Arbeitsmarkt im Wandel: KI verändert Jobs – Frauen jedoch nicht stärker betroffen

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Digitalisierung & KI, Verbände, Wirtschaft
Eine Studie hat den Zusammenhang zwischen Berufen mit hohem KI-Transformationspotenzial und Frauenanteil der Beschäftigten untersucht. Ein Geschlechtsspezifisches Muster lässt sich nicht erkennen.
Foto: DIW Berlin

Der technologische Fortschritt durch generative künstliche Intelligenz (KI) wird den Arbeitsmarkt grundlegend verändern. Frauen sind von diesen Veränderungen beruflich aber nicht deutlich stärker betroffen als Männer. Einige sowohl frauendominierte Berufe wie Pflege und Kinderbetreuung als auch männerdominierte Tätigkeiten etwa im Bauwesen bleiben von der KI vergleichsweise unberührt. Die größten Veränderungen sind in Berufen mit relativ ausgewogenem Geschlechterverhältnis zu erwarten. Eine auffällige Ausnahme bildet der Technologiebereich und hier insbesondere die Softwareentwicklung, in der nur wenige Frauen arbeiten, der aber stark von KI transformiert werden kann. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. und des Indeed Hiring Lab, der Forschungsabteilung der Indeed Inc., Austin.

Da der deutsche Arbeitsmarkt deutlich nach Geschlechtern segregiert ist und gleichzeitig KI die Berufe sehr unterschiedlich verändert, sind die Autorinnen der Frage nachgegangen, ob die KI-Transformation Frauen und Männer ungleich treffen wird. Dazu haben sie rund 3.000 berufliche Kompetenzen und Tätigkeiten aus Millionen von Stellenanzeigen auf der Jobplattform Indeed analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Ein geschlechtsspezifisches Muster ist nicht eindeutig erkennbar. „Entgegen vielen Befürchtungen zeigt unsere Analyse, dass die Transformation durch KI nicht entlang klassischer Geschlechterlinien verläuft und Frauen nicht stärker betrifft als Männer“, fasst Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics im DIW Berlin, die Ergebnisse zusammen.

Weiterbildung fördern und geschlechtsgerecht ausgestalten
Grundsätzlich gilt innerhalb einer Berufsgruppe: je komplexer die Tätigkeit, desto geringer das Transformationspotenzial. Auch wenn KI die Kompetenz- und Tätigkeitsprofile in nahezu allen Berufen verändern wird, hängt das Ausmaß stärker von institutionellen, kulturellen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen als vom Frauenanteil ab. Dazu zählt beispielsweise, ob Unternehmen KI eher nutzen, um Tätigkeiten zu automatisieren oder um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.

„Wichtiger als die genaue Verteilung von Frauen und Männern über die Berufe ist die Vorbereitung auf den Umgang mit KI. Studien zeigen, dass Frauen KI beruflich seltener nutzen als Männer“, erklärt Virginia Sondergeld, Economist im Indeed Hiring Lab und Gastwissenschaftlerin im DIW Berlin. „Frauen laufen nicht so sehr Gefahr, von der KI abgehängt zu werden, sondern von Menschen, die die KI beherrschen und mit ihr Produktivitätsgewinne erzielen können.“

Da KI-Kompetenzen künftig in fast allen Berufsfeldern benötigt werden, halten es die Autorinnen für besonders wichtig, bestehende geschlechtsspezifische Unterschiede in der Aneignung technologischer Fähigkeiten abzubauen. „Wenn wir die KI-Transformation als Chance nutzen wollen, müssen wir Weiterbildung nicht nur fördern, sondern gezielt geschlechtsgerecht ausgestalten“, sagt Studienautorin K. Wrohlich. Die Autorinnen empfehlen daher, Weiterbildungsangebote in KI-Kompetenzen auszubauen, gendersensibel zu gestalten und besonders in Branchen mit geringer Digitalisierung gezielt zu fördern.

„Wenn einer Pflegekraft gezeigt wird, wie sie KI zur Dokumentation oder für administrative Tätigkeiten einsetzen kann, dann entlastet sie das. Dadurch wird der Fachkräftebedarf in diesen Feldern gemindert und im besten Fall die Arbeitszufriedenheit erhöht“, stellt V. Sondergeld in Aussicht.

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