Zum Jahresbeginn bleibt das Chemiegeschäft weiter extrem herausfordernd: Die Branchenunternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage immer noch negativ. Dies steht im Einklang mit den jüngsten Konjunkturindikatoren. Die Auftragseingänge waren rückläufig und lagen zuletzt um 6,7 % unter Vorjahr – die Inlands- und Auslandsnachfrage blieb schwach. Auch die Produktion setzte ihren Rückwärtsgang ungebrochen fort, Erzeugerpreise waren unter Druck und die Umsätze verfehlten ihr Vorjahr zuletzt um ganze 7 %.
Zugleich wächst die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung. Die Geschäftserwartungen haben sich zuletzt leicht aufgehellt. Erste Anzeichen auf einen Auslauf der wirtschaftlichen Talfahrt mehren sich. Einige Kundenbranchen und der Bau verzeichnen mehr Aufträge. Es deutet sich eine leichte wirtschaftliche Belebung an. Und das würde im Inland den Auftragsmangel in der Chemie abmildern. Eine weitere gute Nachricht: Die Kapazitätsauslastung der Chemie hat bereits leicht zugelegt. Die Produktionspläne für die nächsten Monate zeigen wieder nach oben. Und auch für das wichtige Exportgeschäft gibt es Anzeichen für mehr Zuversicht: Erstmals seit rund einem Jahr drehten die Exporterwartungen wieder in den positiven Bereich.
Hauptgeschäftsführer des VCI Verband der Chemischen Industrie e. V., Frankfurt, Wolfgang Große Entrup kommentiert den Jahresbeginn: „Trotz Anlaufschwierigkeiten ist die Bundesregierung auf dem richtigen Weg. Jetzt darf es in den Bemühungen aber keinen Stillstand geben. Die To-do-Liste für einen echten Wirtschaftsaufschwung ist lang. Die politische Entschlossenheit, die wir bei den Energiepreisen sehen, fordern wir auch bei Bürokratie und Steuern. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie muss endlich wiederhergestellt werden. Nicht durch weniger Feiertage oder Sondervermögen. Wir brauchen Wachstum aus eigener Kraft dank mutiger Reformen. Halbherzige Schritte helfen bei diesem Unterfangen nicht weiter.“






