hensec bringt maritime Aufklärung in die Luft: aisvogel verbindet Funk-, Positions- und Sensordaten

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Allgemein, Digitalisierung & KI, Forschung & Entwicklung, Logistik, Unternehmen
Maritime Sicherheit aus der Vogelperspektive.
Foto: hensec

Die hensec secure solutions (Heneka Elektronik und Sicherheit GmbH, Karlsruhe), hat mit „aisvogel“ eine unbemannte Sensorplattform für die maritime Überwachung entwickelt. Das System verbindet Funk-, Positions-, Bewegungs- und optische Daten zu einem gemeinsamen Lagebild und soll damit die Verifizierung von Schiffspositionen sowie die Überwachung von Seegebieten und kritischer Infrastruktur unterstützen.

Nach Angaben der hensec kann aisvogel große Seegebiete über mehrere Stunden überwachen und bei auffälligen Ereignissen gezielt in bestimmte Einsatzräume verlagert werden. Die Plattform ist mit unterschiedlichen Sensorsystemen ausstattbar, darunter RF-, AIS-, EO/IR-, GNSS- und Kommunikationssysteme. Die erfassten Daten werden zeitlich und räumlich miteinander verknüpft, um Auffälligkeiten besser einordnen zu können.

Kevin Heneka, Geschäftsführer der hensec, sagt: „Für ein belastbares maritimes Lagebild reicht es nicht, einzelne Datenquellen isoliert zu betrachten. Entscheidend wird es dort, wo Informationen miteinander abgeglichen werden: Passt die gemeldete Position zur tatsächlichen Beobachtung? Lässt sich eine auffällige Funkemission räumlich eingrenzen? Und ergeben verschiedene Sensoren zusammen ein schlüssiges Bild? Genau für solche Aufgaben haben wir aisvogel entwickelt.“

Verifikation elektronischer Schiffsdaten
Ein wesentlicher Anwendungsbereich der Plattform ist die Überprüfung von AIS-Daten. Das Automatic Identification System übermittelt automatisiert Informationen zu Identität, Position, Kurs und Geschwindigkeit von Schiffen. Nach Angaben des Unternehmens kann aisvogel diese Daten mit optischen Beobachtungen sowie weiteren Sensordaten vergleichen.

Dadurch lassen sich beispielsweise auffällige Positionssprünge, unplausible Bewegungsmuster oder mögliche Spoofing-Vorfälle identifizieren und gezielt untersuchen. Darüber hinaus kann die Plattform Funkaktivitäten erfassen und auswerten. Im Bereich der Satellitennavigation dient das System laut der hensec dazu, mögliche GNSS-Jamming- oder Spoofing-Ereignisse zu erkennen und räumlich zu analysieren.

Alle gewonnenen Informationen werden in einem gemeinsamen Lagebild zusammengeführt. Dadurch können Widersprüche zwischen elektronischen Signalen, tatsächlichen Bewegungen und beobachteten Positionen sichtbar gemacht und bewertet werden.

Hybridplattform für lange Einsatzzeiten
Die Basis von aisvogel bildet nach Angaben des Unternehmens die CarryAir-Plattform. Sie kombiniert die Eigenschaften eines Starrflüglers mit einem VTOL-System für senkrechtes Starten und Landen.

Mit Hybridantrieb sind Flugzeiten von bis zu zehn Stunden möglich. Die Plattform verfügt über eine Spannweite von rund 3 m und kann Nutzlasten von bis zu 7 kg beziehungsweise ein geschütztes Nutzlastvolumen von bis zu 60 l transportieren. Sechs Hubrotoren ermöglichen den vertikalen Start und die Landung.

Die Sensorausstattung kann abhängig vom jeweiligen Einsatzprofil angepasst werden. Als mögliche Anwendungsgebiete nennt die hensec die Überwachung von Schiffsverkehr, Seewegen, Offshore-Anlagen, Kabelkorridoren, Energieinfrastruktur und weiteren sensiblen maritimen Bereichen.

Nach Unternehmensangaben wird aisvogel in Deutschland entwickelt und produziert. Die Lieferkette der Plattform befindet sich vollständig innerhalb der Europäischen Union.

Mehrere Plattformen im Verbund einsetzbar
Eine Besonderheit von aisvogel ist nach Angaben der hensec der Verbundeinsatz mehrerer Plattformen. Mehrere Drohnen können dabei dasselbe Signal aus unterschiedlichen Positionen erfassen und die gewonnenen Daten gemeinsam auswerten.

Durch kooperative Peil- und Geolokalisierungsverfahren lassen sich auffällige Emissionen genauer lokalisieren. Parallel können weitere Plattformen das Einsatzgebiet überwachen oder Kontakte optisch verifizieren.

K. Heneka betont: „Gerade auf See ist Mobilität ein entscheidender Vorteil. Statt ausschließlich darauf angewiesen zu sein, was von einem festen Standort aus erfasst werden kann, bringen wir die Sensorik über das Einsatzgebiet für eine umfassende Vogelperspektive. Und wenn mehrere Plattformen zusammenarbeiten, können wir eine auffällige Situation aus unterschiedlichen Positionen betrachten und die gewonnenen Informationen miteinander verbinden.“

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