UNITI Mobility Payment Forum in Hamburg: Bargeld an der Tankstelle weiter rückläufig

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Digitalisierung & IT, Tankstellen, Unternehmen, Verbände
Jens Stolte, stolte consult, präsentiert auf dem diesjährigen UNITI Mobility Payment Forum in Hamburg die große Branchenstudie zu Tankstellen und Paymentsystemen.
Foto: eot

Vom 14. auf den 15. Januar 2026 fand im Hotel Grand Elysée in Hamburg das UNITI Mobility Payment Forum statt.
Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer der UNITI Bundesverband EnergieMittelstand e. V., Berlin, zeigte sich angesichts der gewohnt hohen Teilnehmerzahl sehr zufrieden und hob hervor, dass die UNITI-Veranstaltung mittlerweile ein fester Bestandteil in den Kalendern der nationalen und internationalen Innovationsführer der Branche geworden ist.

E. Kühn versprach bei der Eröffnung der Veranstaltung zwei Tage mit tiefen Einblicken in die Welt der Mobilität sowie in die damit verbundenen Zahlungstechnologien und Dienstleistungen. Die insgesamt rund 17 Fachvorträge sowie der CEO Talk, zwei Themen-Panels und die 16 begleitenden Workshops standen unter dem diesjährigen Motto „Mobility & Payment meets AI“ und trugen zu einem umfassenden Überblick über den Stand der Dinge bei.

Mehr Tankstellen in den Netzen des Mittelstandes
Traditionell eröffnete als erster Vortragender Jens Stolte, Inhaber der Beratungsgesellschaft stolte consult, Buxtehude, und Mitveranstalter des UNITI Mobility Payment Forums, mit der Vorstellung seiner großen Branchenstudie für Zahlungs- und POS-Systeme an Tankstellen die Vortragsserie. Die Jahreserhebung spaltet sich bei der Befragung in drei Kategorien auf: Major-Tankstellennetze mit mehr als 800 Tankstellen in Kategorie 1, die Tankstellen des Mittelstandes, die mehr als 200 Tankstellen zählen in Kategorie 2 sowie jene Stationen in Kategorie 3, zu denen weniger als 200 Tankstellen zählen.

In diesem Jahr konnten für die Branchenauswertung Daten von insgesamt 12.868 Stationen herangezogen werden. Dabei kam es zu einer Verschiebung innerhalb der Netzkategorien im Vergleich zum Vorjahr, denn sowohl in der Kategorie 1 sowie in der Kategorie 2 wurden zahlenmäßig weniger Stationen erfasst. Dafür kam es in der Kategorie 3 zu einem deutlichen Zuwachs. Die Major-Tankstellen verloren im Vergleich zum Vorjahr von 6.826 auf 6.605 Stationen und die Netze der zweiten Kategorie von 2.444 auf 2.031 Stationen. Die Zahl der Tankstellen in der Kategorie 3 stieg dagegen von 3.861 auf 4.232 Stationen.

Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Kraftstoffabsätze nach Kategorie, wies J. Stolte auf die deutlich höheren Durchsätze an den Stationen aus den Netzen der Kategorie 2 im Vergleich zu Stationen aus den Netzen der Majors hin und attestierte dem Mittelstand einen deutlichen Vorsprung im Kundenkontakt sowie der Kundenbindung.

Insgesamt nahmen die Kraftstoffabsätze über alle Kategorien im Bereich Benzin seit dem Einschnitt infolge der Corona-Pandemie wieder zu und bewegen sich – mit Ausnahme der Kategorie 2 – nahezu auf dem Vorkrisenniveau. Bei den Dieselabsätzen blieb eine Erholung aus. Für 2025 sind über alle Kategorien leichte Absatzrückgänge zu beobachten.

