H2 MOBILITY und rnv eröffnen neue Wasserstofftankstelle in Mannheim für die Öffentlichkeit und 13 neue Gelenkbusse vom Typ H2-eCitaro der rnv

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Allgemein, Unternehmen, Wasserstoff
v.l.n.r.: Alexander Thewalt, Beigeordneter, Dezernat Bau, Umwelt und Verkehr, WBL, Stadt Ludwigshafen; Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und Aufsichtsratsvorsitzender der rnv; Martin Jüngel, Geschäftsführer & CFO, H2 MOBILITY; Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer, rnv; Isabell Knüttgen, Leiterin Wasserstofftechnologien, e-mobil BW; Martin Eggstein, Ministerialdirigent und Abteilungsleiter Energiewirtschaft im Umweltministerium Baden-Württemberg; Christian Volz, kaufmännischer Geschäftsführer, rnv; Mirko Sgodda, Head of Marketing, Sales und Customer Services, Daimler Buses; Thomas Balmer, Vorstandsmitglied Bezirk Karlsruhe, Verband Baden-Württembergischer Omnisbusunternehmen (WBO), Geschäftsführer Wöhrle Reisen; Lutz Tesmer, Projektingenieur, ENGINIUS.
Foto: H2 Mobility

Vergangene Woche wurde eine Wasserstofftankstelle der H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG, Berlin, und der rnv Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, Mannheim, eröffnet. Die Eröffnung hat im Beisein von Martin Eggstein, Ministerialdirigent und Abteilungsleiter Energiewirtschaft im Umweltministerium Baden-Württemberg, und Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und Aufsichtsratsvorsitzender der rnv stattgefunden.

Ab sofort ist die neue Wasserstofftankstelle am rnv-Betriebshof an der Schlachthofstraße für die Öffentlichkeit und für neue Busse der rnv geöffnet. Die 13 Gelenkbusse vom Typ H2-eCitaro, die die rnv im Rahmen des Förderprojekts H2Rhein-Neckar in Mannheim beschafft, werden hier den benötigten Wasserstoff tanken. An einer Kombi-Zapfsäule können auch Lkw bei 350 bar, sowie Müllsammler, unter anderem des Stadtraumservice Mannheim, sowie kleine Nutzfahrzeuge und Wasserstoff-Pkw mit 700 bar tanken.

M. Eggstein erläutert, das der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Baden-Württemberg notwendig ist, um insbesondere auch schwere Fahrzeuge mit alternativen nichtfossilen Antrieben für die tägliche Praxis nutzbar zu machen. Das landesgeförderte Projekt H2Rhein-Neckar zeigt, wie der Umstieg auf kommunaler Ebene im ÖPNV angegangen werden kann.

Die neue Wasserstofftankstelle am Mannheimer Betriebshof der rnv ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der regionalen Wasserstoff-Infrastruktur. Laut C. Specht können dort gemeinsam mit den H2-Bussen und den H2-Abfallsammelfahrzeugen der Stadt Mannheim, im öffentlichen Teil auch private Pkw tanken. Die Tankstelle ist damit ein weiterer Schritt hin zur Klimaneutralität. Dafür ist es aus Sicht des Oberbürgermeisters wichtig, dass Themen wie Energiewende, Dekarbonisierung und der Aufbau einer klimaneutralen und leistungsfähigen Wirtschaft regional vernetzt angegangen wird. Die Kooperationsprojekte auf Ebene der Metropolregion Rhein-Neckar wie H2Rhein-Neckar und H2Rivers sind für ihn daher zentral, um Mannheim und die Region zukunftsfähig und unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen.

Verantwortlich für Bau und Betrieb der Tankstelle ist die H2 MOBILITY. Das Unternehmen eröffnete in Heidelberg auf dem neuen Betriebshof für alternative Antriebe der rnv bereits im April dieses Jahres eine Wasserstofftankstelle. Zusammen mit der rnv entsteht bis zum nächsten Jahr eine weitere Tankstelle in Ludwigshafen. Die neue rnv-Gelenkbusflotte mit insgesamt 48 Bussen vom Typ H2-eCitaro wird künftig an den AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation)-konformen Standorten Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen Wasserstoff tanken.

Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer der rnv, ist erfreut jetzt auch im Mannheimer Verkehrsgebiet Gelenkbusse mit Wasserstoffbrennstoffzelle auf Linie schicken zu können. Die ersten Erfahrungen, die das Unternehmen in den letzten Monaten in Heidelberg gesammelt hat, bestätigen, dass diese Fahrzeuge eine ideale Ergänzung zu den regulären E-Bussen sind und insbesondere auf anspruchsvollen längeren Linien ihre Vorteile ausspielen. Da die rnv die gesamte Busflotte bis 2032 auf lokal emissionslose Antriebe umstellen will, benötigt sie diesen Technologie- und Fahrzeugmix.

Auch kommunale Unternehmen und umliegende Logistikfirmen profitieren von den neuen Standorten: Alle Tankstellen sind öffentlich zugänglich und können wasserstoffbetriebe Brennstoffzellen-Fahrzeuge bei einem Druckniveau von 350 bar und 700 bar betanken.

