JP Goule: Ministerpräsident Daniel Günther eröffnet Wasserstofftankstelle von HY.Kiel

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Unternehmen, Wasserstoff
Ministerpräsident Daniel Günther durchschneidet mit Gesellschaftern, Partnern und Kunden von HY.Kiel das Eröffnungsband.
Foto: HY.Kiel

Feierliche Eröffnung für das von der GP JOULE GmbH, Reußenköge, mitinitiierte Projekt HY.Kiel: Nach fünf Jahren Planungs- und Konstruktionszeit hat Ministerpräsident Daniel Günther Mitte September 2025 die erste öffentliche Wasserstofftankstelle in der Landeshauptstadt eröffnet. Gemeinsam mit Gästen aus Politik und Wirtschaft feierten die Projektbeteiligten die Inbetriebnahme des regionalen, nachhaltigen Wasserstoffökosystems. Über die Crowdfunding-Plattform GP JOULE INVEST CROWD, betrieben von der AUDITcapital GmbH, Gilserberg, können auch private Anleger in das Projekt HY.Kiel investieren.

„Mit der heute eröffneten Tankstelle machen wir einen weiteren wichtigen Schritt für die Energiewende: Grüner Wasserstoff wird hier in Kiel direkt vor Ort produziert und genutzt. Das ist ein Gewinn für den Klimaschutz und die regionale Wertschöpfung“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident D. Günther zur Eröffnung.

Nachdem Förderanträge, Genehmigungs- und Projektierungsarbeiten im Sommer 2024 durch den Projektierungs- und EPC-Dienstleister GP JOULE HYDROGEN GmbH, Reußenköge, abgeschlossen waren, ging es ganz schnell: Die Bauarbeiten an Wasserstoffproduktionsanlage und Tankstelle wurden innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt. Die ersten Betankungen an den 350-bar- und 700-bar-Zapfsäulen haben bereits stattgefunden. Ab sofort geht die Wasserstofftankstelle in den Testbetrieb und stellt regional produzierten „grünen“ Wasserstoff für Busse, Lkw und Pkw bereit.

Dass die gesamte Anlage in nur einem Jahr Bauzeit realisiert werden konnte, ist aus Sicht von D. Günther eine großartige Leistung aller Beteiligten. „Mit diesem Projekt zeigen wir einmal mehr in Schleswig-Holstein, dass nachhaltige Technologien nicht Vision bleiben, sondern Realität werden“, erklärt der Ministerpräsident überzeugt.

Feierliche Eröffnung in der Landeshauptstadt
Der Ministerpräsident durchschnitt gemeinsam mit den Geschäftsführern der HY.Kiel GmbH & Co. KG, Axel Niesing, Dr. Thorben Hänel-Muhs und André Steinau sowie Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Sabine Mues, Kreispräsidentin des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Bernd Muntowski, Präsident des Unternehmensverbands Logistik Initiative Schleswig-Holstein e. V., Itzehoe, Christina Cordes, Geschäftsführerin der GP JOULE HYDROGEN, und Ove Petersen, Chief Executive Officer der GP JOULE Gruppe, das Band zur feierlichen Eröffnung der Tankstelle.

Dr. Claudia Elif Stutz, Staatsekretärin im BMV Bundesministerium für Verkehr, Berlin, erklärte anlässlich der Eröffnung: „HY.Kiel zeigt, wie Zukunftstechnologie ganz konkret wird: Grüner Wasserstoff, direkt vor Ort produziert, macht emissionsfreie Mobilität in Kiel erlebbar. Mit unserer Bundesförderung unterstützen wir Projekte, die nicht nur Klimaschutz voranbringen, sondern auch Regionen stärken und neue Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft eröffnen.“

Nachhaltige Investitionen für alle
Im Rahmen der offiziellen Eröffnung von HY.Kiel stellten die Gesellschafter auch attraktive Investitionsmöglichkeiten für private Anleger vor: Mit der GP JOULE INVEST CROWD kann sich jeder am Ausbau erneuerbarer Energien beteiligen – und davon profitieren.

Wer sich für eine nachhaltige Geldanlage interessiert, kann über die Crowdfunding-Plattform von GP JOULE bereits ab 250 Euro in das Projekt HY.Kiel investieren und eine attraktive Rendite auf das eingebrachte Kapital erhalten.

HY.Kiel – Wasserstoff echt „grün“
HY.Kiel betreibt eine Wasserstoffproduktion und eine Tankstelle für Lkw, Busse und Pkw. Die Elektrolyse-Anlage mit 2 MW Leistung wird jährlich bis zu 180 t „grünen“ Wasserstoff produzieren können. Damit können täglich zum Beispiel 20 Lkw, 5 Busse und 10 Pkw vollgetankt werden. Das entspricht einer emissionsfreien Gesamtreichweite von bis zu 26.500 km pro Tag und damit einer Reduktion von 2.000 t CO2 pro Jahr. Dabei ist das Projekt skalierbar, kann also später erweitert werden.

„Unser Verbundprojekt HY.Kiel ist das Ergebnis einer gemeinsamen Zukunftsvision aller beteiligten Akteure und wird in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs in und um Kiel leisten“, sagte T. Hänel-Muhs: „mit der Eröffnung unserer Tankstelle gehen wir voran und ermöglichen emissionsfreie Mobilität in der Kiel-Region, insbesondere im Personen- und Schwerlastverkehr. In Verbindung mit modernen und intelligenten Speichertechnologien setzen wir mit HY.Kiel als Baustein auf weitere Potenziale in der Sektorenkopplung.“

Geplant ist unter anderem der Einsatz zweier Brennstoffzellenbusse der Autokraft GmbH, einer Tochter der DB Regio Bus Nord GmbH, beide Hamburg, im ÖPNV des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Weitere regionale Unternehmen aus Logistik und Gewerbe haben bereits ihr Interesse am Einsatz von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb bekundet.

Der in Kiel produzierte „grüne“ Wasserstoff – hergestellt mit Strom aus erneuerbaren Energien – kann auch in der Industrie zum Einsatz kommen oder an andere Tankstellen geliefert werden.

Ein erfolgreiches Modell
Das Prinzip von der HY.Kiel hat sich bereits in der Praxis bewährt: So wird in Nordfriesland bereits seit einigen Jahren unter Federführung der GP JOULE das Projekt eFarm mit mehreren Produktionsanlagen und zwei Tankstellen betrieben. Auch in Kiel gehört die GP JOULE zu den Initiatoren. Das inzwischen mehrfach preisgekrönte Projekt aus Nordfriesland diente als Blaupause für das Vorhaben in Kiel und wird demnächst um zehn Busse erweitert.

Die Errichtung der Elektrolyse-Anlage und der Wasserstofftankstelle für das Projekt HY.Kiel wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit insgesamt rund 5,5 Mio. Euro durch das BMV gefördert. Fördermittel für die Errichtung der Wasserstofftankstelle werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Das Förderprogramm wird von der NOW Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

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