Erstmalig zeigt sich, dass der Gesamtabsatz von Ottokraftstoffen über dem des Dieselkraftstoffs liegt. Eine Entwicklung, die sich voraussichtlich fortsetzen wird. Der politisch unterstützte und gewollte Hochlauf der E-Mobilität ließ einen rapide sinkenden Kraftstoffabsatz an den Tankstellen vermuten. Mittlerweile zeigt sich, dass die Prognosen von der Realität eingeholt und noch eine lange Zeit die flüssigen Kraftstoffe für die Mobilität unersetzbar sein werden. Dennoch ist von einem zeitlich verzögerten, aber deutlichen Absatzrückgang auszugehen, da sich ein höherer Anteil an E-Fahrzeugen im Markt durchsetzen wird.

Shopgeschäft zieht weiter an, aber nur getrieben von Tabak und Getränken
Die Branchenstudie bestätige außerdem, dass sich das Shopgeschäft an den Tankstellen in den Jahren 2007 bis 2025 für alle drei betrachteten Netz-Kategorien weiter verbessert hat und damit immer mehr an Wichtigkeit für die strategische Ausrichtung des künftigen Geschäfts gewinnt. Die Standorte der Majors verzeichneten hier mit einigem Abstand zu den Standorten aus den Kategorien 2 und 3 die höchsten Umsätze.

Dabei machen unverändert die Umsätze mit Tabak und Getränken den größten Teil aus. Nur rund ein Viertel der Jahresumsätze entfallen auf andere Artikel. Im Vergleich 2019 zu 2025 lag der durchschnittliche Shopumsatz je Tankstelle und Jahr bei 999.380 Euro bzw. 1.259.390 Euro. Davon entfielen 737.864 Euro bzw. 979.431 Euro auf Umsätze mit Getränken und Tabak sowie 261.515 Euro beziehungsweise 283.187 Euro auf sonstige Umsätze. In der Langzeitbetrachtung wird deutlich, dass die Steigerung der Shopumsätze der letzten Jahre nahezu ausschließlich auf die Kategorie Tabak und Getränke zurückzuführen ist. Laut J. Stolte eine nicht zu verachtende Abhängigkeit, die bei künftigen Shopstrategien Beachtung finden sollte.

Im Waschgeschäft waren weitere Preissteigerungen möglich
Eine Autowäsche kostetet laut Studienergebnis an Tankstellen der Kategorie 1 im Jahr 2025 durchschnittlich 10,42 Euro im Vergleich zu 10,257 Euro im Jahr 2024. An Stationen aus der Kategorie 2 kam es zu Kosten in Höhe von 9,40 Euro im Vergleich zu 9,13 Euro und an Tankstellen aus der Kategorie 3 in Höhe von 9,98 Euro im Vergleich zu 9,83 Euro.

Debitkarten unverändert beliebtestes Zahlungsmittel
Hinsichtlich der Zahlungsarten an Tankstellen haben die Debitkarten mit 45,76 % am Gesamtumsatz den größten Anteil. Barzahlungen machen nur noch 24,29 % aus und bleiben damit nach 2024 weiter unter einem Anteil von einem Viertel der an Tankstellen getätigten Zahlungsvorgänge. Mit 17,69 % folgen die brancheneigenen Tankkarten, dann die Kredikartenumsätze mit einem Anteil von 10,38 %. Mobile Fueling-Umsätze lagen bei 0,37 % der Zahlvorgänge.

Bei den Debitkarten machen Girokarten einen Anteil von 73,34 % an den Zahlvorgängen aus, die EC-Lastschrift 5,43 %,
Kreditkarten insgesamt 18,07 % und maestro 2,37 %.

Beim Segment Kreditkarten ist die Mastercard über alle drei Tankstellenkategorien weiter der führende Anbieter
(1: 50,2 %; 2: 49,9 %; 3: 49,9 %) gefolgt von VISA (39,0 %; 41,6 %; 44,2 %) und Amex (10,6 %; 8,6 %; 5,9 %). Bei den Truckerkarten sind über alle drei Kategorien hinweg die Anbieter DKV mit 38,88 % und die UTA mit 16,56 % besonders umsatzstark.

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