Die Transportbranche investiert zunehmend in elektrische Nutzfahrzeuge. Doch mit der Bestellung der Fahrzeuge beginnt erst der eigentliche Transformationsprozess: die Elektrifizierung des Depots. Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover präsentierte die GP JOULE Gruppe, Reußenköge, Lösungen für das wirtschaftliche Laden von E-Lkws am Unternehmensstandort.
„Viele Unternehmen konzentrieren sich zunächst auf die Fahrzeuge. Für den wirtschaftlichen Betrieb einer elektrischen Flotte ist jedoch entscheidend, wie Energie am Depot bereitgestellt, gespeichert und gesteuert wird“, sagt Dr. Fabian Sösemann, Geschäftsführer bei der GP JOULE CONNECT GmbH, Reußenköge. Das Unternehmen begleitet Transportunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Analyse und Planung über die Umsetzung bis zum Betrieb der Infrastruktur.
Steigende Flottengrößen erhöhen den Bedarf an Ladeleistung und die Anforderungen an die Verfügbarkeit der Energie. Das stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen beim Netzanschluss, bei den Energiekosten und bei der Betriebssicherheit.
Die GP JOULE verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet das Depot als integriertes Energiesystem aus Ladeinfrastruktur, Netzanschluss, Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligentem Energiemanagement. Ziel ist, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, die Gesamtkosten der Flotte nachhaltig zu senken und gleichzeitig die Betriebssicherheit des Energiesystems zu gewährleisten.
Das Depot als Erfolgsfaktor
Die Grundlage dafür wird bereits in der Planungsphase gelegt. Statt Ladepunkte isoliert zu betrachten, analysiert die GP JOULE Fahrprofile, Standzeiten, Energiebedarf und Standortbedingungen, um die Infrastruktur passgenau auszulegen. Auch im laufenden Betrieb wird das Zusammenspiel aller Komponenten kontinuierlich optimiert, um Effizienz, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit langfristig sicherzustellen.
Welches Potenzial in diesem Ansatz steckt, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: Durch die Kombination von Ladeinfrastruktur mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Lastmanagement konnte die erforderliche Netzanschlussleistung für zehn elektrische Lkw von 1.650 kW auf 950 kW reduziert werden. Gleichzeitig sanken die Ladekosten um 42 %.
„Wer seine Flotte elektrifizieren will, sollte nicht zuerst über Ladepunkte nachdenken. Entscheidend ist die Frage, wie Fahrzeuge, Energieversorgung und Infrastruktur wirtschaftlich zusammenwirken“, betont Henning Krix, Abteilungsleitung Vertrieb & Marketing bei der GP JOULE CONNECT GmbH.
Neben sinkenden Energie- und Betriebskosten eröffnet die intelligente Depotinfrastruktur weitere wirtschaftliche Perspektiven. Dazu gehören Erlöse aus THG-Quoten, energiewirtschaftliche Vermarktungsmodelle sowie perspektivisch die Öffnung von Ladeinfrastruktur für Dritte. Damit entwickelt sich das Depot vom reinen Kostenfaktor zu einem aktiven Bestandteil der Unternehmensstrategie und der Energiewende.





