Mit dem 30. September 2026 endete das Projekt Green Hydrogen for Decentralized Energy Systems in Sub-Saharan Africa (GH2GH). Seit Januar 2023 entwickelte, errichtete und erprobte ein internationales Konsortium darin ein innovatives Wasserstoff-Microgrid.
Das aus Elektrolyseur, Wasserstoffspeicher und Brennstoffzelle bestehende System ermöglicht die Nutzung von Solarstrom zur Erzeugung von Wasserstoff. Dieser kann verlustfrei gespeichert werden und unter anderem bei Ausfällen des Stromnetzes per Brennstoffzelle rückverstromt werden. Das erprobte System hat eine Elektrolyseleistung von 20 kW, eine Brennstoffzellenleistung von 10 kW und kann rund 1,2 MWh chemischer Energie und 670 kWh elektrischer Energie in Wasserstoff speichern.
Das Konsortium aus dem Sustainable Technologies Laboratory der Hochschule Bochum, der Green Power Brains GmbH, München, und der SFC Energy AG, Brunnthal-Nord, hat mit GH2GH ein Leuchtturmprojekt umgesetzt, das wertvolle Erkenntnisse zum Potenzial und zur Zuverlässigkeit grüner Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien in der dezentralen Energieversorgung in Ghana und Subsahara-Afrika liefert. Die Projektergebnisse belegen, dass solche Systeme Dieselgeneratoren zur Überbrückung längerer Erzeugungs- und Versorgungslücken wirksam und nachhaltig ersetzen können. Besonders wertvoll sind die Erkenntnisse, die nur durch Demonstrationsprojekte unter realen Bedingungen gewonnen werden können. So konnte durch Weiterentwicklungen bei Systemdesign, Wasseraufbereitung, Kühlung und Betriebsstrategie ein stabiler Betrieb unter tropischen Bedingungen erreicht werden.
Gleichzeitig baute das Projekt durch die Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner Don Bosco Solar and Renewable Energy Center, Tema, gezielt Fachkompetenzen vor Ort auf. Die Einbindung lokaler Akteure in Installation, Betrieb und Wartung des Wasserstoff-Microgrids sowie die Ausbildung von Fachkräften tragen dazu bei, das erforderliche Know-how für den langfristigen Einsatz der Technologie in der Region aufzubauen. Demonstrationsprojekte wie GH2GH leisten einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit und Akzeptanz von Wasserstofftechnologien: Sie machen die Technologie erlebbar, schaffen Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit und fördern den Austausch zwischen potenziellen Anwendern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Das Wasserstoff-Microgrid wird in Tema auch nach Projektende weiterbetrieben und steht als Demonstrations-, Ausbildungs- und Leuchtturmprojekt für Interessierte aus Ghana und Westafrika zur Verfügung. So bleiben die gewonnenen Erfahrungen für Wissensaustausch, Kompetenzaufbau und die Entwicklung weiterer Projekte in der Region nutzbar und schaffen gleichzeitig wichtige Grundlagen für die weitere Verbreitung von Wasserstofftechnologien „Made in Germany“.
Darüber hinaus zeigt die Forschung der Hochschule Bochum und weiterer Partner wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu Umweltwirkungen, sozialer Akzeptanz, Marktpotenzialen und Geschäftsmodellen, sowie zu Degradationsmechanismen bei Elektrolyseuren. GH2GH liefert damit nicht nur technische Erkenntnisse, sondern auch wichtige Antworten auf die Frage, wie CleanTech „Made in Germany“ den Weg in internationale Märkte finden kann.
Das GH2GH-Projektvorhaben wurde über das Programm Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des BMUKN Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Als Programmgesellschaft hat die NOW GmbH das GH2GH-Projekt gemeinsam mit der Projektträgerin ZUG gGmbH, alle Berlin, eng begleitet.





