Im Interview mit Alexander Burghardt – Smart Stores mit KI: Wie twenty4U den Automatenhandel revolutioniert

Gesch. Lesedauer: 10 Minuten
Allgemein, Digitalisierung & KI, Interviews
Alexander Burghardt, geschäftsführender Gesellschafter der twenty4U GmbH, sprach im eot special „Digitalisierung & KI“ über vernetzte Smart-Store-Lösungen. Kontakt: alexander.burghardt@twenty4U.de
Foto: twenty4U

Vom Blechkasten zum Smart Store: Die twenty4U GmbH vernetzt Verkaufsautomaten mit KI, Cloud und Predictive Maintenance. Statt isolierter Automaten entstehen Systeme mit „Augen, Gehirn und Gedächtnis“, die selbstlernend, wartungsarm und datengetrieben sind. Wie diese Lösung Tankstellen, Ladeparks und Raststätten personallos, effizient und kundenfreundlich macht, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Burghardt im eot-Gespräch.

Früher gab es einfache Blechkästen, die nach dem Münzeinwurf ein Produkt auswarfen. Sie sprechen davon, dass vernetzten Verkaufssystemen mit „Augen, Gehirn und Gedächtnis“ die Zukunft gehört. Was genau meinen Sie damit?
Wir nehmen uns eine Technologie zur Hand, die es seit Jahrzehnten gibt und die wir weiterentwickeln und smart machen. Wir kommen vom Blechkasten zur Vernetzung. Es ergibt wenig Sinn, weiterhin an einem Tankstellen-Shop einzelne Automaten nebeneinander zu stellen, die weder miteinander reden, noch mit dem Betreiber im Büro oder im Wohnzimmer sprechen, und außerdem keine Self-Learning-Funktionalität haben. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die Chipstüte bleibt irgendwo mit der Lasche hängen. Das merkt unser System und unternimmt eigenständig Aktionen zur Lösung: Dreht eine Spirale noch mal um 0,7 Grad oder fährt noch mal mit dem Lift auf und ab, um das Produkt doch noch abzuholen. Es wird von der Eingabe vom Konsumenten bis zur letztendlichen Entnahme des Produktes aus unserem System jeder Vorgang getrackt. Und wenn ein Vorgang nicht erfolgreich ist, dann war es keine erfolgreiche Produktausgabe. Es kann auch sein, dass ein Befüller einfach ein Fach leer gelassen hat. Dann haben wir jetzt eine entsprechende Funktionalität – und die ist revolutionär.

Und diese Funktion bringen Sie auch zur UNITI expo mit?
Wir haben sie im Mai mit auf der Messe, ja. Denn das ist eine ganz wesentliche Funktionalität, die von der Mehrzahl der Mineralölkonzerne gefordert wurde. Die Maschine denkt für sich mit und diese Fehler oder Korrekturen werden im System gespeichert und für eine nächste Ausgabe berücksichtigt. Das ist der Wechsel vom Blechkasten zum vernetzten System.

Das twenty4U-Universum auf der UNITI expo 2026. (Foto: twenty4U)

 

Können Sie erklären, welche Formen es vom Smart Store aktuell gibt und welche Vorteile sie haben – gerade für Betreiberinnen und Betreiber einer Tankstelle oder eines Ladeparks?
Es gibt die Scan-and-Go-Technologie oder eher die Scan-and-Go-Methodik. Das ist im Grunde genommen nichts anderes als ein personalloser Supermarkt. Die Waren liegen offen aus, mit einem Self-Checkout-Terminal. Sprich, der Erfolg eines solchen Shops basiert mitunter maßgeblich auf dem Vertrauen in die Kunden – wird alles gescannt oder gibt es einen Langfinger dabei. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Diebstahlquote relevant ist. Auch der Hygienefaktor beim Scan and Go – die Waren liegen offen aus – ist relevant. Man weiß nicht, wie oft Produkte angefasst und wieder hineingelegt werden, ob jemand einen Schnupfen hat und über die Produkte niest. All das kann passieren. Deswegen wird Scan and Go – und das ist nicht meine alleinige Meinung, sondern auch die von Fach-
experten wie beispielsweise Prof. Dr. Rüschen von der DHBW in Heilbronn – für die Tankstellen nicht die maßgebliche Methodik sein können.

