Das Cleantech-Unternehmen INERATEC GmbH, Karlsruhe, und der französische Industriekonzern TERTU SAS, Villedieu-lès-Bailleul, haben das Joint Venture T.H2 gegründet und damit einen wichtigen Schritt zur Entwicklung einer gemeinsamen Anlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe in der Nähe von Caen in der Normandie getan. Die Anlage wird im Rahmen des Projekts „BELair“ entwickelt, für das die Partner derzeit einen Antrag beim Europäischen Innovationsfonds vorbereiten. Die T.H2 strebt den Aufbau der ersten Industrieanlage in Frankreich an, die lokal gewonnene Holzreststoffe mithilfe der Fischer-Tropsch-Technologie in nachhaltige synthetische Kraftstoffe und Wachse umwandelt. Die Anlage folgt auf die Inbetriebnahme von ERA ONE, laut der INERATEC Europas erster E-Fuel-Anlage im kommerziellen Maßstab, die 2025 von der INERATEC in Betrieb genommen wurde.
Das Joint Venture T.H2 vereint das sich ergänzende Fachwissen beider Partner. Die INERATEC bringt ihre modulare Gas-to-Liquids-Technologieplattform sowie seine Erfahrung beim Bau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb von Industrieanlagen ein, die Synthesegas mittels des Fischer-Tropsch-Verfahrens in synthetische Kraftstoffe und Chemikalien umwandeln. Die TERTU steuert ihr Fachwissen in der Sammlung, Aufbereitung und Verwertung von Holzresten sowie ihre starke industrielle Präsenz in Frankreich und seine regionalen Partnerschaften in der Normandie bei.
Die Anlage wird jährlich rund 60.000 t Holzreststoffe verarbeiten, die aus den regionalen Wäldern und der Industrie stammen. Die Holzreststoffe werden mittels Vergasung in Synthesegas umgewandelt. Mithilfe der Technologie der INERATEC wird dieses Synthesegas anschließend in nachhaltige synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt, darunter E-SAF für die Luftfahrt und Grundchemikalien wie E-Naphtha.
Durch die Kombination von Biomasseverwertung und fortschrittlicher Kraftstoffsynthese schafft das Projekt BELair eine neue industrielle Kreislaufwertschöpfungskette in der Region Normandie. Lokale Holzreststoffressourcen werden in nachhaltige synthetische Kraftstoffe umgewandelt, die zur Dekarbonisierung der Luftfahrt und anderer schwer zu dekarbonisierender Sektoren wie der chemischen Industrie beitragen können.
Das Projekt ist eine deutsch-französische Industriepartnerschaft, die darauf abzielt, den Ausbau der Produktion synthetischer Kraftstoffe in Europa zu beschleunigen, und die von der BPI France SA, Maisons-Alfort sowie der Region Normandie/ELER unterstützt wird. Das Projekt zeigt, wie bewährte und innovative Technologien kombiniert werden können, um eine dezentrale und widerstandsfähige Produktion synthetischer Kraftstoffe in ganz Europa zu fördern. Die Partner verdeutlichen, dass sich die Kraftstoffproduktion über regionale Wertschöpfungsketten rasch zu einer Chance für die europäische Energiesicherheit entwickelt.
Das Projekt hat die ersten technischen Phasen durchlaufen und befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase in der Nähe von Caen, wobei die Inbetriebnahme für 2029 geplant ist.






