UNITI-Wintertagung 2026: Netzwerktreffen des EnergieMittelstands

Gesch. Lesedauer: 2 Minuten
Energie, Verbände
V.l.n.r.: Dr. Peter Seifried, Christine Keslar-Tunder, Roland Weissert, Markus König, Elmar Kühn bei der UNITI Wintertagung 2026 in München.
Foto: UNITI/Toni Hasselmann

Die Wintertagung der UNITI Bundesverband EnergieMittelstand e. V., Berlin, in München am 16. und 17. März dieses Jahres bot den rund 290 Teilnehmern aus dem EnergieMittelstand nach Angaben des Verbandes ein hochkarätig ausgestaltetes Programm mit exzellenten Speakern. Im Rahmen einer begleitenden außerordentlichen Mitgliederversammlung fanden außerdem Nachwahlen zum UNITI-Vorstand statt.

UNITI-Vorsitzende sieht Herausforderungen aber auch ermutigende Signale
Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht vor großen Herausforderungen, so die UNITI-Vorsitzende Christine Keslar-Tunder, Geschäftsführerin KESLAR GmbH, Kempten, in ihrer Begrüßungsansprache. Damit die Unternehmen diesen erfolgreich begegnen können, bedarf es statt neuer Belastungen vielmehr eines klaren Reformkurses seitens der Politik, der Wachstum ermöglicht und Investitionssicherheit gibt. Aus Sicht des EnergieMittelstands kommt es vor allem darauf an, dass die politischen Entscheider auf nationaler und europäischer Ebene auf einen technologieoffenen Kurs beim Erreichen der Klimaziele im Straßenverkehr und im Wärmemarkt setzen.

Die kürzlich präsentierten Eckpunkte eines neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes der Bundesregierung sowie die deutlichen Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz, wonach es Änderungen am EU-Mobilitätspaket geben müsse, um ein Aus vom Verbrenner-Aus zu erreichen, bewertet die UNITI-Vorsitzende als ermutigende und notwendige Signale. Zu den Auswirkungen der aktuellen Krise im Persischen Golf sagte C. Keslar-Tunder, dass die Versorgungslage mit Heizöl und Kraftstoffen in Deutschland gesichert sei. Staatliche Einschränkungen in die freie Preisbildung von Tankstellenunternehmen, die von der Bundesregierung aktuell geplant werden, lehnt die UNITI grundsätzlich ab.

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt vor Folgen des Verbrennerverbots
Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V., skizzierte in seinem Eröffnungsvortrag die Zukunft des Geschäftsmodells Deutschland. Der renommierteste deutsche Wirtschaftswissenschaftler unserer Zeit griff dabei auch jüngste Entwicklungen auf und ordnete sie präzise ein. Mit Blick auf das EU-Verbrennerverbot warnte er davor, „dass Deutschland damit zu Groß-Havanna wird und wir unsere Industrie kaputt machen.“ Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, knüpfte in seinem Grußwort thematisch an, als er versicherte, dass sich die Bayerische Staatsregierung mit Ministerpräsident Markus Söder für das vollständige Aus vom Verbrenner-Aus und für Technologieoffenheit in Berlin und Brüssel einsetzen werde.

RA Martin Wohlrabe, Geschäftsführer der CONSILIUM Rechtskommunikation GmbH, Berlin, widmete sich in seinen Ausführungen der krisenfesten Unternehmenskommunikation und damit einem Thema, das angesichts eines gestiegenen Medieninteresses auch für mittelständische Energieunternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

In weiteren Vorträgen beschäftigten sich unter anderem Nicole Steiger, Geschäftsführerin der JSC Automotive GmbH, Stuttgart, mit den Perspektiven des Handels mit China, sowie Prof. Dr.-Ing. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des en2x Wirtschaftsverband Fuels und Energie e. V., Berlin, mit den Ergebnissen einer Studie zu De-Risking Instrumenten für einen erfolgreichen Markthochlauf grüner Moleküle im Rahmen der Energiewende.

Außerordentliche UNITI-Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl
In 2025 ist die UNITI mit den Verbänden VSI und VEH fusioniert. In der Folge sind Nachwahlen zum UNITI-Vorstand erforderlich geworden. Im Rahmen einer außerordentlichen UNITI-Mitgliederversammlung wurden Thomas Rundel, Geschäftsführer der Rundel Mineralölvertrieb GmbH, Singen, Dr. Carsten Mühl, Geschäftsführer der Petrofer Chemie H.R. Fischer GmbH + Co. KG, Hildesheim, Siegfried Müller, Geschäftsführer der Zeller + Gmelin GmbH &
Co. KG, Eislingen, und Patrick Bell, Geschaftsführer der Castrol Germany GmbH, Hamburg, mit jeweils überwältigenden Mehrheiten in den UNITI-Vorstand gewählt. Unter großem Applaus wurde außerdem der langjährige VSI-Vorsitzende Dr. Peter Seifried zum Ehrenvorsitzenden der UNITI gekürt.

Premiere für den UNITI-Schmierstofftag
Am 18. März 2026 und damit am Folgetag der UNITI-Wintertagung feierte der UNITI-Schmierstofftag in München seine Premiere. Auf der Fachagenda standen unter anderem Berichte aus der vielfältigen Ausschussarbeit der UNITI auf deutscher und europäischer Ebene, das umfangreiche Veranstaltungs- und Schulungsprogramm der UNITI-Akademie sowie ein Austausch zu weiteren aktuellen Schmierstoffthemen.

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