Dann gibt es Grab and Go, das ist ebenfalls ein Konzept mit offenen Waren, aber KI-gesteuert mit entsprechender Sensorik wie zum Beispiel Kameras. Bevor man so einen Shop betritt, muss vorher Zugang gewährt werden. Aber wenn ich mir eine Cola holen möchte, dann möchte ich einfach nur „reingehen“ und kaufen. Spontankäufer können hier durchaus ausgegrenzt werden. Das ist jetzt meine ganz eigene Meinung, die man teilen kann oder nicht. Zudem kommt, dass die Sensorik unglaublich investitions- und wartungsintensiv ist.

Dann haben wir die dritte Technologie: Das ist Robotik. Wir kennen die eine oder andere Tankstelle in Deutschland, bei der dies ausprobiert wurde. Aber die Investitionen sind für einen zeitnahen ROI einfach zu hoch. Die Wartungsaufwände sind ebenfalls hoch und die Kundenakzeptanz ist überschaubar.

Unser erklärtes Ziel ist, eine Technologie zu nehmen, die bezahlbar sein muss, hocheffizient, zuverlässig und alle Möglichkeiten bietet, in das digitale Zeitalter reinzugehen.

Was muss ein Standort denn idealerweise mitbringen, damit man alles, was der Smart Store mitbringt, als Vorteil ausschöpfen kann?
Es gibt einen ganz großen Faktor, an dem man sich orientieren muss: die bestehende Kundenfrequenz. Ein Smart Store wird nicht erfolgreich sein, wenn an einer Tankstelle am Tag 20 Tankvorgänge stattfinden. Zusätzlich ist ausschlaggebend, welches sonstige Angebot diese Tankstelle auf der Fläche hat. Ist eine Waschanlage dabei, muss man die mit integrieren. Ist ein bestehender Tankautomat schon platziert, wird dieser in naher Zukunft ebenfalls mit integriert. Frequenz ist das Allerwichtigste und natürlich die Pflege. Dass man einmal die Woche hingeht, um die Waren zu befüllen – in der Regel machen das unsere Kunden mit Minijobkollegen, die in der Woche drei Stunden investieren, um zu verräumen und gleichzeitig zu reinigen, zum Beispiel kurz die Glasscheiben abwischen. Wenn ein Kaffeeautomat da ist, muss man auch solche Dinge sauber machen. Wir haben auch Shops, wo das nicht so stattfindet, und das merkt man jeden Tag an den Umsätzen.

Was die Größe angeht, passen Sie Ihr Produkt individuell für Ihre Kundinnen und Kunden an, je nachdem, was gebraucht wird?
Ja. Wir haben Kleinstinstallationen, wo es ein Mastersystem und ein Ausgabesystem gibt. Wir haben aber auch größere Installationen mit vier Komplettsystemen, also vier Bestelleinheiten. Oder acht oder zehn Ausgabeeinheiten – alle miteinander vernetzt. Die Größe ist völlig unerheblich. Wir passen das den Gegebenheiten an.

Und wenn wir jetzt auf die Konsumentinnen und Konsumenten gucken – was haben die heute für Erwartungen an Verkaufsautomaten und inwieweit gehen Sie da mit Ihren Lösungen rein? Haben Sie konkrete Beispiele?
Punkt eins: Es soll wirklich einfach sein. Man muss ein System mit einer Customer Journey aufstellen, wo sich jeder angesprochen fühlt. Ich meine, die Jungs und Mädels von heute, die spielen den ganzen Tag am Smartphone. Die wissen, wie sie den Touchscreen bedienen. Aber wir haben das so angepasst, dass es eben auch für meine Generation selbsterklärend ist: Du musst hier drücken, jetzt geh mit dem Finger hoch oder runter, wähle dir dein Produkt aus, willst du eins mehr, dann geh aufs Plus. Und auch die Dinge, bei denen eine Altersverifizierung nötig ist, zum Beispiel wenn die Kundin oder der Kunde Tabakwaren gekauft hat, werden mit Videoanleitung erklärt. Beispielsweise, wie der Ausweis vorgehalten wird. Der Kunde muss sich wiederfinden. Und natürlich ist es genauso wichtig, dass das Ergebnis von so einem Einkauf dem entspricht, was sich der Konsument wünscht. Vollständig, schnell und effizient. Der Kunde will vielleicht noch mehr haben als ein Heißgetränk, ein Kaltgetränk oder Schoko. Wenn, wie vorhin erwähnt, eine Waschanlage am Standort ist, kann direkt der Coupon herausgegeben werden. Wenn der Kunde auf dem Nachhauseweg noch einen Fleurop-Gutschein oder einen Playstation-Gutschein für die Kids holen will, haben wir das auch in unseren Systemen implementiert. Die Gutscheine sind direkt aktiviert und gültig. Also ab Ausdruck des Gutscheins können sie ihn sofort in ihr Amazon-Konto übertragen.

