Biomasse reicht nicht aus, um fossile Rohstoffe zu ersetzen

Gesch. Lesedauer: 2 Minuten
Bio, Energie, Forschung & Entwicklung, Nachhaltigkeit
Natürliche Ressourcen sind eine wichtige Grundlage der Bioökonomie – ihre nachhaltig verfügbare Menge ist jedoch begrenzt.
Foto: Dr. Meghan Beck-O‘Brien

Setzen sich die heutigen Verbrauchstrends fort, reicht die nachhaltig verfügbare Biomasse nicht aus, um fossile und andere nicht erneuerbare Ressourcen vollständig zu ersetzen. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Kassel. Sie zeigt außerdem, dass die ökologischen Fußabdrücke der deutschen Bioökonomie die berechneten Richtwerte für eine global sichere und gerechte Ressourcennutzung deutlich überschreiten. Die Forschung entwickelt verschiedene Vergleichsmaßstäbe, um den Ressourcenverbrauch Deutschlands im Verhältnis zu globalen Belastungsgrenzen, zum weltweiten durchschnittlichen Ressourcenverbrauch sowie zu nachhaltigen nationalen Versorgungskapazitäten einzuordnen.

Die Bioökonomie verfolgt das Ziel, fossile Rohstoffe schrittweise durch biologische Ressourcen zu ersetzen. „Unsere Studie stellt die Frage: Wie viel ist zu viel? Eine nachhaltige Bioökonomie kann nur gelingen, wenn wir auch berücksichtigen, wie viel wir in Deutschland verbrauchen und wie viel ökologisch sicher und sozial gerecht verfügbar ist“, erklärt Dr. Meghan Beck-O’Brien vom KIS Kassel Institute for Sustainability.

Vergleich von fünf ökologischen Fußabdrücken
Als einen der entwickelten Vergleichsmaßstäbe verglich das Forschungsteam die ökologischen Fußabdrücke der deutschen Bioökonomie mit global sicheren und gerechten Richtwerten für fünf Umweltkategorien: Ackerlandnutzung, nachhaltige Holzernte, Biomasseproduktion, Wasserverbrauch und Treibhausgasemissionen.

Alle fünf untersuchten ökologischen Fußabdrücke der deutschen Bioökonomie liegen oberhalb des definierten Rahmens für eine global sichere und gerechte Ressourcennutzung. Konkret überschreiten die deutschen Fußabdrücke die geschätzte untere Grenze des Bereichs um das 1,6- bis 4,2-Fache. Auch die obere Grenze wird laut den Berechnungen um das 0,9- bis 3-Fache überschritten. Deutschland weist damit ein überdurchschnittlich hohes Verbrauchsniveau auf.

Vorschlag für ein regelmäßiges Monitoring
Deshalb empfehlen die Forschenden ein regelmäßiges Monitoring, das den direkten und indirekten Ressourcenverbrauch Deutschlands sowie die nachhaltig verfügbaren Ressourcen erfasst. Die Daten sollen politische Entscheidungen unterstützen und den gesellschaftlichen Diskurs darüber stärken, was nachhaltiger Konsum bedeutet.

Über das Projekt SYMOBIO
Die Studie entstand am KIS Kassel Institute for Sustainability im Verbundprojekt SYMOBIO (Systemisches Monitoring und Modellierung der Bioökonomie). Das vom BMFTR Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Berlin, geförderte Verbundprojekt vereint acht Partnerorganisationen unter der Koordination der Universität Kassel. Weitere Informationen unter www.monitoring-biooekonomie.de.

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