Die Wilhelm Hoyer B.V. & Co. KG, Visselhövede, einer der nach eigenen Angaben führenden Betreiber von Tankstellen und Autohöfen in Deutschland, gibt den Start einer zukunftsweisende Kooperation mit dem Technologie-Unternehmen Lichtwart GmbH, Herford, bekannt. Als Pionierkunde der Lichtwart im Tankstellensegment setzt Hoyer auf die innovative Smart-Building-Lösung des Herforder Unternehmens, um ihre Standorte energieeffizienter, wartungsärmer und betriebssicherer zu machen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase beginnt jetzt der Roll-out der Technologie an mehreren Tankstellen.
Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Betriebskosten zu senken, das Technik-Personal zu entlasten und Lichtimmissionen zu reduzieren. Das System von Lichtwart, das als „Smart Home für die Tankstelle“ beschrieben werden kann, vernetzt und steuert verschiedenste technische Anlagen – von der Beleuchtung des Preismasts über Klimaanlagen bis hin zur Leckwarnanzeige.
Intelligente Steuerung senkt Energieverbrauch und Lichtimmissionen
Ein zentraler Vorteil der Kooperation ist die drastische Reduzierung des Energieverbrauchs. An den ersten ausgestatteten Standorten wie Großenhain, Dörpen, Ilsenburg und demnächst am Autohof Rade werden bereits signifikante Kostenreduktionen von 40 % bis 50 % allein im Bereich Licht erzielt. Dies wird durch eine intelligente Steuerung der Beleuchtung erreicht:
- Dynamische Beleuchtung: Lichtwerbung wird nachts auf bis zu 40 % gedimmt. Die Beleuchtung von Zapfsäulenbereichen wird nur dann von 30 % auf 80 % erhöht, wenn ein Bewegungssensor ein Fahrzeug oder eine Person erfasst.
- Bedarfsgerechter Einsatz: Unnötige Dauerbeleuchtung, beispielsweise in Waschboxen oder an hellen Tagen, gehört der Vergangenheit an. Das System passt die Beleuchtung automatisch an die Umgebungshelligkeit und die Tageszeit an.
- Reduzierung von Lichtimmissionen: Angesichts kommender gesetzlicher Regulierungen zur Lichtverschmutzung positioniert sich die Hoyer proaktiv, insbesondere an ländlichen Standorten in Naturnähe.
„Eine Tankstelle muss ein sicherer und einladender Ort sein, aber sie muss nicht 24/7 wie ein Leuchtturm die Landschaft überstrahlen. Der Always-on-Betrieb ist schädlich für die Tierwelt und eine unnötige Energieverschwendung. Mit der intelligenten Steuerung von Lichtwart schalten wir das Licht nicht einfach aus, wir nutzen es präzise und nur so viel, wie wirklich gebraucht wird“, erklärt Markus Hoyer, geschäftsführender Gesellschafter der Wilhelm Hoyer B.V. & Co. KG.
Effizienteres Facility Management als Antwort auf den Fachkräftemangel
Die größte Revolution findet jedoch im technischen Management der Standorte statt. Das Lichtwart-System agiert dabei als digitaler Hausmeister, der rund um die Uhr den Zustand aller angeschlossenen Anlagen überwacht.
„Lichtwart ist wie ein zusätzlicher Mitarbeiter, der nie krank wird und keinen Urlaub nimmt“, bringt Johannes Mailänder, Mitgründer von Lichtwart, die Funktion des Systems auf den Punkt. „Wir sind Auge, Ohr und verlängerter Arm direkt in der Tankstelle.“
Die Vorteile für die technische Abteilung von Hoyer sind bereits jetzt vielfältig:
- Präzise Fehlerdiagnose: Das System identifiziert exakte Fehlerquellen – sei es ein defektes LED-Netzteil in der Lichtwerbung, ein Stromausfall oder eine Unregelmäßigkeit am Stromzähler. Dies verkürzt die Fehlersuche von Stunden auf Minuten.
- Optimierte Serviceeinsätze: Techniker wissen vor der Anfahrt genau, welches Problem vorliegt. Falschanfahrten oder mehrfache Touren werden vermieden. Dies entlastet nicht nur die Techniker, sondern ist auch eine direkte Antwort auf den branchenweiten Fachkräftemangel.
- Zentrales Monitoring: Über eine Deutschlandkarte in der Software ist der Status jeder Tankstelle (grün, orange, rot) in Echtzeit einsehbar. Alarm-Workflows informieren automatisch die zuständigen Personen oder Gewerke.
- Fernwartung: Mit Lichtwart können von der Zentrale aus bei Störungen die Systeme zum Beispiel zurückgesetzt oder neu gestartet werden. Das spart teure und zeitintensive Anfahrten, oft hunderte Kilometer entfernt.
„Die Möglichkeit der frühzeitigen Fehlererkennung und Fernwartung ist für uns extrem spannend“, hebt Jörg Tiedemann, Geschäftsbereichsleiter Tankstellen bei Hoyer, hervor.
Mehr Komfort und Sicherheit für das Personal vor Ort
Neben der Entlastung der Technik-Abteilung verbessert das System auch den Arbeitsalltag des Personals direkt an der Tankstelle. So kann beispielsweise programmiert werden, dass die gesamte Beleuchtung im Shop und auf dem Gelände bereits eingeschaltet ist, wenn die erste Schicht morgens um 4 Uhr eintrifft. Kein Mitarbeitender muss mehr eine dunkle Tankstelle betreten. Das steigert das Sicherheitsgefühl. Die intuitive Bedienung der Software erfordert dabei keine spezielle Schulung.
Mehr als nur Licht: umfassendes Condition und Energy Monitoring
Die Plattform von Lichtwart geht weit über die Lichtsteuerung hinaus. Durch die Anbindung von Strom- und Wasserzählern können beispielsweise Leckagen frühzeitig erkannt werden. Werden diese zu spät bemerkt, kann das beispielsweise in Waschstraßen schnell Kosten im fünfstelligen Euro-Bereich verursachen. Auch die Steuerung von Klimageräten in Shops wird optimiert, um Energieverluste durch offenstehende Türen zu verhindern.
Die Hardware von Lichtwart wird sowohl in bestehenden als auch in neu gebauten Tankstellen installiert, ohne dass die vorhandene Licht- und Gebäudetechnik zwingend ausgetauscht werden muss.
Das Lichtwart-Modul steuert mithilfe einer SIM-Karte über die Cloud der Telekom Lichtanlagen, Außenleuchten und alle weiteren angeschlossenen Aggregate in Immobilien. „Jeder Nutzer hat über PC, Tablet oder Smartphone weltweiten Zugriff auf seine Anlagen“, erklärt J. Mailänder.
Mit dieser Partnerschaft unterstreicht Hoyer ihren Anspruch, technologisch führend zu sein und ihre Standorte für die Zukunft sicher und effizient aufzustellen.






