Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut prolytics market research GmbH, Lünen, hat der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Berlin, 7.503 Haushalte zu ihrem Stromverbrauch befragt. Ziel war eine differenzierte Analyse des Stromverbrauchs einzelner Anwendungsarten und unterschiedlicher Haushalte.
Ein Ergebnis: Deutsche Haushalte achten auf eine effiziente und sparsame Stromnutzung. Die Auswertung zeigt, dass 69 % der Haushalte Wert auf einen sparsamen Verbrauch legen. Darauf weist auch die Entwicklung des Stromverbrauchs hin: Über alle Haushalte hinweg ist der Stromverbrauch gegenüber 2020 im Durchschnitt um rund 230 kWh beziehungsweise rund 9 % gesunken – bei 1-Personen-Haushalten um rund 18 %, bei 2-Personen-Haushalten um rund 12 %.
Mit Blick auf den Gesamtverbrauch zeigt sich: Informations- und Kommunikationstechnologien (zum Beispiel Laptops, Fernseher, Router, Handys, Konsolen und Lautsprecher) beanspruchen mit 29 % den größten Anteil am Stromverbrauch im Haushalt. Die Verbräuche für Beleuchtung, Waschen & Trocken sowie Kühlen, Spülen oder Kochen fallen deutlich geringer aus (< 14 %).
In einer gesonderten Erhebung wurden außerdem 1.007 Prosumer, also Haushalte, die Strom der eigenen Photovoltaikanlage nutzen, zu ihren demographischen Merkmalen, der Nutzung von dynamischen Tarifen und zur Verbrauchsverlagerung befragt. Der Vergleich zwischen Prosumern und Nicht-Prosumern bestätigt: Prosumer wohnen eher im Eigenheim (Prosumer 81 % beziehungsweise Nicht-Prosumer 40 %) und überwiegend in Einfamilienhäusern (64 % beziehungsweise 30 %). 12 % der Prosumer nutzten zum Zeitpunkt der Erhebung dynamische Stromtarife, während es bei den Nicht-Prosumern nur 2 % sind. Über die Hälfte aller Befragten, die keinen dynamischen Tarif nutzen, können sich vorstellen, Wäschewaschen oder Geschirrspülen in Zeiten mit niedrigen Strompreisen zu verschieben.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärt dazu: „Der Stromverbrauch in privaten Haushalten verändert sich – Digitalisierung, Homeoffice, Prosuming und Verbrauchssteuerung werden immer bedeutsamer im Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher. Haushalte entdecken die Vorteile einer flexiblen und effizienten Stromnutzung. Erfreulich ist, dass eine große Mehrheit bewusst auf einen sparsamen Verbrauch achtet und viele bereit sind, Strom wenn möglich dann zu nutzen, wenn er günstig und erneuerbar verfügbar ist.“





