Bio-CNG für Straßengüterverkehr: Staatssekretär Christian Hirte wirbt für Antriebsmix

Gesch. Lesedauer: 2 Minuten
Bio, Logistik, Nachhaltigkeit, Tankstellen
Beim Besuch der CNG-Tankstelle von OG Clean Fuels in Gebesee bei Erfurt machte Staatssekretär Christian Hirte (links) direkt den Praxistest und tankte einen Lkw in wenigen Minuten für eine Reichweite von rund 600 km. Begleitet wurde er von der Landtagsabgeordneten Claudia Heber und Jens Voshage vom Tankstellenbetreiber.
Foto: OG Clean Fuels/Stegmann

Während die meisten Unternehmen über klimaneutralen Straßengüterverkehr nur diskutieren oder lediglich einzelne Testfahrzeuge einsetzen, haben andere bereits große Teile ihrer Flotte auf kostengünstige und klimaschonende CNG-Lkw umgestellt. Im Rahmen seiner Sommertour informierte sich der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr Christian Hirte Ende August dieses Jahres an einer CNG-Tankstelle der OG Clean Fuels GmbH, Emstek, über Rahmenbedingungen und Praxiserfahrungen beim Einsatz von Gas-Lkw mit regenerativem Bio-CNG.

„E-Lkw sowie Wasserstoff bestimmen die Schlagzeilen und politische Debatte – doch hier sieht man, dass es für einen klimaschonenden Straßengüterverkehr praxisgerechte Lösungen gibt, die in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt sind“, stellt C. Hirte fest. Der Staatssekretär erklärt weiter: „Die Elektrifizierung wird ein wesentlicher Baustein für eine zukunftsfähige Logistik sein. Doch es braucht einen Antriebsmix, um die Anforderungen der Transportwirtschaft hinsichtlich Kosten, Flexibilität und Praxistauglichkeit zu erfüllen.“ Es sei interessant gewesen, aus erster Hand zu erfahren, wie CNG-Lkw, die mit günstigen Gesamtkosten, einem flächendeckenden Tankstellennetz und praxisbewährten Fahrzeugen punkten, ganze Lkw-Flotten transformieren können. Die deutlich steigende Nachfrage aus der Logistikwirtschaft sowie die steigenden Absatzmengen von Bio-CNG in Deutschland seien ihm so nicht bewusst gewesen. „Es freut mich, dass die Unternehmen in Deutschland auch auf regenerative Kraftstoffe setzen und so die Transformation der Flotten zu regenerativen Antrieben beschleunigen.“

„Viele Unternehmen kommen erst über einen Umweg zu uns“, berichtet Jens Voshage der OG Clean Fuels. Sie würden feststellen, dass sich eine Elektrifizierung ihrer Lkw-Flotte aufgrund fehlender Netzanschlusskapazitäten auf absehbare Zeit nicht realisieren lässt. Um sich von stark steigenden Dieselpreisen zu befreien und zugleich zukunftssicher mit einem kohlendioxidarmen Antrieb aufzustellen, suchen sie dann weiter nach Lösungen. „Hier sind der Kraftstoff Bio-CNG und das deutschlandweite Tankstellennetz meist die praxisgerechte Lösung“, sagt J. Voshage. Außerdem böten die Gas-Lkw strategische Vorteile gegenüber anderen Antrieben: Festpreise für den Kraftstoff mit Laufzeiten von vier Jahren oder länger sorgten für Sicherheit und da keine Investitionen in Infrastruktur durch die Transportunternehmen erforderlich sei, biete die Entscheidung für CNG-Lkw eine große Flexibilität bei künftigen Beschaffungsentscheidungen. Auch beim Klimaschutz ist Bio-CNG für den Straßengüterverkehr eine gute Wahl. „Der regenerative Kraftstoff hat negative CO2-Werte und ermöglicht damit eine klimaneutrale Logistik“, hebt der Mitarbeiter vom deutschen Marktführer bei CNG-Tankstellen hervor.

„Dass sich sowohl Logistik-Konzerne wie DHL oder Edeka als auch mittelständische Transportunternehmen für CNG-Lkw entscheiden, zeigt das große Potenzial von Bio-CNG“, zieht C. Hirte sein Fazit.

Hohe Dieselpreise sorgen für steigende Nachfrage bei Bio-CNG
Die diesjährigen Höhenflüge der Dieselpreise sorgen für einen deutlichen Nachfragezuwachs bei Bio-CNG als Kraftstoff für schwere Lkw. Gleich zwei Vorteile machen die Gas-Lkw wirtschaftlich attraktiv: Einerseits sind die Preise für Bio-CNG auch nach dem Angriff auf den Iran und die Sperrung der Straße von Hormus niedrig geblieben. Für Transportunternehmen kostet Biomethan deutlich unter einem Euro pro Kilogramm (netto); damit betragen die Kraftstoffkosten rund die Hälfte von Diesel. Außerdem wird Bio-CNG in Deutschland aus Abfall- und Reststoffen produziert und ist nicht mit internationalen Gashandelspreisen indiziert. Wie auch schon bei der Vollinvasion der Ukraine bleibt auch bei der aktuellen fossilen Preiskrise der Preis für Biomethan konstant niedrig.

Beitrag teilen:

Neueste Artikel

Erneuerbare & Regenerative Energien, Forschung & Entwicklung, Mobilität & Kraftstoffe, Nachhaltigkeit, Verbände

Flugzeugkonzept HYDRA auf Platz 1 der DLR Design Challenge 2026

Mobilität & Kraftstoffe, Unternehmen

Clever Tanken Kraftstoffpreise im August 2026: Super E10 war so teuer wie nie

Digitalisierung & KI, International, Personal, Unternehmen

AVEVA ernennt Brock Ballard zum neuen Chief Revenue Officer

E-Mobilität, Erneuerbare & Regenerative Energien, International, Logistik, Nachhaltigkeit, Unternehmen

HGK baut Logistikaktivitäten im Hamburger Hafen aus