Joint Development Agreement: Gasunie und Thyssengas starten grenzüberschreitende Wasserstoff-Infrastruktur

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Allgemein, Energie, Unternehmen
Entwickeln eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Transportinfrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland (v.l.n.r.): Helmie Botter, Direktorin Wasserstofftransport bei der Gasunie, Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Thyssengas und Dr. Thomas Becker, kaufmännischer Geschäftsführer bei der Thyssengas.
Foto: Thyssengas GmbH

Die Gasunie N.V., Groningen, und die Thyssengas GmbH, Dortmund, haben einen wichtigen Meilenstein für die europäische Energiewende erreicht: In einem gemeinsamen Vorhaben entwickeln die Gasunie-Tochtergesellschaft Hynetwork Services B.V., Groningen, in den Niederlanden, die Thyssengas (über Thyssengas H2 GmbH, Dortmund) sowie die Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Hannover, eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Transportinfrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Mitte Dezember 2025 unterzeichneten die Unternehmen ein Joint Development Agreement (eine Vorstufe des späteren Netzkopplungsvertrags) und legten damit den Grundstein für die gemeinsame Realisierung dieser Infrastruktur. Das Leitungssystem wird größtenteils bestehende Erdgasleitungen umfassen, die für den Transport auf Wasserstoff umgerüstet werden.

Über die Grenzpunkte in Oude Statenzijl (Groningen) und Vlieghuis (Drenthe) soll eine zentrale strategische Achse entstehen, die niederländische Industriegebiete, Importwege über niederländische Häfen sowie Speicher- und Produktionsanlagen direkt mit Industriegebieten in Deutschland vor allem im Ruhrgebiet und Rheinland – und den Märkten in Nordwesteuropa verbindet. Über das Leitungssystem soll dann der erste grenzüberschreitende Wasserstofftransport zwischen Deutschland und den Niederlanden erfolgen und erste Startkunden versorgen.

Die Thyssengas bringt ihre bestehende Erdgasleitung zwischen Vlieghuis in den Niederlanden und dem nordrhein-westfälischen Ochtrup in das Projekt mit ein. Die Umstellungsarbeiten sind bereits im Sommer vergangenen Jahres gestartet. Die Leitung ist ebenfalls Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes sowie der Wasserstoff-Initiative GET H2.

Unterstützung für industrielle Dekarbonisierung im Ruhrgebiet und im Rheinland
Die Vereinbarung definiert zentrale technische und organisatorische Eckpunkte, die für einen sicheren und zuverlässigen Wasserstoff-Transport über die Grenze unerlässlich sind. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wird ein wichtiger Grundstein gelegt: Sie ist ein erster Schritt zur vollständigen Realisierung mehrerer grenzüberschreitender Wasserstoff-Transportverbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Helmie Botter, Direktorin Wasserstofftransport bei Gasunie, erklärt: „Der grenzüberschreitende Handel und Transport von Wasserstoff ist entscheidend für einen gut funktionierenden Wasserstoffmarkt in Nordwesteuropa. Die getroffene Vereinbarung ermöglicht nicht nur den Transport über unsere Infrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland, sondern auch von und nach Dänemark. Wir streben die Schaffung eines integrierten Wasserstoffmarktes an und arbeiten eng mit unseren Partner-Netzbetreibern zusammen, um den grenzüberschreitenden Transport so einfach wie möglich zu gestalten.“

Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Thyssengas sagt: „Die Unterzeichnung dieses Vertrags markiert einen bedeutenden Meilenstein beim Ausbau der internationalen Wasserstoff-Infrastruktur. Wir sind besonders stolz darauf, dass unsere Thyssengas-Leitung von Vlieghuis in den Niederlanden nach Ochtrup in Nordrhein-Westfalen einen wertvollen Beitrag auf mehreren Ebenen leisten wird: Sie ermöglicht den grenzüberschreitenden Wasserstoff-Transport zwischen Deutschland und den Niederlanden, unterstützt den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und treibt die industrielle Dekarbonisierung im Ruhrgebiet und im Rheinland durch ihre Anbindung an das GET H2-System voran.“

Dr. Thomas Becker, Kaufmännischer Geschäftsführer bei der Thyssengas, ergänzt: „Wasserstoff ist ein zentraler Treiber für eine nachhaltigere Energieversorgung. Die Dekarbonisierung der Industrie im Ruhrgebiet und des Chemiesektors im Rheinland – Regionen, in denen Thyssengas hauptsächlich tätig ist – ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele.“ Wasserstoff spielt in dieser Transformation seiner Ansicht nach eine Schlüsselrolle: Als CO2-freier Energieträger ermöglicht er energieintensive Prozesse wie die Stahl- und Chemieproduktion, den Übergang von fossilen Brennstoffen zu nachhaltigen Alternativen. Die Vereinbarungen zur grenzüberschreitenden Wasserstoff-Transportinfrastruktur stellen laut T. Becker einen wichtigen Meilenstein dar – nicht nur beim Aufbau dieses Netzes, sondern auch beim Vorantreiben des gemeinsamen Ziels der Klimaneutralität.

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