DIW analysiert Folgen von Handelssanktionen für Wirtschaft und Außenhandel

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Allgemein, Unternehmen, Wirtschaft
Importsanktionen können mehr Druck erzeugen als Exportbeschränkungen.
Foto: DIW Berlin

Handelssanktionen können bei den sanktionierten Staaten wirtschaftliche Kosten verursachen. Allerdings hängt die Höhe der Kosten von der Art der Handelssanktion, dem Umfang und den betroffenen Güterklassen ab. Das zeigt eine aktuelle Studie des DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. Betrifft das sanktionierte Handelsvolumen etwa 1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), kann die Wirtschaftsleistung pro Kopf um bis zu 1,6 %-Pkt. sinken.

Importsanktionen können stärker wirken
Die Studie untersucht 748 Handelssanktionen zwischen 1962 und 2020, bei der erstmals das betroffene Handelsvolumen nach Güterklassen differenziert betrachtet wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Sanktionen bereits in den ersten drei Jahren nach ihrer Einführung mit Rückgängen der Wirtschaftsleistung pro Kopf zwischen 0,5 %-Pkt. und 1,6 %-Pkt. verbunden sein können.

Dabei wirken Importsanktionen – also Beschränkungen von Importen aus dem sanktionierten Land – häufig stärker als Exportsanktionen. Sie betreffen vor allem Energie-, Agrar- und industrielle Erzeugnisse. Exportsanktionen dagegen zielen insbesondere auf den Zugang zu Industriegütern und Spitzentechnologien ab.

Handelsstruktur bestimmt Verwundbarkeit
Wie stark Sanktionen wirken, hängt neben ihrer Intensität wesentlich davon ab, ob betroffene Länder den Handel auf andere Handelspartner umlenken können. Besonders verwundbar können Länder mit wenigen Handelspartnern oder stark rohstofflastigen Exporten sein, wenn diese Länder nur begrenzte Möglichkeiten haben, ihren Handel umzulenken. „Wenn Länder ihre von Sanktionen betroffenen Exporte und Importe nicht umlenken können, entfalten Sanktionen eine deutlich stärkere Wirkung“, resümiert Studienautorin Josefin Meyer, Wissenschaftlerin in der Abteilung Makroökonomie im DIW Berlin.

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