Die Module können individuell für jeden Standort zusammengestellt werden. (Foto: twenty4U)

Sie haben mit der WashTec eine Kooperation. Was macht diese Kombination aus Ihren Automaten und dem System Waschanlage innovativ?
Ja, WashTec waren sogar die ersten, die im Waschbereich dazugekommen sind. Die haben gefragt, ob wir ihre Portalwaschanlagen integriert bekommen. Denn wenn die Tankstellen über personallos nachdenken, dann lohnt sich ein Single-Checkout, wo man dann einfach auch den Waschcoupon mit herausbekommt. Das haben wir dementsprechend integriert. Wir haben zur UNITI-Messe in Stuttgart auch eine Integration der Christ Wash Systems. Es geht dabei grundsätzlich um das Thema Single-Checkout – also darum, verschiedene Waren, Services, Dienstleistungen in einem System zu bekommen. Jedem sage ich: Vergiss den Snickers und die Cola, da muss mehr drin sein, viel mehr Mehrwerte für den Kunden. Und was den Betreiber, den Kunden betrifft, muss diese Integration auch im wirtschaftlichen Bereich mehr bedeuten.

Wenn wir uns jetzt die Betreiberinnen und Betreiber angucken – was haben die für Vorteile? Es gibt auch Applikationen, die Sie zur Verfügung stellen. Wie erleichtern diese den Alltag und die Geschäftssteuerung?
Ich gehe mal kurz auf einen wirtschaftlichen Vorteil für die Betreiber ein, denn der steht ganz weit vorne. Es gibt Tankstellen in Deutschland, die haben einen so dramatischen Umsatzeinbruch bei Kraftstoffen, dass sich der Shop mit Personal nicht mehr trägt. Denn ein normaler Shop ist von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr immer ein Zweischichtbetrieb. Das ist nicht mehr bezahlbar, also werden die Shops geschlossen und der Umsatz mit Kraftstoffen geht noch weiter zurück. Mit der Eröffnung eines personallosen, vollautomatisierten Shops konnten wir innerhalb weniger Monate die Kraftstoffumsätze wieder auf das alte Niveau heben. Weil die Leute wieder kamen. Das ist der aller allergrößte wirtschaftliche Effekt, den der Betreiber hat – neben der Marge an der Pepsi.

Und dann muss es für ihn – Thema Applikationen – einfach sein. Beim Personal gibt es Kosteneinsparungen, aber auch Aufwandseinsparungen. Dann dürfen die Aufwände nicht wieder gleich groß werden, wenn man einen vollautomatisierten Shop aufbaut. Das bedeutet: automatisierte Bestelllisten an den Großhandel, automatisierte Nachfülllisten für den Befüller, damit dieser mit einem leeren Bulli wieder nach Hause kommt und nicht zu viel einpackt.

Das Stichwort Analytics ist auch eine never-ending Story, die bei uns vom ersten Tag an ganz weit vorne steht. Dabei müssen wir Schritt für Schritt gehen. Natürlich erfasst unser System Daten für den Betreiber, deren Auswertung aber erst ab einem bestimmten Zeitpunkt Sinn ergibt, wenn man eine gewisse Datenmenge hat. Und dann reden wir weniger über Predictive Analytics, sondern von Standard Analytics, die sich auf die Vergangenheit berufen. Predictive, und das ist der nächste Schritt, den wir machen, ist, dass das System ganz genau weiß, wann sein Lift kaputtgeht. Das System wird wissen, wie lange sein Kühlaggregat noch hält, weil es die Vibration, Laufzeiten, Temperaturwechsel, Luftfeuchtigkeit analysiert. Das ist Predictive Maintenance und da gehen unsere Systeme auch rein, um für den Betreiber die Ausfallzeiten Richtung Null zu steuern.

