Die IEA Internationale Energieagentur, Paris, verfolgt die Lage im Nahen Osten genau, einschließlich der möglichen Auswirkungen länger anhaltender Unterbrechungen der Energieflüsse durch die Straße von Hormus. Rund 25 % des weltweiten seeseitigen Ölhandels passieren üblicherweise die Straße von Hormus, ebenso wie rund 20 % der globalen Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG).
Der globale Ölmarkt befindet sich seit Beginn des Jahres 2025 in einem deutlichen Überschuss. Noch vor den militärischen Aktionen, die am 28. Februar 2026 begannen, wurde erwartet, dass das weltweite Ölangebot die Nachfrage im Jahr 2026 deutlich übertreffen würde. Länger anhaltende Angebotsunterbrechungen könnten den Markt jedoch in ein Defizit kippen lassen. Die Störung der Ölströme durch die Straße von Hormus hat einige Betreiber gezwungen, die Produktion herunterzufahren. Auch die Produktion von Raffinerieerzeugnissen in der Region wurde beeinträchtigt
Die Erdgasmärkte haben sich unterdessen in den vergangenen Jahren schrittweise wieder ausgeglichen, nachdem sie durch den russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 massiv erschüttert worden waren. Eine Welle neuer LNG-Kapazitäten zwischen heute und dem Ende dieses Jahrzehnts dürfte die Marktdynamik deutlich verändern. Doch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 blieben die Märkte angespannt, und die erschöpften Speicher nach der Heizperiode auf der Nordhalbkugel werden die Nachfrage nach LNG in den kommenden Monaten erhöhen.
Ein längerer Produktionsausfall der Ras-Laffan-Anlage in Katar könnte diese Marktenge erheblich verschärfen. Die Produktion wurde nach einem iranischen Angriff auf die Anlage am 2. März diesen Jahres eingestellt.
Die IEA bewertet kontinuierlich die Auswirkungen der aktuellen Lage auf die Energiesicherheit in enger Abstimmung mit Regierungen weltweit.
Außerordentliches Treffen der IEA-Mitgliedsregierungen zur Situation auf den Energiemärkten
Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten berief der IEA-Exekutivdirektor Dr. Fatih Birol am 3. März dieses ein außerordentliches Treffen der IEA-Mitgliedsregierungen ein, um die Situation auf den Energiemärkten und mögliche Maßnahmen zur Reaktion auf Störungen zu erörtern.
Der konstruktive Meinungsaustausch zwischen Vertretern aus 32 Regierungen weltweit bot die Gelegenheit, Perspektiven zu Entwicklungen auf globalen, regionalen und nationalen Energiemärkten auszutauschen sowie das Spektrum verfügbarer Maßnahmen zu prüfen.
Zusätzlich zu diesen Gesprächen steht F. Birol auch mit Ministern aus einer Vielzahl von Energieproduzenten- und -verbraucherländern in Kontakt, darunter Aserbaidschan, Brasilien, Kanada, die Europäische Union, Indien, Korea, Japan, Norwegen, Singapur, die Türkei, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.






