Investitions-Potenziale für Net Zero Industrien im Rheinischen Revier noch wenig bekannt

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Energie, Forschung & Entwicklung, Nachhaltigkeit, Unternehmen
Infografik „Das Rheinische Revier als Net Zero Valley“
Foto: NRW.Global Business

Infrastruktur für grüne Technologien, ausreichend Fachkräfte und beschleunigte Verfahren: Das Rheinische Revier erfüllt als Net Zero Valley die Kernkriterien internationaler Investoren, ist aber bei Unternehmen in den Niederlanden, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz noch überwiegend unbekannt. Auch der Net Zero Industry Act (NZIA) der EU ist der Mehrheit noch kein Begriff. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, Köln, im Auftrag der NRW.Global Business GmbH, Düsseldorf.

Ein erheblicher Teil der Unternehmen in der Schweiz, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich plant in den kommenden fünf Jahren Investitionen in klimaneutrale Technologien. Das zeigt eine YouGov-Umfrage unter 746 Fach- und Führungskräften. Das Rheinische Revier, das sich vom größten Braunkohlerevier Europas zu einer klimaneutralen Industrieregion wandelt, bietet dafür sehr gute Standortbedingungen. Eigentlich ein perfektes Match – aber die Region im Westen Deutschlands ist im europäischen Ausland noch recht unbekannt.

Investitionspläne treffen auf unbekanntes EU-Instrument
Die Umfrage belegt in allen drei Ländern konkrete Investitionsabsichten: In der Schweiz planen 57 % der Befragten, in den kommenden fünf Jahren in grüne Technologien zu investieren, gefolgt von den Niederlanden (45 %) und dem Vereinigten Königreich (35 %).

Den regulatorischen Rückenwind für solche Ansiedlungen soll der Net Zero Industry Act (NZIA) der EU geben: Er beschleunigt Genehmigungen für den Aufbau von Fertigungsprojekten bestimmter Netto-Null-Technologien – zum Beispiel im Bereich Wasserstoff, Batterien oder klimaneutrale Antriebstechnologien. Bekannt ist das Instrument jedoch noch wenig: 53 % der Befragten in der Schweiz und 57 % im Vereinigten Königreich kennen den NZIA kaum oder gar nicht. In den Niederlanden sind es sogar 71 %.

Auch die ausgewiesenen Net Zero Valleys, die von den Rahmenbedingungen des NZIA besonders profitieren, sind in allen drei Ländern bislang wenig bekannt: Selbst in der Schweiz, wo die Bekanntheit am höchsten ist, sind nur 18 % der Befragten mit dem Konzept vertraut. Das Rheinische Revier ist ein solches Net Zero Valley.

„Große Chance für grüne Industrieansiedlungen“
„Der Net Zero Industry Act bietet eine große Chance für grüne Industrieansiedlungen, doch das Potenzial wird international noch zu wenig genutzt“, sagt Jochen Pollotzek, Head of Divison Rheinisches Revier bei NRW.Global Business.

„Als Net Zero Valley bieten wir optimale Voraussetzungen: Wer bei uns investiert, nutzt beschleunigte Verfahren, findet fertige Flächen, Netzanschlüsse und starke Partner, von Wasserstoff über klimaneutrale Luftfahrt bis Batterie-Recycling.“

Standortfaktoren: Infrastruktur und Fachkräfte entscheiden
Bei der Standortwahl priorisieren die befragten Unternehmen eine leistungsfähige Infrastruktur (bis zu 74 %), qualifizierte Arbeitskräfte (bis zu 72 %), einfache Genehmigungsverfahren (bis zu 70 %) und Zugang zu Fördermitteln (bis zu 65 %).

Das Rheinische Revier vereint diese Kriterien: Spitzenforschung und Nachwuchskräfte durch die RWTH Aachen University, die Fraunhofer-Institute und das Forschungszentrum Jülich GmbH, eine starke Logistikanbindung sowie der geplante Anschluss an das Wasserstoff-Kernnetz und europäische Datenkorridore, die sich in der Region kreuzen.

Potenzial nutzen: Internationale Sichtbarkeit weiter ausbauen
Die Befragung verdeutlicht vor allem das noch unerschlossene Potenzial für internationale Investitionen: 63 % der Befragten in den Niederlanden, 61 % im Vereinigten Königreich und 38 % in der Schweiz kennen die Region bislang nicht als Wirtschafts- und Investitionsstandort.

„Europäische Unternehmen suchen verlässliche Standorte für ihre Investitionen in die grüne Transformation“, betont J. Pollotzek. „Die Kombination aus Industrie, Spitzenforschung und den Beschleunigungseffekten des Net Zero Valleys macht das Rheinische Revier hochattraktiv. Unsere Aufgabe ist es nun, diese Stärken international noch gezielter zu vermarkten und neue Investoren in die Region zu holen.“

Über die Umfrage
Die Daten dieser Umfrage im Auftrag von NRW.Global Business basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 12. Juli 2026 bis zum 30. Juli 2026 insgesamt 746 Fach- und Führungskräfte befragt. Darunter 256 in den Niederlanden, 234 in der Schweiz und 256 im Vereinigten Königreich. Die Erhebung wurde nicht quotiert und die Ergebnisse anschließend nicht gewichtet. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

Über das Rheinische Revier
Das Rheinische Revier im Westen Nordrhein-Westfalens ist Europas größtes Braunkohleabbaugebiet sowie ein Zentrum der energieintensiven Industrie in Deutschland. Bis 2030 wird die Region aus dem Braunkohletagebau aussteigen. Dank eines Transformationsbudgets von 14,8 Mrd. Euro und günstigen Ausgangsbedingungen will sich das Rheinische Revier jetzt zu Europas erstem klimaneutralen Industriestandort entwickeln. Nordrhein-Westfalens landeseigene Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Global Business will internationale Unternehmen davon überzeugen, an diesem Projekt mitzuwirken und die Dynamik des Wandels zu nutzen.

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