Die Klesch Group, London, gab am 19. März dieses Jahres bekannt, dass sie eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb des Raffineriegeschäfts der bp p.l.c., London, in Gelsenkirchen geschlossen hat. Die Anlagen sind Teil eines der größten integrierten Raffinerie- und Petrochemiekomplexe Europas. Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der regulatorischen Genehmigungen – für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet.
Der Erwerb umfasst die ROG Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen einschließlich der Raffinerie Gelsenkirchen und des Tanklagers Bottrop, die ROG-Tochtergesellschaft DHC Solvent Chemie GmbH, Mülheim an der Ruhr, Anteile an Logistik-Joint-Ventures sowie das Petrochemie-Geschäft und die Vertriebsaktivitäten für markenunabhängige B2B-Kraftstoffe, die in Gelsenkirchen produziert werden. Um die Versorgung in der Region weiterhin sicherzustellen, hat die bp Abnahmevereinbarungen für Kraftstoffe im Straßen- und Luftverkehr sowie für Coke geschlossen.
Die Akquisition stellt eine bedeutende Erweiterung der Raffineriekapazitäten der Klesch in Europa dar und unterstreicht das Engagement des Unternehmens, kritische industrielle Infrastruktur langfristig zu sichern. Morgan Stanley & Co. International p.l.c., London, fungierte bei der Transaktion als Finanzberater und Clifford Chance LLP, London, als Rechtsberater der Klesch.
Stimmen zur Transaktion
A. Gary Klesch, Vorsitzender der Klesch Group, erklärt: „Unsere Strategie basiert auf dem langfristigen Betrieb hochwertiger Raffinerieanlagen. Die Raffinerie Gelsenkirchen fügt sich in diese Strategie ein und bietet eine starke Grundlage für langfristige Wertschöpfung. Wir möchten den Mitarbeitenden versichern, dass ihr Fachwissen für den künftigen Erfolg der Raffinerie von zentraler Bedeutung bleibt. Unser Ziel ist es, sowohl mit ihnen als auch mit dem Betriebsrat eine starke Partnerschaft aufzubauen.“
Carol Howle, Interim-Chief Executive Officer der bp, ergänzt: „Mit dieser Transaktion stärken wir unsere Bilanz, erhöhen unser strukturelles Kostensenkungsziel und steigern die Resilienz unseres fokussierten Raffinerieportfolios. Zugleich werden wir weiterhin entschlossen Maßnahmen ergreifen, um die Komplexität unseres Portfolios zu reduzieren – mit klarem Fokus darauf, Cashflows und Renditen zu steigern.“
Patrick Wendeler, Head of Country Germany bei bp, fügt hinzu: „Wir haben eine lange Geschichte im erfolgreichen Betrieb von Anlagen sowie der Führung von Marken in Deutschland und sind sehr dankbar für den jahrzehntelangen Beitrag der Raffinerie Gelsenkirchen zu unserem Geschäft. Wir sind überzeugt, dass die Erfahrung der Klesch Group im Raffineriebereich sie zum richtigen Eigentümer für das nächste Kapitel der Raffinerie Gelsenkirchen macht.“
Über die Raffinerie Gelsenkirchen
Die Raffinerie Gelsenkirchen ist der zweitgrößte Ethylenproduzent in Deutschland und verfügt über eine Rohölverarbeitungskapazität von 265.000 b/d (rund 12 Mio. t pro Jahr). Sie umfasst die beiden miteinander verbundenen Standorte Horst und Scholven sowie das Tanklager Bottrop.
Mit rund 2.200 Mitarbeitenden und 110 Auszubildenden produziert die Raffinerie Benzin, Diesel, Düsentreibstoff und Heizöl sowie mehr als 50 weitere Produkte, vor allem für die Chemieindustrie.
In mehr als 95 Jahren hat sich der Standort zu einer der größten integrierten Raffinerien Deutschlands entwickelt und trägt maßgeblich zur Energieversorgungssicherheit in der Region Rhein-Ruhr und darüber hinaus bei. Die 2024 eingeleitete Transformation, die auf eine Reduzierung der Komplexität abzielt, hat den Standort zusätzlich gestärkt.
Investitionen von bp
Seit dem Erwerb der alleinigen Eigentümerschaft im Jahr 2017 hat die bp rund 2 Mrd. Dollar in die Modernisierung der Anlage investiert – darunter umfassende Verbesserungen der Dampf- und Energieinfrastruktur, der Prozessleitsysteme sowie die Erneuerung von Tanklagern und Pipelines. Diese Maßnahmen haben die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Anlagen nochmals deutlich erhöht.
Der Verkauf ist Teil der bp-Strategie, das Unternehmensportfolio zu vereinfachen und die Bilanz weiter zu stärken. Im Zusammenhang mit dem Standort Gelsenkirchen können Einsparungen von rund 1 Mrd. Dollar erzielt werden. Insgesamt strebt die bp bis 2027 strukturelle Kostensenkungen in Höhe von 6,5 Mrd. Dollar bis 7,5 Mrd. Dollar an.