Stichwort Datenanalyse…
Wir schreiben Daten, keine personenbezogenen, sondern nur maschinenbezogene Daten. Das möchte ich betonen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wir sehen, dass ein Kunde im Edeka am Kassenband steht und seine Waren hinlegt. Da liegen dann ein Päckchen Milch und eine Tüte Haferflocken. Dann weiß Edeka natürlich, was in diesem einen Einkauf eingekauft wurde. Aber weiß Edeka, ob der Kunde zuerst die zarten oder die kernigen Haferflocken angeschaut hat? Hat er vielleicht zuerst die fettarme oder die 3,5 % Milch angeschaut? In welcher Reihenfolge hat er die Produkte in seinen Warenkorb gepackt? All diese Dinge sind an der Standardkasse nicht bekannt, aber wir können den Customer mit seinem Einkaufsvorgang sehr gut tracken – ohne persönliche Daten, aber die Gewohnheiten erfassen wir. Dann sehen wir beispielsweise auch, ab welchen Temperaturumschwüngen das Thema Eis relevant wird. Schon ab 12 Grad plus oder warten wir, bis 15 Grad gemeldet sind und packen dann das Eisfach voll?

Das bedeutet: Sie haben eine ganze Fülle an Daten, die Ihnen was über die Verhaltensweisen der Kundinnen und Kunden sagen, aber die sind losgelöst von der tatsächlich einkaufenden Person. Also, den Datenschutz zu wahren ist wichtig, aber die Daten, die Sie bekommen, verarbeiten Sie, um Strategien daraus abzuleiten?
Richtig, es ist genau dasselbe bei der Altersverifizierung. Da könnte sich der Kunde Sorgen machen, dass wir wissen, dass er raucht. Aber das ist nicht der Fall. Der Ausweis oder die Führerscheinkarte haben gewisse Merkmale in der Karte gespeichert. Es gibt Sicherheitsmerkmale, die geprüft werden müssen. Wir haben hier die Technologie nicht komplett neu erfunden, es ist eine Proven Technology. Und am Ende werden von diesen Ausweisdokumenten weder Ausweisnummer noch Name oder Foto getrackt, sondern einfach nur der Tag und die Kategorie „16 plus“ oder „18 plus“. Sobald das Dokument Gültigkeit besitzt, war es das. Wir nehmen nachweislich keine personenbezogenen Daten.

twenty4U bietet auch für den Außenbereich attraktive Lösungen. (Foto: twenty4U)

Sie haben sich für eine cloudbasierte Anwendung entschieden. Welche Vorteile gibt es da für Ihre Kundinnen und Kunden?
Unsere Betreiber bekommen verschiedenste Applikationen mit dem System zur Verfügung gestellt. Das Allerwichtigste ist das Remote-Monitoring-System. Wenn in einem Ausgabeschrank eine Temperatur steigt, weil zum Beispiel die Schublade nicht richtig geschlossen ist, kommt proaktiv eine Alarmmeldung. Dieses Tool ist ganzheitlich standortübergreifend und für den Betreiber ist über den Browser, iOS oder Android immer auf einen Blick zu erkennen: Ist meine installierte Basis gesund? Das funktioniert nur in der Cloud. Ansonsten hätte er 35 Einzelanwendungen und 35 Einzelstandorte. Wir haben das kombiniert. Der Betreiber weiß vom Wohnzimmer aus, dass in Cuxhaven am Standort B nur noch 5 Meter Papier in der Kassenzettelausgabe sind. Das System weiß also: bei der nächsten Befüllung Papier mitnehmen. Das System liefert in einer einzigen Applikation sekündlich einen Live-Zustand ab. Und auf der Messe in Stuttgart präsentieren wir auch die Kassenintegration für alle Scheidt & Bachmann-Kunden sowie auch Huth. Die Integration eines Vending-basierten Smartstores in die Scheidt & Bachmann Kassenumgebung gibt es ausschließlich mit und bei twenty4U.

