ladegeschwindigkeit und meist mit mehreren Anbietern gleichzeitig als Autobahnraststätten. An deutschen Autohöfen gibt es im Durchschnitt rund zehnmal so viele Schnellladepunkte für Elektroautos als an den bundeseigenen Raststätten. Der VEDA hat dieses Verhältnis mit 10:2 im Vergleich zu Raststätten ermittelt.