Nach Aussage von Martin Jüngel, Geschäftsführer und Chief Financial Officer der H2 MOBILITY, steigt in der Region Rhein-Neckar mit jeder neuen Tankstelleneröffnung die Wasserstoff-Versorgungssicherheit und die Attraktivität von Wasserstoff in der Mobilität. In der Region kommt Wasserstoff bereits im ÖPNV und bei kommunalen Unternehmen zum Einsatz. Busse und Müllsammelfahrzeuge fahren im Regelbetrieb und zeigen, dass Wasserstoff ein fester Bestandteil des Betriebsalltags geworden ist. Für M. Jüngel ist es in der Rhein-Neckar Region besonders attraktiv in die H2-Mobilität einzusteigen, da die bestehende öffentliche H2-Infrastruktur einfach mitgenutzt werden kann.

Die Tankstelle liegt nicht nur ideal um die neue, klimafreundliche Gelenkbusflotte der rnv in Mannheim zu versorgen, sie liegt auch unweit des Autobahnkreuzes Mannheim (A6) und ist damit für den Logistikverkehr gut erreichbar. Die Tankstelle ist wesentlicher Teil des durch das Land Baden-Württemberg geförderten Projektes H2Rhein-Neckar, das zusammen mit dem Bundesförderprojekt H2Rivers die Metropolregion Rhein-Neckar zu einem der größten Schaufenster für Wasserstoff-Technologie wandelt. Neben der Wasserstofferzeugung konzentrieren sich die Projekte auf den Wasserstoffeinsatz im ÖPNV und im Schwerlastverkehr.

Pilotprojekt für Wasserstoff-Mobilität in der Rhein-Neckar-Region
In der Metropolregion Rhein-Neckar entsteht mit einem der größten Demonstrationsprojekte für H2-Mobilität im Südwesten Deutschlands ein Wasserstoff-Ökosystem: die Projekte H2Rhein-Neckar und H2Rivers erproben die Nutzung neuer Wasserstofftechnologien und liefern neue Erkenntnisse für den Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette.

Diese Vorreiterprojekte zeigen die Herausforderungen und Chancen in der Praxis, die der Einsatz von Wasserstoff mit sich bringt. Eine wissenschaftliche Begleitforschung wertet aus, welche Auswirkungen neue Antriebe auf den ÖPNV-Betrieb haben. Davon können auch andere Kommunen und ÖPNV-Betreiber profitieren. Isabell Knüttgen, Leiterin Wasserstofftechnologien bei der Landesagentur e-mobil BW GmbH, Stuttgart, Konsortialführer im Projekt H2Rhein-Neckar, ergänzt, dass die große Herausforderung darin besteht, Infrastruktur und H2-Anwendungen zeitgleich aufzubauen.

Vorreiter in Europa:
H2 MOBILITY-Stationsnetz
Aktuell betreibt die H2 MOBILITY rund 80 öffentlichen Wasserstofftankstellen mit 700 bar. An 35 Stationen ist die Betankung mit 350 bar für Lkw und Busse möglich. Bis zum Jahresende erhöht sich die Zahl auf 50. Die Netzentwicklung erfolgt unter anderem entlang der TEN-T-Korridore und stets nachfrageorientiert. Weitere H2 MOBILITY-Wasserstofftankstellen in der Region, die sowohl über 350 bar als auch 700 bar verfügen, liegen in Frankenthal und Heidelberg. Ab Sommer 2025 können Pkw, Müllsammler, leichte Nutzfahrzeuge, Lkw und Busse auch in Ludwigshafen Wasserstoff tanken.

Über H2Rhein-Neckar und H2Rivers
Wie kann Wasserstoff lokal erzeugt, verteilt und für eine klimafreundliche Mobilität eingesetzt werden? Das zeigen die Förderprojekte H2Rivers und H2Rhein-Neckar, mit einem Projektvolumen von rund 100 Mio. Euro. Wasserstoff wird durch den H2-Hub in Mannheim und hy.waiblingen erzeugt und verteilt, anschließend unter anderem in Brennstoffzellen-Abfallsammelfahrzeugen und Brennstoffzellen-Pkw eingesetzt. Die Umstellung des ÖPNVs auf Brennstoffzellen-Range-Extender-Busse liefert darüber hinaus wichtige Erkenntnisse für Kommunen und Busbetreiber, wissenschaftlich ausgewertet in einer Begleitforschung. Das Projekt H2Rhein-Neckar wird mit 16,7 Mio. Euro durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert und durch die Landesagentur e-mobil BW koordiniert. H2Rivers wird mit 20 Mio. Euro durch das BMDW Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Berlin, gefördert und von der Metropolregion RheinNeckar GmbH, Mannheim, koordiniert.

Über H2 MOBILITY
Die H2 MOBILITY ist nach eigenen Angaben Vorreiter für die Entwicklung eines öffentlichen Wasserstofftankstellennetzes und Europas größter Betreiber von öffentlichen Wasserstoffstationen. Zu den Geschäftsbereichen zählen die technische Entwicklung, Finanzierung, Planung, Bau, Vermarktung sowie Betrieb der Stationen. Die H2 MOBILITY wurde im Jahr 2015 als Projektgesellschaft gegründet mit dem Ziel, Wasserstoff als emissionsfreien Treibstoff im Straßenverkehr voranzutreiben. Im Jahr 2022 wurde aus der Projektgesellschaft ein langfristig angelegtes, wirtschaftlich orientiertes Unternehmen mit dem Ziel durch ein leistungsstarkes Wasserstoff-Tankstellennetz zur Energiewende im Verkehr beizutragen. Die H2 MOBILITY hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 vollständig auf erneuerbaren Wasserstoff umzustellen.

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