Vor zwei Jahren waren wir das erste Mal auf der UNITI expo und haben mit unserer Systemtechnologie den Tankstellenmarkt erstmals für die gesamte Vending-Branche interessant gemacht. Und ich sehe jetzt im Hallenplan, dass einige Automatenanbieter versuchen, in diesem Bereich Fuß zu fassen, und ebenfalls ausstellen. Das nehme ich selbstverständlich ernst, aber ich glaube, dass wir uns durch unsere technologische Entwicklung Alleinstellungsmerkmale in dem Bereich in der Mobility-Branche geschaffen haben, die man nicht so einfach mal aufholen oder nachbauen kann. Wir konzentrieren uns auf Tankstellen, Raststätten und Charging Parks. Wir kennen deren Nöte und Bedürfnisse. Ich gehe an keine Hotel- oder Fitnessketten ran. Das können andere besser, aber ich kann Tankstellen.

Gehen wir noch ein bisschen tiefer rein, was die Messebesucherinnen und Messebesucher bei Ihnen erwartet.
Unser Slogan ist „A Universe of smart store solutions“. Das nehmen wir für uns in Anspruch. Es reicht nicht, einen Shop zu errichten. Es muss ein ganzes Universum sein. Wir haben ein Ecosystem von Technologiepartnern, die das mit uns durchziehen und genau das macht uns so stark. Und das werden wir auf der Messe darstellen. Ohne so ein Ecosystem wird man keine gesamtheitliche Lösung für einen dedizierten Markt erstellen können. Als Zweites zeigen wir an unserem Stand live unsere Integrationspartner. Und der dritte Part, den wir in unserem Universum aufzeigen, sind die ganzen Partner aus der Lebensmittelbranche. Wir haben ein richtig tolles Netzwerk geschaffen. Und es ist unsere Absicht, das auf der Messe zu präsentieren. Ja, wir sind die Mobility-Lösung für den Shop-Bereich. Wer immer per Copy Paste mit dem Verkaufsautomaten in Richtung Tankstelle kommen möchte, wird es nicht schaffen. Wir haben uns den Vorsprung drei Jahre lang erarbeitet, der ist in der Form eigentlich gar nicht mehr aufzuholen.

Und wenn wir jetzt ein bisschen weiter in die Zukunft schauen – was planen Sie für Entwicklungen und Features im Bereich KI, Vernetzung oder Smart Retail?
Im Bereich KI wird das Thema Predictive Maintenance im Mittelpunkt stehen. Außerdem werden wir weitere Applikationen und Integrationen einbeziehen. Ein ganz besonderes Augenmerk werden wir auf Data Analytics, sprich auf Verkaufszahlen und Customer Journeys in Echtzeit, legen. Es geht um Mehrwerte für ein existierendes System. Deswegen die offene Plattform. Deswegen in der Cloud. Deswegen offene APIs und Schnittstellen.

Aktuell sind Sie fokussiert auf den deutschen Markt. Aber Ihre Kunden haben ihre Netze nicht nur im europäischen Umfeld. Ist das für Sie auch von Interesse?
Klares Ja. Wir arbeiten heute schon mit Interessenten aus dem benachbarten Ausland. Ich war in den letzten Monaten direkt mit einem größeren Kunden in Katar im Austausch; die derzeitige Lage hat dies allerdings zunächst on hold gesetzt.

Bei solchen Projekten müssen wir ganz genau abwägen. Nach Amsterdam, Grenoble oder Bern kriegen wir alles hin. Wenn es dann Übersee geht, brauchen wir Hilfe. Ich bin da sehr aufgeschlossen. Wenn wir über die großen Mineralölkonzerne reden, sage ich auch: Lasst uns gemeinsam erstmal im DACH-Raum Fuß fassen und dann können wir uns ausbreiten. Das ist die Strategie. Wir müssen Fuß fassen und ein ganz gesundes Wachstum an den Tag legen. Das ist das, was die Kunden und die Investoren schätzen: Wir bleiben auf dem Boden, wir machen es richtig und gesund.

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